Eschweiler - Herbstausstellung: Die Kunstwerke selbst erleuchten

Herbstausstellung: Die Kunstwerke selbst erleuchten

Von: kaba
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In völliger Dunkelheit mussten die Besucher mit den Taschenlampen die Kunstwerke in der ehemaligen Abteilkirche zentimeterweise beleuchten. An der Inszenierung hatten die Gäste sichtlich Freude. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Es war eine ganz neue Art, sich einer Ausstellung anzunehmen: Bei der 14. Herbstausstellung in der alten Abteikirche in St. Jöris wurden nämlich nicht wie sonst einfach die Türen geöffnet. In diesem Jahr wurden die Gäste auf dem Vorplatz in Empfang genommen. Dort gab es dann zunächst einen Begrüßungssekt und gleich dazu eine Taschenlampe.

Denn Dieter Eichelmann hatte sich für die Ausstellung zum Thema Jakobskampf etwas Besonderes überlegt: „Der Ausstellungsraum wird zunächst völlig dunkel bleiben und die Besucher können sich mit den von uns verteilten Taschenlampen dann die Ausstellung erschließen.“ Eine interessante Idee, fanden auch die Gäste, die gespannt vor den Türen der Abteikirche warteten.

Unter ihnen auch Ute und Matthias Wendt, die vor allem auf Grund der angekündigten Tanzperformance von Anne Hentrich, Claudia Mark und Dorothèe Reul angereist waren. „Die Gruppe haben wir bereits einmal in Würselen erlebt und waren sehr beeindruckt“, erklärte Ute Wendt. Und dass sie sich die Ausstellung nun zunächst mit der Taschenlampe anschauen sollten, amüsierte sie. „Wir fühlen uns ein wenig wir Höhlenmenschen“, gab Matthias Wendt zu.

Dann öffnete Dieter Eichelmann die Türen, und die Künstler betraten gemeinsam mit ihren Besuchern den in absoluter Dunkelheit liegenden Ausstellungsraum. Langsam schritten sie an den Kunstwerken entlang, und allseits war angeregtes Murmeln zu vernehmen.

In kleinen Gruppen standen die Gäste um Bilder und Skulpturen, gingen ganz nah an die Werke heran und beleuchteten sie Zentimeter um Zentimeter. Richard Bataille fand: „Diese Art der Eröffnung ermöglicht es, die Kunstwerke im wahrsten Sinne des Wortes selber zu belichten.“ Außerdem würden auf diese Art die Menschen im Raum in den Hintergrund treten und man habe die Möglichkeit, seine Gedanken zu sammeln und die Blicke zu fokussieren.

Das bestätigen auch andere Besucher, die es toll fanden, sich einmal so direkt, detailliert und konzentriert mit Bildern und Skulpturen auseinandersetzen zu können. Mitten in den Taschenlampenrundgang kam schließlich Bewegung, und die Musik im Hintergrund wurde lauter.

Es folgte der Start für die tänzerische Inszenierung des Jakobskampfes. Aus der Dunkelheit trat Claudia Mark als Jakob auf die Tanzfläche und war bald in einen tänzerischen Kampf mit den „Gegnern“ Anne Hentrich und Dorothèe Reul verwickelt. Musik und Scheinwerfer sorgten für eine spannende und bedrohliche Stimmung.

Im Licht der Deckenstrahler bekam der Ausstellungsraum schließlich eine ganz neue Atmosphäre. Die Gespräche wurden lauter und die Ausstellungseröffnung lebendiger. Die Künstler erklärten ihre Werke und waren sichtlich erfreut über die zahlreichen Gäste. Zur Eröffnung war am Morgen auch Juliette Bart aus Paris angereist, die ebenfalls einige Bilder zur Herbstausstellung bereitgestellt hatte. Auch wenn ihre Werke nicht explizit im Zusammenhang mit dem Jakobskampf standen, so passten sie dennoch zur Ausstellung, denn Juliette Bart versucht das Leben in Bilder zu transformieren.

Die gesamte Ausstellung war ein Erlebnis, und für die Anwesenden absolut sehenswert.

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