Hitzige Debatten um Windkraft und den Sticher Tunnel

Von: tob
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Eschweiler. Das Thema Windenergie bleibt auch in der Indestadt ein emotionales. Das wurde am Donnerstagabend einmal mehr deutlich, als sich der Planungs- Umwelt- und Bauausschuss mit den geplanten Windenergieanlagen nördlich von Fronhoven befasste.

Streitpunkt ist vor allem die Vorgehensweise. Der Flächennutzungsplan weist eine Fläche aus, auf der zwölf Anlagen gebaut werden könnten, mittels der sogenannten Feinjustierung über den Bebauungsplan sollen aber eben nur neun Windenergieanlagen möglich sein, um dem Wunsch der Bürger zu entsprechen und nicht zu nah am Ort zu bauen.

Das Thema wird die Stadt noch eine Weile beschäftigen. Auch, weil es nun vor Gericht landet. Der Grund: RWE Innogy wird – so der Plan – neun Windkrafträder bauen. Die REA GmbH hingegen ihre drei geplanten nicht, weil eben diese Fläche inzwischen im Rahmen der Feinjustierung über den Bebauungsplan herausgenommen wurde. Die REA hat angekündigt, dagegen gerichtlich vorzugehen.

Mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP (bei einem Nein von UWG und Grünen sowie einer Enthaltung der Linken) wurde der Bebauungsplan durchgewunken. Endgültig entscheiden wird der Rat der Stadt Eschweiler am kommenden Mittwoch.

Kurzfristig hitzig wurde es dann auch noch mal, als es um die Eisenbahnüberführung Stich ging. Nach jahrelangen Diskussionen zwischen Städteregion Aachen, der DB Netz AG und der Bezirksregierung Köln gab‘s nun den Durchbruch. Ein Stück weit im Wortsinn. Der Tunnel soll nämlich endlich aufgeweitet werden, eine Planungsvereinbarung soll abgeschlossen werden.

Nun meldete am Donnerstag jedoch die FDP Bedenken an und verweigerte ihre Zustimmung. Die Pläne sehen nämlich vor, dass man künftig auch vom Sticher Berg aus kommend hinter dem Tunnel links in die Eisenbahnstraße abbiegen kann. Gegenläufiger Verkehr soll dann dort möglich sein. Aus Sicht der FDP geht das nicht. „Dort fallen dann 50 Parkplätze weg“, argumentierte Christian Braune.

Die übrigen Parteien stimmten jedoch zu, der Rat der Stadt wird das kommende Woche wohl auch tun. Die Kosten betragen etwa 380.000 Euro, wovon die Hälfte von der Deutschen Bahn übernommen wird. Den Restbetrag teilen sich Stadt und Städteregion. Im Eschweiler Rathaus geht man davon aus, dass der Haushalt der Stadt mit 83.000 Euro belastet wird.

Seit Frühjahr 2009 leer

Der nächste Schritt beim geplanten Abriss der ehemaligen Eishalle wurde ebenfalls genommen. Seit Frühjahr 2009 steht die rund 3300 Quadratmeter große Eissporthalle leer. Eine Wohnanlage mit altengerechten Wohnungen soll dort entstehen. Mit den Stimmen aller Parteien wird dort nun der Bebauungsplan geändert, um das Projekt realisieren zu können. Derzeit gehören zum geplanten Gelände auch die Kitacontainer. Dieser bleibe dort auch so lange es nötig sei, betonte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde am Donnerstagabend.

Zunächst für fünf Jahre hat die Stadt die Container dort gemietet. Mit der Planung hat Eigentümer Markus Dohmen den Aachener Stadtplaner und Architekten Professor Joachim Loseck beauftragt, zu dessen Kunden der Aachen-Laurensberger Rennverein und die Adam Opel AG ebenso zählen wie das Bistum Aachen, das Bundesamt für Bauen und Raumordnung Bonn, die Deutsche Welle Bonn, das Domkapitel Aachen, das Erzbistum Köln, Mercedes Benz und die Ruhr-Kohle AG.

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