Hilfsdienste zufrieden: Nur sieben Alkoholopfer

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Nicht nur sicherer, auch gemütlicher: Feiern mit Kunstoffbechern wie hier beim Jecke-Tön-Projekt. Glas-Sünden gab‘s dennoch trotz Verbots zuhauf. Foto: R. Müller

Eschweiler. Das seit einigen Jahren etablierte Einsatzkonzept zur Weiberfastnacht von Feuerwehr Eschweiler gemeinsam mit den Eschweiler Hilfsorganisationen (Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Deutsches Rotes Kreuz) ist nach Angaben der Einsatzdienste auch in diesem Jahr wieder erfolgreich umgesetzt worden.

Dabei wird zum einem der reguläre Rettungsdienst der Feuerwehr Eschweiler durch drei zusätzliche Rettungsfahrzeuge der Hilfsorganisationen verstärkt, so dass im Stadtgebiet insgesamt acht Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, die auch zeitweise alle parallel im Einsatz sind. Zum anderen werden im Bereich Marienstraße und Markt jeweils Unfallhilfsstellen errichtet, an denen verletzte Personen erstversorgt und untersucht werden können.

So kann in aller Ruhe vor Ort entschieden werden, ob ein Transport in Krankenhaus erfolgen muss oder nur eine ambulante Versorgung notwendig ist. Im Falle eines Transportes wird der bereits erstversorgte Patient dann in ein geeignetes Krankenhaus transportiert.

63 Einsätze in 24 Stunden

Die Hilfsorganisationen bildeten gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Security und Feuerwehr eine gemeinsame „Veranstaltungsleitung“ für die karnevalistischen Veranstaltungen in der Marienstraße sowie am Markt. Hierbei wird u.a. auf einen Einsatzleitwagen der Johanniter-Unfall-Hilfe und einen der Städteregion sowie den Abrollbehälter Einsatzleitung der Feuerwehr Eschweiler zurückgegriffen.

Aufgrund der Erfahrungen der letzten „Weiberfastnachtsfeiern“ wurden in diesem Jahr erstmalig auch 22 freiwillige Einsatzkräfte der Löschzüge Bohl sowie Stadtmitte zwischen 10 und 23.30 Uhr zusätzlich in den Dienst gerufen, sie hielten sich also während des gesamten Zeitraumes in ihren Räumen am Florianweg sowie in Bohl auf und konnten bei Feuer- oder Hilfeleistungseinsätzen sofort ausrücken, berichtet Einsatzleiter Axel Johnen. „Dies wurde erforderlich, da die hauptamtlichen Wehrkräfte an solchen Tagen überproportional mit Rettungsdiensteinsätzen ausgelastet sind. Bereits jetzt kann man sagen, dass sich diese Verfahrensweise schon heute bewährt hat.“

An den Unfallhilfsstellen wurden insgesamt 31 (Vorjahr 25) Hilfeleistungen verzeichnet, die wiederum zu 10 (Vorjahr 11) Transporten ins Krankenhaus führten.

Weiterhin waren in den Bereichen Markt, City-Center, Marienstraße ständig Trupps der Sanitätsorganisationen unterwegs, um im Bedarfsfall sofort zu helfen. Die Unfallhilfsstelle am Markt wurde in diesem Jahr bereits gegen 22.15 Uhr aufgelöst, da das Besucheraufkommen am Abend stark zurückging. Insgesamt rückten die Rettungsfahrzeuge während der 24 Stunden zu 63 Einsätzen (Vorjahr 55) aus, wovon mindestens 24 Einsätze (Vorjahr 22) karnevalsbedingte Ursachen wie Alkohol und Schlägereien hatten.

