Hobbyhistoriker von der Inde blicken auch gerne über den Tellerand

Von: ran
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Verdiente Mitglieder samt Vorstand: Dr. Berthold Drube, Armin Meißner und Karl-August „Äu“ Lersch (vorne, v. r.) halten dem Eschweiler Geschichtsverein seit vier Jahrzehnten die Treue. Rosemarie Gillessen (hinten, 2. v. r.) ist seit einem Vierteljahrhundert Mitglied. Mit den Jubilaren freuen sich der Vorsitzende Kurt Manthey (hinten, 2. v. l.), dessen Stellvertreterin Claudia Niederhäuser (rechts) sowie der Ehrenvorsitzende Simon Küpper. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter den Verantwortlichen des Eschweiler Geschichtsvereins: Die Enthüllung des Bronzemodells der ehemaligen Eschweiler Altstadt, das seit Anfang August die Ecke Marktstraße/Indestraße schmückt und die Innenstadt des Jahres 1954 darstellt, war womöglich „der“ Höhepunkt.

Doch die indestädtischen Historiker stellten noch weitaus mehr auf die Beine. Etwa den „2. Eschweiler Genealogentag“, bei dem die Ahnenforscher im gut besuchten Talbahnhof bemerkenswerte Ergebnisse präsentierten.

Auch der traditionelle Mundartabend, dem sich wenige Tage später ein Mundartnachmittag anschloss, begeisterte zahlreiche Menschen. Darüber hinaus veröffentlichte der Arbeitskreis 10 „Stadtteilforschung Bergrath“ das 234 Seiten starke Buch „Bergrather Geschichte und Geschichten“. Und mit der Entdeckung der mittelalterlichen Stadtmauer des ehemaligen „Fleckens“ Eschweiler dürfte ein weiteres Betätigungsfeld für zahlreiche Mitglieder des größten kulturtreibenden Vereins der Stadt gefunden worden sein.

Während der 43. Jahreshauptversammlung in der Historie des Eschweiler Geschichtsvereins ließen die tatkräftigen Mitstreiter am Donnerstagabend im Kulturzentrum Talbahnhof noch einmal die Geschehnisse Revue passieren, ohne dabei den Blick in die Zukunft aus den Augen zu verlieren.

So betonte der Vorsitzende Kurt Mathey in seinem Rechenschaftsbericht, dass der Eschweiler Geschichtsverein mit aktuell nun mehr als 1100 Mitgliedern, seinen zwölf funktionstüchtigen Arbeitskreisen und einer guten Vernetzung innerhalb der Stadt strukturell gut aufgestellt sei. Zumal weiterhin Bewegung innerhalb des Vereins zu bemerken ist. „Im Dezember wurde eine Arbeitsgruppe Umweltgeschichte´ ins Leben gerufen, die das Ziel verfolgt, die Umweltsituation der zurückliegenden Jahrhunderte aufzuarbeiten“, berichtete der Vorsitzende. Auch die Fernziele Vereinsheim und Stadtmuseum stünden nach wie vor auf der Tagesordnung.

„Allerdings sind diese beiden Projekte natürlich eine Frage des Geldes. Deshalb werden wir einen Antrag auf Zuschüsse bei der NRW-Stiftung stellen. Ohne einen solchen Antrag bliebe die Realisierung nämlich ein Wunschtraum“, erklärte Kurt Manthey, der hervorhob, dass für die im kommenden Jahr ausscheidenden Vorstandsmitglieder Marie-Theres Kugel (Geschäftsführerin) und Armin Gille (Schriftführer), die bei den Neuwahlen im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren werden, bereits Nachfolger bereitstünden, die einen nahtlosen Übergang möglich machten.

Trotz ihrer Ankündigung, ihr Vorstandsamt zur nächsten Wahlperiode zur Verfügung zu stellen, erinnerte Marie-Theres Kugel in ihrem Geschäftsbericht gewohnt wortgewandt an die zahlreichen Exkursionen des vergangenen Jahres, die Mitglieder des Geschichtsvereins unter anderem in die Bretagne, erstmals nach Polen, in den Hürtgenwald auf die Spuren des Zweiten Weltkriegs, in die Kölner Kirchen sowie zur Zeche Zollverein und die Villa Hügel führten. Die größtenteils in Kooperation mit der Volkshochschule Eschweiler initiierten Lichtbildvorträge thematisierten unter anderem „Die Künste am Hofe Karls des Großen“, Das „Arbeiten und Wohnen in Eschweiler und im Ruhrgebiet“ sowie das Leben des Reformators Jan Hus.

Nach der einstimmigen Entlastung von Schatzmeister Lothar Bardenheuer ergriff noch einmal Kurt Manthey das Wort, um den Blick nach vorne zu richten. „Der Verein steht gut da. In den ersten Monaten des Jahres konnten wir viele Neumitglieder in unseren Reihen begrüßen. Dennoch müssen wir unsere Altersstruktur im Auge behalten. Damit die Zahlen stabil bleiben, müssen wir jüngere Menschen bewegen, sich im Eschweiler Geschichtsverein einzubringen“, appellierte der Vorsitzende in Richtung seiner Zuhörer, um unmittelbar danach das Wort an Dieter Spiertz weiterzugeben.

Das Geburtstagskind nahm seine Zuhörer zum Abschluss des Abends unter dem Titel „Die erste Vermessung des Rheinlands und die Geschichte der Tranchotkarte“ mit auf eine Zeitreise zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der der Kanton Eschweiler im Arrondissement d´Aix-la-Chapelle ein Teil Frankreichs war.

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