Eschweiler - Heidi Friedrich probt schon einmal die Blütezeit des Lebens

Heidi Friedrich probt schon einmal die Blütezeit des Lebens

Von: mic
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Heidi Friedrich als Tiernärri
Heidi Friedrich als Tiernärrin, die mit „Liebelein” beim Veterinär auf die Botoxspritze für den süßen Kleinen wartet.

Eschweiler. „Frühreif” heißt das Programm, mit dem die Kabarettistin Heidi Friedrich am Freitagabend im Talbahnhof gastierte. Knapp 50 Besucher erlebten einen humorvollen Abend, an dem sie wertvolle Tipps für den ganz normalen Wahnsinn des Alltags erhielten.

Dass eine Bambergerin im rheinischen Slang daherkommt und sich im „Dat” und „Wat” sicher bewegt, ist nicht unbedingt zu erwarten. Die Erklärung bietet ein kurzer Blick in die Vergangenheit, in der es das rheinische Mädchen nach dem Studium der Sportpädagogik in Köln an die Sommerschule für Theater und Straßentheater in Graz führte; dem folgten weitere Stationen in Österreich. 1992 zog es sie dann nach Bamberg, wo sie seitdem lebt.

Ihren rheinischen Ursprung kann (und würde) sie nie verleugnen, der doch mit die Quelle ihres mit Pointen gespickten Humors ist. Sie verzichtet auf geschmacklose Tiefschläge und Plattitüden, und was wie Comedy daherkommt, ist auch komisch, aber nicht billig. Um dem Ganzen etwas lokale Färbung zu geben, verlegte Heidi Friedrich am Freitag einige der Handlungen aus ihrem Programm kurzerhand in die Eschweiler Ecke: nach Scherpenseel oder Hamich. „Frühreif” zeigt, wie man bereits in der Blüte seines Lebens die Vorzüge des Rentnerdaseins genießen kann, nach dem Motto: Seniorenpass-Fälschen lohnt sich.

Schließlich locken viele Vergünstigungen. Um auf das Ältersein gut vorbereitet zu sein, demonstrierte sie ihrem Publikum den Umgang mit dem Sportgerät schlechthin, dem Rollator, und zeigte, wie man damit locker die „Schwarze Piste für Senioren” bewältigt: die Rolltreppe. Zum Wohlgefühl im Alter gehören natürlich ebenso ein gewisser Lifestyle und die entsprechenden Getränke. Heidi Friedrich empfiehlt hier Wodka-Biovital oder Cola-Klosterfrau.

Extraordinäre Menükarte

In ihrem Programm, zu dem auch Tanz- und Gesangseinlagen gehören, blickt sie in die Welt der Überkandidelten und Unterbelichteten. Sie spielt die tumbe Mutter in einer deutschen Durchschnittswohnung, in der es von Kevins, Mandys und Justins nur so wimmelt, tranchiert die affige Sprache extraordinärer Menükarten ebenso wie die jener Immobilienanzeigen, die einem selbst Gräber schmackhaft machen wollen: als „Zukunftsimmobilie für Best Agers”. Viele Lacher erntete Heidi Friedrich auch für ihren Ausflug in die Welt von Facebook, in der man auf einen Schlag mehr „Freunde” gewinnen kann als im gesamten Leben zuvor. Gut, dass man die mit einem Tastendruck auch ganz schnell wieder los ist.
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