Heime kramen Dokumente raus, wenn der Pflege-TÜV klingelt

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Ein Pluspunkt im Therapieangebot des SBZ: Die tiergestützte Betreuung. Hier Hund Rocky mit Alltagsbegleiterin Dagmar Burczyk (links) bei der 86-jährigen Bewohnerin Ella Scheuvens. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Alle stationären wie ambulanten Pflegedienste und -einrichtungen landauf und landab werden momentan geprüft und bewertet: der sogenannte Pflege-TÜV. 22.000 sind das bundesweit. Auch an der Inde sieht man dem Prozedere gespannt entgegen.

Mit dem ambulanten Pflegedienst am St.-Antonius-Hospital wurde erst eine Einrichtung abschließend bewertet und die Ergebnisse veröffentlicht. „Wir erwarten eigentlich, dass sie jeden Tag zu uns ins Haus kommen”, sieht Bernhard Müller derweil das Senioren- und Betreuungszentrum der Städteregion (SBZ) gut vorbereitet. Das noch von der großen Koalition verabschiedete Kernstück der Pflegereform gerät aber mehr und mehr in die Kritik.

Zahlreiche Einrichtungen, die schlecht bewertet wurden, haben gegen die Veröffentlichung der Ergebnisse geklagt - und teilweise recht bekommen. Bernhard Müller und SBZ-Pflegedirektor Peter Gaida sehen dem ganzen Prozedere aber recht gelassen entgegen. Kritik gibt es aber auch von ihnen an einigen Punkten im Bewertungskatalog.

Gaida meint: „Es ist sehr schwierig, die Pflegequalität in Noten auszudrücken und dementsprechend die richtige Einrichtung zu finden.” Der Pflegedienstleiter rät daher, nicht nur auf die sogenannten Transparenzberichte des Pflege-TÜV zu setzen. Mund-zu-Mund-Propaganda, die einem Haus einen guten Ruf nachsagt und natürlich die fachliche Meinung des Hausarztes sollten mit in die Entscheidung einfließen, für welches Altenheim bzw. für welchen Pflegedienst man sich entscheidet.

Unbestritten ist jedoch die Dokumentationsflut, die das Personal im Pflegebereich zu überschwemmen droht. 20 bis 30 Prozent, schätzt Peter Gaida, nehme die Dokumentation der Arbeit im Alltag ein. „Das Aufstöhnen ist da schon groß”, ist sich Bernhard Müller über die hohen Anforderungen bewusst. Aber gerade hier kann man beim Pflege-TÜV punkten. Denn für den prüfenden Medizinischen Dienst gilt die (im Pflegealltag nicht immer ganz sinnige) Regel: Das, was nicht dokumentiert ist, wurde auch nicht gemacht.
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