Herz Jesu und St. Michael: Wie geht es für die Gruppen weiter?

Von: Sonja Essers
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Wie es mit der Herz-Jesu-Kirche künftig weitergehen soll, steht derzeit noch nicht fest. Noch nicht alle Gruppen der Gemeinde haben neue Räume gefunden. Die Suche geht weiter. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Pfarrer Christoph Graaff bezeichnet sich selbst als „Profi“ in Sachen Trauerarbeit. Schließlich arbeite er in einem Krankenhaus und dort sei der Tod allgegenwärtig. Was er und Diakon Bernhard Habermeyer in den vergangenen Wochen erlebt haben, hat die beiden Männer trotz reichlich Erfahrung sehr berührt.

Im Juni fanden in den Kirchen St. Michael und Herz Jesu die letzten Gottesdienste statt. Die beiden Gotteshäuser fielen dem Kirchlichen Immobilienmanagement (KIM) zum Opfer. Wie es mit den beiden Immobilien weitergeht, steht derzeit noch nicht fest. Die Neuverortung sei jedoch zum größten Teil abgeschlossen, meint Graaff. Während für die 17 Gruppen aus St. Michael in neuen Räumen untergebracht werden konnten, wurden in Herz Jesu noch nicht für alle Gruppen Lösungen gefunden.

Sterben und Auferstehen

Wenn Graaff an die vergangenen Monate zurückdenkt, fällt ihm folgender Vergleich ein: „Es war wie ein Sterben und Auferstehen. Die Profanierungen erinnerten in einer gewissen Art an Messen wie beim Begräbnis.“ Auch momentan befinde sich die Gemeinde noch in einer Trauerphase. „Diese Phase ist vergleichbar mit der Zeit bis zum Sechswochenamt. Nach den Sommerferien sieht es bestimmt schon anders aus“, meint Graaff.

Dann soll auch geklärt werden, wie es mit den beiden Immobilen weitergeht. Fest steht allerdings: „Wir setzen uns nicht unter Druck. Es geht nicht um Gewinn, sondern darum, was für uns, die Menschen in der Gemeinde und die Gebäude am besten ist“, meint Graaff.

Geändert hat sich in den vergangenen Monaten trotzdem bereits einiges. So gelang es, für die 17 Gruppen, die sich in St. Michael trafen, neue Räume zu finden. In Herz Jesu konnten bisher noch nicht alle Gruppen untergebracht werden. Man befinde sich jedoch derzeit in Gesprächen.

Doch wo konnten die Gruppen unterkommen? Die neuen Räume sind über die gesamte Indestadt verteilt. Die Heimbach-Bruderschaft trifft sich nun im St.-Antonius-Hospital, Bildungsvorträge finden im Kinder- und Jugendzentrum (KiJuZe) St. Peter und Paul statt. Die Gruppe XXL (Ernährungsberatung), der Fachbereich Männerarbeit des Diözesanverbandes Aachen und die Anonymen Alkoholiker wechselten ins Gesundheitsamt an der Steinstraße. Der Gottesdienst zum Kolpings-Gedenktag, die Messe am Karnevalssamstag sowie der Gottesdienst zum Bezirksschützentag finden künftig in St. Peter und Paul statt. Die Fortbildungsveranstaltungen des Hospitals finden fortan dort statt, der Storchenbiß wechselt ins Familienzentrum St. Theresia, die Proben der Blaskapelle sowie das Vorspiel von Musikschülern finden bereits seit 2014 nicht mehr in St. Michael statt.

Die Gottesdienste des Caritas-Behindertenwerkes finden sowohl in der Kirche St. Antonius Röhe sowie in der Werkstatt statt, der Kleinkindergottesdienst wird künftig im Haus St. Josef gehalten. Die Weihnachtsaktion der Eschweiler Tafel wird künftig im Pfarrheim Heilig Geist oder im Laden der Tafel an der Röthgener Straße stattfinden, der Arbeitskreis-West trifft sich ab sofort in den Familienzentren vor Ort.

Der Seniorenkreis St. Michael löste sich allerdings auf. Die Teilnehmer besuchen die Seniorenkreise in St. Antonius Röhe, St. Peter und Paul und in Herz Jesu.

Und wie sieht es mit den Gruppierungen aus Herz Jesu aus? Die Senioren-, die Blockflötengruppe und die Sternsinger treffen sich zunächst weiterhin im Untergeschoss der Herz-Jesu-Kirche. Die Slowenische Gemeinde trifft sich künftig in den Räumen der Pfarrei Heilig Geist in Nothberg. Der Chor Cantabile ist in Gesprächen mit Kantor Franz Surges. Die Schulgottesdienste finden in der Aula der KGS Eduard-Mörike-Schule statt. Mit der Katholischen Frauengemeinschaft sowie der St.-Longinus-Schützenbruderschaft werden derzeit Gespräche geführt.

Neue Gottesdienstzeiten

Gut angenommen werden auch die neuen Gottesdienstzeiten. Die Messe, die zuvor in St. Michael stattfand, wird nun in der Kapelle des St.-Antonius-Hospitals gehalten. Die Gläubigen aus Herz Jesu kommen in die Pfarrkirche St. Peter und Paul. „Man sieht bei beiden Messen Menschen, die vorher in St. Michael und Herz Jesu dabei waren und das finde ich schön“, freut sich Pfarrer Christoph Graaff. Außerdem habe man mit der Mittags-Messe, die jeden Mittwoch in der Pfarrkirche an der Dürener Straße stattfindet, ein weiteres Experiment gewagt, so Graaff.

Er und Diakon Bernhard Habermeyer blicken optimistisch in die Zukunft. Schließlich tritt mit Michael Datené Ende August ein neuer Pfarrer seinen Dienst in der Pfarrei an. Damit seinem gelungenen Auftakt nichts im Weg steht, sollten die beiden Profanierungsgottesdienste bereits vor den Sommerferien stattfinden. „Jetzt haben wir nicht nur einen Neubeginn für die Gemeinde, sondern auch einen Neubeginn mit einem neuen Pfarrer“, meint Graaff.

Was die beiden zusätzlich freut: Seitdem die Gottesdienste umgelegt wurden, seien viele der Gläubigen noch viel aufmerksamer. „Wenn die Menschen die Gottesdienste besuchen, dann schauen sie vorher, wer in der Nachbarschaft wohnt und wen sie dorthin mitnehmen können. Es scheint, als hätten sie die anderen auf eine gewisse Art und Weise im Blick“, sagt Habermeyer.

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