Eschweiler - „Hin und weg“: 90 Schüler begeistern mit Jugendmusical auf

„Hin und weg“: 90 Schüler begeistern mit Jugendmusical auf

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Die Kinder lassen sich nicht auf die Zwänge der „Grauen Damen“ ein und pusten Seifenblasen in den Zuschauerraum. Foto: Mira Otto

Eschweiler. Die lange Vorbereitung hat sich gelohnt. Die Besucher, hauptsächlich Eltern, Schüler und Lehrer, der neuen Aufführung des Städtischen Gymnasiums Eschweiler kamen voll auf ihre Kosten.

Unter der Leitung von Annette Zumbroich (Unter-, Mittel-, und Oberstufenchor), Christina Buse mit den Tanzgruppen „Big it Girl“ und „Cash Guru“ sowie Astrid Humpert (Tanzgruppe „Style‘ n‘Party“) hatten sich über 90 Schauspieler, Sänger und Tänzer für das Stück zusammengetan. Folglich war es der Schule möglich, von der sentimentalen Ballade bis zum coolem Hip-Hop-Stück alles zu bieten.

Mit dem schweizerischen Jugendmusical „Hin und weg“, das die Schüler selbst übersetzt hatten, ging es in der Aula der Schule vor allem um eine Frage: Wohin will ich fahren und was ist mein Ziel? Dies führte bei den Figuren des Stücks so manches Mal zu Verwirrung, denn sie alle waren auf der Suche nach Glück und Liebe oder Erfolg und Reichtum.

Auch der „Blaue Junge“, gespielt von Tabea Naeven, stellte sich diese Frage: „Ich weiß nicht, wohin ich reisen soll“. So kam er jeden Tag zum Bahnhof, um untätig am Bahnsteig zu stehen und schließlich wieder nach Hause zurückzukehren. Schließlich fasste der „Blaue Junge“ den Entschluss, wie der „Rosenmann“ zu sein, der schweigend mit einem Strauß Rosen auf seinen Partner zu warten schien. Endlich entschloss sich der „Blaue Junge“, nach „Hin und weg“ zu reisen, gab auch dem „Rosenmann“ zwei Tickets und äußerte dazu schmunzelnd: „Eins für Sie und eins vielleicht für ihre Rosendame?“

Zu Anfang des Stücks wurde die schlimmste Vorstellung des „Prinzen“ (Nicolas Poick) wahr: Er verpasste seinen Zug. Das führte zu Stress auf der Bühne. „Das kann doch nicht sein! Es waren doch nur fünf Minuten“, beklagte er. „Du warst zu spät“, versammelten sich ungefähr 50 Jungen und Mädchen um ihn. Deprimiert nahm er auf der Bühne Platz.

Die „Grauen Damen“ kamen am Bahnhof an und waren direkt angeekelt. „Die Kleinen sind hier“, riefen sie aus. Sie hassten die Kinder, die sie für undiszipliniert und ungepflegt hielten. „Sie sind niemand“, sagten die beiden Sekretärinnen, die von den Zwillingen Julia Brocker und Kathrin Brocker gespielt wurden, und führten abgestoßen fort: „Sie wollen unsere Liebe und unser Wissen“, und überreichten den Kindern ein Smartphone und Zeitungen.

Eines der Kinder, die Tochter (Juliana Langen), vertraute zuerst noch den „Grauen Damen“ und äußerte wiederholend: „Die ‚Grauen Damen‘ wissen, dass Sie das Richtige tun. Ich ordne mich unter, ich gebe mich auf.“ Nur so komme sie zum Ziel. Jedoch hielt sie den Druck, den die „Grauen Damen“ auf sie ausübten, nicht mehr aus und fiel bewusstlos zu Boden.

Der Zug in die „Schönheit“

Bei einer Clique, bestehend aus den drei Mädchen Stella (Jeanne Jansen), Jean (Friederike Happe) und Lulu (Maren Paulmann), drehte sich alles um drei Dinge: Männer, Mode sowie die Stars und Sternchen. Besonders die Männer standen im Fokus der Gedanken. Um einem Mann zu finden, der alle zufrieden stellt, wurde auch mal das Horoskop zu Rate gezogen. Als ein Zug in die „Schönheit“ angekündigt wurde, entschloss sich Lulu einzusteigen, während die beiden anderen Mädchen weiter ihrem Alltag folgten.

Mit dem Chortext „Hot, hot, hot“ kehrte Lulu als Model zurück. Auf einem Laufsteg bewies sie ihre Schönheit. „Seht mal wie ich aussehe“, bekundete sie und fuhr fort: „Meine Freundinnen haben nur Männer im Kopf“. Diese waren aber nicht anwesend, was sie zutiefst bedauerte, und so setzte sie sich neben den „Prinzen“ auf die Bahnhofsbank. Zwischen den beiden begann es zu knistern. Trotz Blickkontakten wussten die beiden nicht, wie sie in Kontakt treten sollten. Passend trat die Tochter wieder auf, die der schwierigen Situation Abhilfe schaffte und „Lulu“ mit dem „Prinz“ zusammenbrachte. Auch ihre Verfassung hatte sich erheblich verbessert. „Ich nehme nur den Zug, wenn ich möchte“, eröffnete sie den Zuschauern auf der Bühne. Sie sei nun frei, weil sie wirklich etwas denke und sich von den „Grauen Damen“ nichts mehr sagen lasse.

Als die Mädchen Lulu, Stella und Jean wieder aufeinander trafen, konnten es die beiden nicht fassen, dass Lulu ihren Traummann gefunden hatte.

Schließlich ertönte die Bahnhofsansage: „Sonderzug nach „Hin und weg“. Ein Tumult begann. Beispielsweise waren die beiden Sekretärinnen über den Sonderzug entrüstet. Noch schlimmer, dass sie für diesen keine Tickets hatten, die sie jedoch überraschend dann doch noch vom Rosenmann bekamen. Aber um den Zug noch rechtzeitig zu erreichen, mussten sie wirr und undiszipliniert ohne ihre Stöckelschuhe und somit barfuß zum Zug sprinten und ihre Ideale verlassen.

„Schade, dass es vorbei ist“

Begleitet wurden die Schauspieler von einen Chor, einem Schlagzeug (Tamara Giezen), einem Klavier (Tim Schroif) und drei Tanzgruppen. Passend zu dem Streben der Figuren, den richtigen Zug zu nehmen, sang der Chor beispielsweise das Lied: „Der Zug rollt, der Euro rollt. Wer rollt gewinnt.“ „Der Bahnhof symbolisiert die verschiedenen Lebensstationen, die man mit der Zeit bewerkstelligen muss“, erörterte die Musik- und Deutschlehrerin Annette Zumbroich, die den Chor während der Vorbereitungen und Aufführung anleitete und sagte dazu: „Es ist sehr schade, dass es nun vorbei ist. Klar, war die ganze Logistik und Organisation manchmal anstrengend, aber die Proben mit meinen Bühnenkünstlern hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.“

Auch mit einem weiteren Musical wird man in den kommenden Jahren rechnen können. „Ich bin wirklich beeindruckt, wie viele Jungen und Mädchen dieses Jahr mitmachen“, betonte sie weiter. „Es war ein übergreifendes Projekt. Die ganze Schule war involviert“, sagte Christina Buse.

Einen besonderen Punkt bedauert Annette Zumbroich: „Es ist schwieriger geworden mit G8. Nun haben die Kinder bis spät in den Nachmittag Unterricht und es ist fast unmöglich, Probetermine zu finden, wo alle Zeit haben, da alle so eingespannt sind.“

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