Hauptschüler erkunden das Berufsfeld Gastronomie

Von: lbe
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Gar nicht so einfach: Ein Tisch will perfekt gedeckt sein, und das erfordert einiges an Kenntnissen und Geschick.

Eschweiler. Was will ich später einmal werden? Diese Frage stellen sich Schüler der Klassen 7 bis 9 im Regelfall eher selten. Und genau das sei das Problem. Konrektor der Hauptschule Stadtmitte, Wilhelm Fell und Berufswahlkoordinatorin und Lehrerin Jutta Fessler wollten genau diese Einstellung vieler Schüler ändern.

Hauptziel des seit vier Jahren erfolgreich laufenden Programms sei, dass die Schüler „ausbildungsreif” von der Schule gehen und im besten Fall schnell eine Stelle finden. Dafür wird einiges unternommen. Die Hauptschule pflegt Kontakte zu verschiedenen Firmen, Betrieben, Banken, Beratungsstellen und Werkstätten in Eschweiler und der näheren Umgebung.

Um einen Einblick in den Beruf des „Gastronomen” zu erhalten, kochten die 15 Schüler gemeinsam mit Frank Lersch in seinem Restaurant „Essperiment.” Es gab Schnitzel mit Bratkartoffeln und Zwiebeln. Doch wie wird eigentlich das frische Fleisch paniert? Oder wie schneide ich eine Zwiebel richtig? Fragen, die sich sonst wahrscheinlich niemand in diesem Alter stellen würde.

Die Neuntklässler hingegen hören aufmerksam zu und helfen fleißig mit. Ebenso lernen sie die Arbeiten hinter der Theke oder das Eindecken des Tisches kennen. Zwischen Messer und Gabel dürfe nicht einmal eine Kreditkarte passen und auch die Servietten müssen exakt gefaltet werden. „Das ist gar nicht so leicht”, stellen die Schüler fest.

In weiteren Seminaren außerhalb der Schule üben die Schüler vor der Kamera Vorstellungsgespräche und Telefonbewerbungen. Sie absolvieren im Laufe ihrer Schulzeit einen handwerklich-motorischen Eignungstest, HAMET genannt, und verschiedene Praktika. Doch immer wieder gehen Schüler gemeinsam mit Lehrern in die Unternehmen selbst und verbringen dort einen Tag, um genau zu sehen, was dort auf sie zukommen könnte.

Zuverlässigkeit und Fleiß

Die Schüler haben so schon früh die Möglichkeit, ihre Neigungen zu erkennen oder Interesse an einem bestimmten Beruf zu wecken. Aber auch die Erkenntnis, etwas ausschließen zu können, kann schon sehr hilfreich sein. Es gebe über 300 Ausbildungsberufe, doch die meisten kennen vielleicht zehn.

Die Schüler sollen sich ganz klar „Gedanken über ihre Zukunft machen”, so Jutta Fessler. Dieser individuelle Berufsorientierungsprozess und dessen Ergebnisse werden im sogenannten „Berufswahlpass” dokumentiert. Er enthält Nachweise und Zertifikate der Jugendlichen und zeigt den persönlichen Entwicklungsprozess. Neben guten Schulnoten gehören nun einmal auch andere Qualifikationen dazu, auf die Arbeitgeber Wert legen.

Pünktlichkeit, Fleiß und Zuverlässigkeit stehen hier an erster Stelle. So werde das, was die Lehrer tagein-tagaus predigen, realistisch in die Praxis umgesetzt, betont Konrektor Fell.
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