Eschweiler - „Hatte ich mal einen Doktortitel?“: „Knacki“ Deuser im Talbahnhof

„Hatte ich mal einen Doktortitel?“: „Knacki“ Deuser im Talbahnhof

Von: abd
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Begeisterte die Gäste im Kulturzentrum Talbahnhof: Kabarettist und „Nightwash“-Moderator Knacki Deuser.

Eschweiler. Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser – der Name ist nicht unbekannt in der Indestadt. Schon vor drei Jahren begeisterte der beliebte Kabarettist, der sich als Erfinder der Show „Nightwash“ einen Namen machte, das Publikum im Kulturzentrum Talbahnhof.

Kürzlich war er wieder dort und begrüßte mit dem Satz: „Ich freue mich, dass ich hier sein muss, in diesem Hexenkessel, auf der wahren Insel des Spaßes.“ Sich selbst sieht Knacki als Dienstleister, immer in der Sorge, den Kunden nicht mit sich zu reißen.

Beim Thema Kundenorientierung werden Freundlichkeit und Service ohnehin überbewertet, viel wichtiger ist die Frage „Wer ist schuld?“. Aber das Eintrittsgeld für unzufriedene Gäste gab es am Freitag nicht zurück, das war auch gar nicht nötig bei einem überaus gelungenen Auftritt.

Der Kabarettist springt von Thema zu Thema. Zwischendurch noch ein flacher Witz: Wie heißt ein Spanier ohne Auto? – Carlos. „Natürlich sind Witze unlogisch“, erzählt Knacki, „sonst wären sie nicht witzig.“ Sie leben von dem Überraschungsmoment, eine Vorgeschichte mit einer Lösung auf die keiner kommt. Auch Pferdewitze sind immer noch hoch im Kurs, vom Wendy-Burger bei Mc Donalds bis zur Lasagne als Derby-Sieger.

Politik ist bei „Knacki“ ein ganz großes Thema. Zuletzt wurden die Politiker wieder panisch. „Hatte ich mal einen Doktortitel? Wenn ja, wo ist die Quittung?“ Die Kanzlerin hingegen scheint nur noch zu lächeln – zumindest wenn sie auf dem Kopf steht. Die Idee der Abwrackprämie fand Deuser übrigens super, allerdings fragte er sich, warum der Sack nicht direkt zugemacht wurde: als Fortsetzung hätte man das Rentenproblem auch noch aus der Welt schaffen können.

Die CD-Produktion in der Schweiz ist dank der deutschen Politiker besonders gewinnbringend: bald kommt die Best Of-Platte: die beliebtesten Steuersünder – mit Sonder-Track von Uli Hoeneß.

In seinem Programm stellte Deuser sich auch selbst vor. So bewies er gleich mehrmals seine Liebe zur Heimatstadt Köln. Auch seine Angst vor Politessen blieb hier kein Geheimnis – sie sind die Trümmerfrauen der Krise. Blitzer-Fotos bezahlen die Kölner ohne Murren, auf den teuren Fotos ist immer der Dom zu sehen.

Außerdem einzigartig in Köln sind die U-Bahn-Bauer. Aus dem Stadtarchiv wurde ein Informationsloch. Knacki‘s Tipp: Stuttgart 21 wäre so um einiges günstiger realisierbar. In weiteren Geschichten beschreibt Deuser die Mentalität der Amerikaner und wie er sie erlebt.

Da seine Frau aus den USA stammt, hat er eine ganz besondere Beziehung zu der amerikanischen Kultur. Ein unumstrittener Höhepunkt des Programms waren Knacki Deusers Tanzeinlagen: vom peinlichen Vater auf der Discotanzfläche bis zum Sambatänzer. Das Publikum der Indestadt war zu Recht begeistert. Knacki erntete zahlreichen Applaus nach seinem 90-minütigen Programm. Und er versprach einen weiteren Besuch an: mit seinem neuen Programm „Nicht jammern, klatschen!“

 

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