Heinrich-Heine-Straße: Weiterer Schock für die Mieter

Von: se
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Das Gas wurde bereits Anfang März abgedreht. Nun haben die Mieter in den Immobilien an der Heinrich-Heine-Straße und am Broicher Pfad in Dürwiß Angst, dass auch das Wasser abgestellt wird. Foto: Sonja Essers

Eschweiler-Dürwiß. Seit Oktober 2013 durchlaufen einige Mieter an der Heinrich-Heine-Straße und am Broicher Pfad in Dürwiß eine wahre Odyssee. „Die Lage spitzt sich immer mehr zu“, ist sich Lutz Mauritz sicher und sein Nachbar, der anonym bleiben möchte, ergänzt: „Wir haben nur noch schlaflose Nächte. Wie soll das hier nur weitergehen?“

Doch was ist eigentlich passiert? Der niederländische Eigentümer der drei Häuser – dazu zählen die Immobilien Heinrich-Heine-Straße 10 und 10a sowie Broicher Pfad 15 – sitzt mittlerweile seit rund anderthalb Jahren im Gefängnis. Der Grund: Er soll mehrere Millionen veruntreut haben.

Er besitzt jedoch nicht nur Immobilien in Dürwiß, sondern auch Objekte in Kinzweiler, Aachen, Bad Münstereifel und in Sindorf bei Kerpen. Um diese kümmerte sich zunächst ein Hausverwalter. Der kassierte von den Mietern Gelder, um davon Strom, Gas und Wasser zu zahlen. Dieser Aufgabe kam er allerdings nicht nach.

Stattdessen machte sich der Hausverwalter mit den Geldern aus dem Staub. Zurück blieben verzweifelte Mieter, die auf sich allein gestellt waren. In Dürwiß übernahm Lutz Mauritz kurzerhand die Organisation und sorgte dafür, dass Strom, Wasser und Gas auch im Winter gesichert waren. Im Dezember klärte ihn ein Gericht allerdings darüber auf, dass er diese Aufgabe nicht weiter ausüben dürfe.

Eine Entscheidung, die sich schnell rächen sollte. Seit März leben die 17 betroffenen Personen –darunter auch Senioren und Kinder – ohne Gas. Nach der Sperrung Anfang März wurde am vergangenen Freitag der Gaszähler komplett abmontiert.

Schock folgt schneller als gedacht

Mauritz und sein Nachbar versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, aber nicht jeder Mieter hat diese Einstellung. Acht Wohnungen stehen bereits leer. Doch Ausziehen ist für die beiden Inde­städter keine Option. „Wenn man nichts mehr tut, dann hat man direkt verloren“, zeigen sie sich kämpferisch. Der nächste Schock folgte allerdings schneller als gedacht. Im Mai erhielten die Mieter Post vom neuen Hausverwalter.

Der war jedoch nicht unbekannt, sondern ein alter Bekannter: Unter einem neuen Firmennamen forderte nun jener Verwalter Geld, der sich im vergangenen Jahr mit den Ersparnissen der Mieter aus dem Staub gemacht hatte. „Dem sollen wir noch mal trauen? Auf keinen Fall“, sind sich Mauritz und sein Nachbar sicher und schalteten einen Anwalt ein.

Bald kein Wasser mehr?

Doch es gibt erneut ein Problem. Die Mieter, die hoffen, dass die Verwaltung ihnen helfen kann, haben beschlossen, dem Hausverwalter kein Geld zu überweisen. Der wiederum zahlt seit Mai keine Wasserrechnung mehr. „Es ist eine Frage der Zeit, bis die uns das Wasser abdrehen“, meint Mauritz. Sein Nachbar ergänzt: „Dann kommen wir in eine Notunterkunft. Wer will das schon?“

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