Hastenrath: Wir-Gefühl hat durch den Wettbewerb gewonnen

Von: Silvia Kurth
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Die Landwirtschaft hat ihren festen Platz in Hastenrath: Auch damit punktete das Dorf. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Es ist viel mehr als eine Bronzeplakette, was für Hastenrath-Scherpenseel vom Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” bleibt: eine starke Gemeinschaft. Als Umweltminister Eckhard Uhlenberg am Sonntag beim Bauernmarkt in Ostinghausen, Bad Sassendorf, die Preisträger bekanntgab, war auch eine kleine Delegation aus Hastenrath dabei.

Sechs Goldmedaillen, 27 Silber- und 26 Bronzemedaillen wurden im Dorfwettbewerb vergeben, an dem sich diesmal 1044 Dörfer aus ganz Nordrhein-Westfalen beteiligt hatten. 26 Dörfer aus dem Rheinland und 33 Dörfer aus Westfalen hatten sich für die Endrunde qualifiziert.

Längst sind die Ansprüche des Wettbewerbs über das Profil seines Vorläufers „Unser Dorf soll schöner werden” hinaus gewachsen. Mehr denn je ist bürgerschaftliches Engagement gefragt, und da haben die Hastenrather Vorbildliches auf die Beine gestellt.

Besonders freut Helga Grimmer, die Sprecherin des Hastenrather Arbeitskreises, daher neben der Bronzemedaille auch ein mit 500 Euro dotierter Sonderpreis des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes für die gute Pflege von Hofanlagen landwirtschaftlicher Betriebe und für das gute Mitein ander von Landwirtschaft und Dorfbevölkerung.

„Das Wichtigste war der Anstoß, den Arbeitskreis zu gründen”, zieht Helga Grimmer Bilanz. Und diesen Anstoß gab die Entscheidung, sich am Kreiswettbewerb im vergangenen Jahr zu beteiligen. Die „aktive und engagierte” Dorfgemeinschaft hatte 2008 auf Kreisebene überzeugt, als Hastenrath neben Einruhr als Sieger aus dem Wettbewerb hervorging. „Der Arbeitskreis bleibt auch bestehen, und wir werden für unser Dorf weiter arbeiten”, sagt Helga Grimmer. Mindestens einmal im Monat treffen sich die Mitglieder.

„Das Zusammengehörigkeitsgefühl”, das die Hastenrather entwickelt haben, ist auch für Bürgermeister Rudi Bertram das A und O - mehr als Bebauungspläne oder Straßensanierungen. „Das Wichtigste ist der Zusammenhalt, und das konnte man dort merken”, zeigt sich Bertram immer noch von dem beeindruckt, was er beim Besuch der Bewertungskommission im August erlebt hat. Natürlich seien andere Orte wie das Siegerdorf Waldfeucht von ihrer Struktur her weiter, „aber die Hastenrather haben herausgeholt, was sie konnten, und sie sind enger zusammengerückt.”

Davon kann auch Helga Grimmer berichten: „Die Resonanz auf unsere Aktivitäten ist unheimlich groß.” Zu den erfolgreichen Projekten gehört die Wanderfibel, die der Arbeitskreis herausgegeben hat „und die super ankommt”. Zurzeit arbeiten die rührigen Hastenrather an einer Broschüre „Unser Dorf stellt sich vor”, in dem Alt- und Neubürger alle wissenswerten Informationen kompakt in die Hand bekommen. „Wir sind auch dabei, in Zusammenarbeit mit der Stadt Bänke aufzustellen.”

Und noch ein Projekt liegt den Hastenrathern am Herzen: Sie wünschen sich eine „Geburtswiese”. Ähnlich wie bei den „Hochzeitsbäumen”, die die Stadt Brautpaare pflanzen lässt, sollen dort Bäume für neue Erdenbürger gepflanzt werden. „Wir sind noch auf der Suche nach einem Stück Land. Es müsste eine schöne Wiese sein.” Wer damit dienen kann, wird gebeten, sich mit Helga Grimmer (02464-972455) in Verbindung zu setzen.

Noch eine Frage des Geldes ist ein weiteres Projekt. Die vielen kleinen Gassen mit den althergebrachten Namen sollen Schilder erhalten, und später soll in einer Broschüre die Bedeutung der Bezeichnungen, die nur noch wenige kennen, erklärt werden. Vielleicht reicht das Preisgeld ja dafür, das am 28. November in Waldfeucht bei der Abschlussveranstaltung des Dorfwettbewerbs übergeben wird.
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