Hinterm Tunnel grünt und blüht der neue Wald

Von: ran
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Noch im Besitz der Bundesrepub
Noch im Besitz der Bundesrepublik, (hoffentlich) bald Eigentum Eschweiler Bürger: das Gelände des ehemaligen Camp Astrids. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der Plan einiger Eschweiler Bürger, mit Hilfe der Stadt eine Waldgenossenschaft zu gründen schlägt inzwischen auch weit über die Grenzen der Region hinaus Wellen.

Das Ziel wäre es, das Gelände des ehemaligen Camp Astrids im Propsteier Wald zu kaufen, zu erschließen und es der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zugänglich zu machen.

Nicht zuletzt die Auszeichnung der Gründungsgemeinschaft mit dem Deutschen Naturschutzpreis in der Kategorie Förderpreis im vergangenen November trug ihren Teil dazu bei. Am Donnerstag fand nun im Hotel de Ville ein vom „Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung” (ILS) ausgerichtetes Akteurstreffen zur „Nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung in NRW” statt, bei dem vor allem „Ressourceneffizienzpotenziale in nachhaltigen Gewerbegebieten” erörtert wurden. Im Beisein von unter anderem Jürgen Lindemann vom NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz berichteten mit Eberhard Büttgen und Reiner Fey zwei der indestädtischen Initiatoren auch über das Projekt „Camp CO2 ZerO Eschweiler”. Dem Workshop schloss sich ein kurzer Rundgang auf dem Gelände des ehemaligen Camp Astrids an.

„Die Auszeichnung mit dem Deutschen Naturschutzpreis hat dem Vorhaben natürlich einen gehörigen Schub gegeben. Inzwischen hat sich das Projekt nicht nur bis Düsseldorf, sondern bis Berlin herumgesprochen”, erklärt mit Hermann Gödde der Technische Beigeordnete der Stadt. Er sieht die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die im Auftrag der Bundesrepublik, die Eigentümer des Geländes ist, Liegenschaften des Bundes verwaltet und nach kaufmännischen Grundsätzen verwertet, auf einem guten Weg. „Es ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Allerdings müssen wir noch durch den Tunnel gehen”, so seine Umschreibung der Situation. In zwei Monaten, so hofft er, sollen weitere Steine aus dem Weg geräumt sein.

350 Gebäude sollen weg

Reiner Fey, Mitarbeiter der Abteilung für Planung und Entwicklung der Stadt, führte unterdesssen gemeinsam mit Eberhard Büttgen einige Teilnehmer des Workshops durch das insgesamt 370 Hektar umfassende Gebiet des „zukünftigen” Bürgerwaldes. „Insgesamt führen Wege von 23 Kilometern Länge, die rund 350 ehemalige Munitions- und Gerätschaftshütten der belgischen Armee verbinden, durch das Gelände. Unser Wunsch ist es, diese weitestgehend zurückzubauen”, warf er dabei einen Blick in die Zukunft. 340 der 370 Hektar sollen in nicht allzu ferner Zukunft im Besitz der Waldgenossenschaft sein.

Die restlichen 30 Hektar, so der Plan, gehen in die Obhut der Stadt und werden als „Sondergebiet” ausgeschrieben, in dem Forschung in Sachen „erneuerbare Energien” betrieben wird.

Die Bereitschaft der Bürger, sich am Projekt „Bürgerwald” zu beteiligen, scheint jedenfalls groß zu sein. „Es haben sich bereits rund 100 Interessenten gemeldet”, berichtet Eberhard Büttgen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet Abfallwirtschaft der RWTH Aachen setzt nun auf ein positives Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Stadt und der BImA. „Lagen zu Beginn der Gespräche die Preisvorstellungen der Bundesanstalt weit über dem Ergebnis eines von uns in Auftrag gegebenen Gutachtens, nähert man sich nun merklich an”, sieht er positive Signale.
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