High-Speed-Internet: Eschweiler wird Vorbild für die Region

Von: Rudolf Müller
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Per Knopfdruck ins schnellste Netz der Region: Herbert Müller (Telekom), Hermann Gödde (Stadt Eschweiler), Ursula Schauf-Paschek (Telekom), Bürgermeister Rudi Bertram und Straßenraumplaner Olaf Venherm (Stadt Eschweiler – von links) vor einem der 110 neuen Multifunktionsgehäuse für das Glasfasernetz in Eschweiler. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Ohne Internet geht fast nichts mehr. Im Job wie privat. Und in jedem Fall gilt: Schnelligkeit ist Trumpf. Internetverbindungen, die riesige Datenmengen teelöffelchenweise weiterschaufeln, will kein Mensch.

„Ein guter Internetanschluss ist von entscheidender Bedeutung für uns als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Nicht nur ansiedlungsinteressierte Betriebe fragen sofort nach der Qualität der Internetverbindung“, weiß Bürgermeister Rudi Bertram. „Auch private Bauherren und Immobilienkäufer machen einem Umzug nach Eschweiler davon abhängig.“ Die Datenmengen, die rund um die Uhr über Internetleitungen versandt werden, sind immens: Auf das kommende Jahr hochgerechnet, hat allein die Indestadt soviel Datenverkehr wie das gesamte Internet anno 1997. Und der soll nun fix und problemlos bewältigt werden: Ab Montag ist Eschweiler in Sachen Internet die mit weitem Abstand schnellste Stadt der Region und weit darüber hinaus. Nur Wegberg und (Baubeginn im kommenden Jahr) Düren können da mithalten.

Mit bis zu 100 MBit/s im Download und – fast noch wichtiger – 40 MBit/s im Upload können die Indestädter ab Montag im neuen Glasfasernetz der Telekom fernsehen, telefonieren, surfen, Berge von Schriftkram, Fotos und Videos verschicken. Möglich gemacht hat dies ein rekordverdächtiger Einsatz der Telekom: In nur etwa neun Monaten verlegten deren Mitarbeiter 44 Kilometer Glasfaserkabel und installierten 110 „Multifunktionsgehäuse“ – Knotenpunkte mit modernster Technik: Hier werden elektromagnetische Störungen, die auf den von hier in die Häuser der Kunden führenden Kupferkabeln auftreten, mittels „Vectoring“-Technik beseitigt.

22.000 Haushalte in Eschweiler können so in den Genuss der superschnellen Leitungen kommen. Voraussetzung: Sie beantragen den neuen Anschluss. Das geht ab Montag bei der Telekom, sprich: im „T-Punkt“ an der Grabenstraße oder bei einem der Kundenberater, die in den kommenden Wochen mit Eröffnungssonderangeboten unterwegs sein werden. Voraussetzung für das Hochgeschwindigkeitssurfen ist lediglich ein neuer Router: an der Installation des Systems und seiner Zuleitung ins Haus ändert sich nichts. Auch andere Anbieter können auf das schnelle Netz der Telekom zugreifen: Sie müssen dafür Kapazitäten bei der Telekom einkaufen.

Wie lange Kunden nach Beantragung warten müssen, bis sie das neue Breitbandnetz nutzen können, weiß Anja Oppermann von der Abteilung Infrastrukturvertrieb der Telekom: „Selbst wenn jetzt der große Run einsetzt, sollte es nicht länger als 15 Arbeitstage dauern.“

50 Haushalte bleiben „ohne“

Allerdings: Nicht alle Indestädter kommen in den Genuss der Turbo-Leitungen. Internet-Nutzer in den Stadtteilen Hehlrath, Kinzweiler und St. Jöris, die jahrelang über viel zu langsame Verbindungen mit weniger als 2 MBit/s klagten und inzwischen mit Hilfe von Bundes- und Landesfördermitteln über Leitungen mit bis zu 50 MBit/s verfügen, müssen sich mit den jetzigen Leitungen noch eine Zeit lang begnügen. Aus rechtlichen Gründen ist für sie die Installation der Vectoring-Technik derzeit nicht zulässig. Und auch 0,15 Prozent der übrigen Anschlüsse bleiben außen vor, gesteht Telekom-Sprecherin Ursula Schauf-Paschek ein: Betroffen sind etwa 50 Haushalte in Bereichen, die meist so abgelegen sind, dass ein Anschluss überdimensional teuer wäre. Beispiel: Killewittchen.

Dass Eschweiler eine Vorreiterrolle unter den deutschen Mittelstädten spielt, freut Bürgermeister Rudi Bertram, der sich dafür stark gemacht hatte, dass die Stadt das Pilotprojekt mit 130.000 Euro half anzuschieben. Umgekehrt bedankt sich die Telekom für die hervorragende Kooperation mit der Stadt, die noch nicht ganz beendet ist: „Viele Bürger beklagen sich noch über Aufbrüche in der Stadt“, sagt Rudi Bertram. „Die werden jetzt sorgsam abgearbeitet. Wir werden das Projekt gemeinsam gut zu Ende bringen!“

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