Eschweiler - Hertie-Insolvenz: Binger Erklärung gegen den Schandfleck

Hertie-Insolvenz: Binger Erklärung gegen den Schandfleck

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Vielleicht schauen bald nicht
Vielleicht schauen bald nicht mehr nur die Tauben zum City-Center: Die Stadt hat die Hoffnung, dass sich an dem unschönen Zustand der Immobilie zeitnah etwas ändert.

Eschweiler. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Bürgermeister Rudi Bertram nicht auf die Hertie-Immobilie und das City-Center angesprochen wird. Seit dreieinhalb Jahren steht das ehemalige Karstadt-Gebäude leer.

Bislang scheiterten alle Versuche, mit dem Besitzer, der niederländisch-britischen Fondsgesellschaft Dawnay Day, in Kontakt zu treten. Jetzt gibt es jedoch Hoffnung, dass sich zeitnah etwas ändert.

Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde und Dietmar Röhrig, Wirtschaftsförderung der Stadt Eschweiler, waren vor wenigen Tagen in Bingen. Vertreter von 25 der in Deutschland insgesamt 31 von der Hertie-Insolvenz betroffenen Kommunen haben sich dort getroffen. Außerdem saßen erstmalig Vertreter der Gläubiger und der Insolvenzverwalter (gegen die niederländische Besitzgemeinschaft ist vor einiger Zeit ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden) mit am Tisch.

Auch die Deutsche Bank, die den Verkauf von Hertie an Dawney Day finanziert hat, sitzt weiter mit im Boot, obwohl sie es im Grunde nicht mehr müsste, da sie ihre Forderungen an Dritte weitergegeben hat. „Alle anderen Kommunen haben das gleiche Problem wie wir”, sagt Hermann Gödde. Es ist ein kompliziertes Konstrukt, da viele Parteien einbezogen werden müssen. Zudem gilt niederländisches Insolvenzrecht, das sich vom deutschen sehr unterscheidet.

Was hat sich mit dem Treffen geändert? Bislang strebte die Gläubigerversammlung einen Paketverkauf aller Hertie-Filialen an. Jetzt soll auch eine Einzelvermarktung möglich sein. Für alle 33 Hertie-Filialen (in den 31 Kommunen) steht ein Gesamtwert von rund 140 Millionen Euro im Raum. Bei der Versammlung wurde eingeräumt, dass der tatsächliche Wert darunter liege. Für Eschweiler kursiert ein Wert von 4,5 Millionen Euro. Hermann Gödde taxiert diesen jedoch auf höchstens die Hälfte. Zur Hertie-Immobilie gehört das Parkdeck. Der Rest des Parkhauses und das übrige City-Center gehören einer anderen Gesellschaft.

Potenzielle Investoren, die sich für die Immobilien interessierten, erhielten bislang keine Antwort auf ihre Angebote. Auch das soll sich jetzt ändern. Erstmals wurden konkrete Ansprechpartner genannt. Diese Informationen habe die Stadt gleich an die Investoren weitergegeben, sagen Bertram, Gödde und Röhrig. Vier Investoren gebe es in Eschweiler, die nach wie vor Interesse an der Immobilie haben. Rudi Bertram betont: „Sollte das Planungs- und Baurecht betroffen sein, stehen wir Gewehr bei Fuß.”

Die betroffenen Kommunen haben die Binger Erklärung unterzeichnet, in der Punkte wie ein Ansprechpartner für die Investoren festgehalten sind. In rund einem Monat steht das nächste Treffen an, dann bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Bertram, Gödde und Röhrig hoffen stellvertretend für die Indestadt, dass sich bis dahin schon etwas getan hat.
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