Haydns außergewöhnliches Streichquartett im Töpfereimuseum

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Eschweiler/Langerwehe. Sieben Sonaten mit einer Einleitung und am Schluss ein Erdbeben. Eines von Haydns ungewöhnlicheren Werken für Streichquartett, die „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ wird das Aaron-Quartett Köln bei den „Tonspuren“ am 16. September, um 20 Uhr im Töpfereimuseum Langerwehe aufführen.

Ursprünglich als Auftragswerk für den Domherren von Cadiz als Orchesterstück komponiert, ist die Streichquartettfassung von Haydn nochmals kondensiert und intensiviert. Haydn selbst erklärte dieses Werk später zu einem seiner schwierigsten, aber gelungensten. „Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phantasie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, welche im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesprochenen Wortes lagen.“ Das Aaron-Quartett greift die ursprüngliche Idee aus der Entstehung des Werkes auf und löst es gleichzeitig aus seiner streng religiösen Ausrichtung:

Gesprochene Lyrik erzeugt eine Gefühlswelt, korrespondierend mit den Bildern, die die Musik im Zuhörer erzeugen mag.

„Himmel un Ääd“

Das „Aaron Quartett Köln“ sind: Adrian Bleyer, Martin Ehrhardt, Florian Schulte und Leonhard Bartussek (als Gast).

Schon die barocken Theoretiker sprechen von zwei entgegengesetzten musikalischen Bewegungen. Für einen zweigeteilten Takt charakterisieren sie die Richtung der ersten Zählzeit mit „in terram“, die der zweiten mit „in ariam“ – also zur Erde und in die Luft. Der Kölner nennt dieses Prinzip der Einfachheit halber „Himmel un Ääd“... Die vier Musiker des Aaron Quartett Köln haben seit 2002 einen Ton kultiviert, der einerseits eine himmlische Versonnenheit, andererseits aber auch einen erdigen Klang mit Ecken und Kanten zulässt.

Die Tonspuren, eine in der Region einzigartige Kammermusikreihe der „Alten Musik“, finden an jedem dritten Montag im Monat im Saal des Langerweher Töpfereimuseums statt. Die Reihe wird vom Förderkreis des Töpfereimuseums veranstaltet. Nähere Informationen zum Programm finden sich unter www. toepfereimuseum.de. Karten zum Preis von je 12 Euro können unter Telefon 02423-4446 vorbestellt werden. Einlass ist ab 19.30 Uhr.

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