Herz unter Stress: Unterschätztes Risiko

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Wer kennt ihn nicht: Stress am Arbeitsplatz. Solche und andere Lebenskrisen setzen das Herz unter Stress. Die Folge können gefährliche Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall sein. Foto: Imago/Jochen Tack

Eschweiler. Auch bekannt als „stille Killer“ werden sie häufig unterschätzt, mit fatalen Folgen für viele Millionen Betroffene: Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinspiegel können unerkannt und unbehandelt zu einer Gefahr für Herz und Gefäßsystem bis hin zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichem Herztod werden.

Um die Bevölkerung über die Risiken und aktuelle Möglichkeiten der Diagnose, Therapie und Risikovorsorge aufzuklären, startet die Deutsche Herzstiftung ihre bundesweiten Herzwochen 2016 unter dem Motto „Herz unter Stress“.

In über 1000 kostenfreien Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet informieren Herzspezialisten in Kliniken und Herzzentren vom bis zum 30. November über die wichtigsten Risikokrankheiten für Herz-Kreislauf-Leiden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) sowie deren Entstehung.

Stress im Sinne psychosozialer Belastungen (Arbeitsplatz, Lebenskrisen) sowie Luftverschmutzung und Lärm ist wegen seiner wachsenden Bedeutung als Risikofaktor auch Thema der Kampagne.

Schätzungsweise 20 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Bluthochduck, vier Millionen Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung. Etwa sieben Millionen Menschen leiden an Diabetes mellitus. Viele Millionen Betroffene haben zu hohe Cholesterinspiegel im Blut. Das Tückische ist: Bluthochdruck wird von den Patienten lange nicht gespürt und fällt häufig erst auf, wenn er Organschäden verursacht hat.

Oder Diabetes: Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel begünstigen eine Diabeteserkrankung. Eine beginnende Zuckerkrankheit verläuft – wenn überhaupt – nur mit geringfügigen Symptomen, zum Beispiel starkem Durst und Abgeschlagenheit. Aber Diabetes beschleunigt die Schädigung der Gefäßinnenhaut der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose). Das Herzinfarktrisiko steigt bei Diabetikern gegenüber Nicht-Diabetikern um das Sechsfache bei Frauen und um das Zwei- bis Vierfache bei Männern.

Dauerstress, dem keine Entspannung folgt, macht krank, weil viele Menschen durch ihn leicht in Verhaltensweisen hineingeraten, die das Herz-Kreislauf-System ruinieren: Betroffene greifen dann häufig zur Zigarette, ernähren sich aus Frust ungesund, werden dadurch übergewichtig oder trinken zu viel Alkohol und bewegen sich zu wenig.

Auch Schlafmangel ist ein häufiges Problem. Die Folge sind Bluthochdruck, Diabetes, KHK und Rhythmusstörungen. Damit es gar nicht erst zu einer Gefährdung für das Herz kommt, sollten Betroffene ein paar wichtige Punkte im Umgang mit Stress berücksichtigen.

Auch die Medizinische Klinik des St.-Antonius-Hospital beteiligt sich wie jedes Jahr mit Aktivitäten der Herzwoche. Am Dienstag, 22. November, werden im Talbahnhof ab 19.30 Uhr Referenten unter dem Thema „Herz unter Stress“ beleuchten, was Patienten selbst tun können und was Sie beachten sollten. Ausrichter der Veranstaltung für alle interessierten Bürger ist Prof. Dr. med. Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am St. Antonius-Hospital in Eschweiler.

Neben Prof. Janssens werden als Referenten Dr. Christina Emonts, Dr. med. Dario Frank und Dr. Andreas Niedeggen teilnehmen. Im Anschluss an die Vorträge stellen sich die Experten in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Besucher.

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