Johnen: „Jüngster ,Karnevalspatient‘ aufgrund eines überhöhten Alkoholgenusses war gegen 15.30 Uhr ein 15-jähriges Mädchen; insgesamt mussten sieben Jugendliche (im Vorjahr waren es sechs) unter 18 Jahren aufgrund dieser Diagnose ins Krankenhaus transportiert werden.“

Neben den Kollegen der Feuer- und Rettungswache (20 Kollegen) waren zusätzlich rund 35 Angehörige der Eschweiler Hilfsorganisationen sowie 22 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Unfälle, Öl, Feuer

Neben den zahlreichen rettungsdienstlichen Einsätzen waren auch diverse Einsätze im feuerwehrtechnischen Bereich zu verzeichnen.

Um 13.46 Uhr wurde ein schwerer Verkehrsunfall auf der Wardener Straße gemeldet, zu dem neben zwei Rettungswagen sowie dem Rüstzug der Feuerwache, ebenfalls ein Fahrzeug der freiwilligen Kräfte aus Stadtmitte sowie der Rettungshubschrauber „Europa 1“ ausrückten. Bei diesem Unfall wurden zwei Personen verletzt und Betriebs-stoffe liefen aus, die mit Bindemittel abgestreut werden mussten. Während der Bergung und Unfallaufnahme musste die Wardener Straße bis 15 Uhr gesperrt werden. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden.

Um 17.02 Uhr wurde eine Ölverschmutzung auf der Konrad-Adenauer-Straße gemeldet, die von der Besatzung eines Löschfahrzeuges aus Stadtmitte bis 17.30 Uhr beseitigt wurde.

Erneut lief um 17.08 Uhr eine Meldung über einen schweren Unfall mit einem eingeklemmten Fahrer auf der Alsdorfer Straße bei der Feuer- und Rettungswache ein. Hier wurden sofort zwei Rettungswagen und der Rüstzug der Feuerwache sowie die freiwilligen Kräfte aus Dürwiß und Bohl und der Rettungshubschrauber alarmiert. Bei Eintreffen an der Einsatzstelle hatte sich der Fahrer aber bereits selbst befreit und wurde leicht verletzt ins Krankenhaus transportiert.

Allerdings, so Axel Johnen, dauerte der Einsatz dann doch länger als gedacht, da aus dem total beschädigten Fahrzeug Öl ins Erdreich lief. So musste das Umweltamt hinzugezogen werden, welches das Ausbaggern des kontaminierten Erdreiches anordnete. Die Alsdorfer Straße war bis 18.54 Uhr komplett gesperrt und konnte danach mit Einschränkungen wieder befahren werden. Die letzten Einsatzkräfte konnten die Einsatzstelle aber erst gegen 20.30 Uhr wieder verlassen.

Um 21.29 Uhr brannten in der Grabenstraße Kartonagen vor einem Wohn- und Geschäftshaus. Hier rückten neben den hauptberuflichen Kräften auch die Löschzüge aus Bohl und Stadtmitte aus. An der Einsatzstelle war bereits eine Schaufensterscheibe geplatzt, so dass die Flammen ins Geschäft schlugen. Beherzte Anwohner hatten bereits Löschmaßnahmen eingeleitet und verhinderten eine weitere Ausbreitung des Feuers. Die Einsatzkräfte löschten die restlichen Flammen ab, konnten aber neben den Schäden am Geschäftslokal auch nicht Schäden an einem geparkten Kleintransporter verhindern. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, wobei allerdings direkt der Verdacht der Brandstiftung bestand.

Sehr friedlich gefeiert

Gegen Mitternacht beruhigte sich das Geschehen sehr stark. Johnens Fazit: „Im Vergleich zum letzten Jahr blieben die Gesamteinsatzzahlen annähernd konstant und es wurde sehr friedlich gefeiert, so dass kaum Verletzungen nach Schlägereien zu beklagen waren. Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen wurden in diesem Jahr weder tätlich angegriffen noch wurden sie anderweitig verletzt. Verletzungen durch Glas waren nicht zu verzeichnen, so dass das Glasverbot erneut nur als voller Erfolg bezeichnet werden kann.“

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