Heinz Becker schwätzt wieder

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Absichtsvolles Verhaspeln und unverwechselbare Mimik sind die Markenzeichen des Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker.

Eschweiler. „Vita. Chronik eines Stillstandes“ heißt das Programm von Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker, das er am Mittwoch, 1. Juni, 20 Uhr, auf die Talbahnhofbühne bringt.

Ein Titel, der alles oder nichts bedeuten kann. Eines jedoch mit Sicherheit: Dichte 120 Minuten Ein-Mann-Theater mit Spannung und Spaß durch das Spiel mit dem Widerspruch in sich, verspricht der Veranstalter. Ein Phänomen, das der Kabarettist seit 35 Jahren mit seiner Kunstfigur Heinz Becker kultiviert. Er schuf diesen Typus eines Kleinbürgers, der in beredter Ungewissheit grotesk authentisch, abstoßend und anziehend zugleich wirkt.

Schwätzend seziert er Episoden seines Alltags und zieht abstruseste Vergleiche zum Weltgeschehen; das Publikum dabei ins Vertrauen ziehend, köstlich amüsierend und dann unvermittelt in peinliche Beklemmung stürzend.

Reißen doch die gezielt gesetzt überspitzten Statements an die gefährlichen Abgründe einer Spießerseele. An diesem Punkt treffen gesellschaftskritische Anstöße den Nerv, und entlarven – auch die eigenen – gefährlichen Bewertungen im Zerrspiegel der Satire. Dies zeigt ein Geheimnis Dudenhöffers Kunst, im Spannungsfeld zwischen angenehmer Warmdusche und spontanem Kaltwasserguss, zwischen Nähe und Distanz, zwischen Borniertheit und Zeitgeschehen eine Einheit zu schaffen.

Dudenhöffers Schauspiel schwebt über dem Text. Unverwechselbar in Mimik und Gestik, gelingen seine Botschaften in Auslassungen und Andeutungen, in absichtsvollem Verhaspeln. Auch die die Figur prägende saarländische Mundart gilt als Alleinstellungsmerkmal und als Kunstgriff. In der Kombination seiner darstellerischen Mittel repräsentiert Gerd Dudenhöffer eine Größe in der Szene deutschen Kabaretts und garantiert großes Theater.

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