Eschweiler - Harte Worte über eine harte Zeit: Erinnerungen für den Enkel

Harte Worte über eine harte Zeit: Erinnerungen für den Enkel

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Kriegsschäden gehörten zum Stadtbild in den 50er Jahren: Hier die Ecke Grabenstraße/Marienstraße.

Eschweiler. Der Titel ist Programm: „Die harten Jahre: traumatische Kindheit” hat Günter Mommertz sein erstes Buch genannt, in dem er von seiner eigenen Jugendzeit schreibt. Wer die ersten Seiten liest, erkennt schnell, dass hier jemand seinen über Jahre angestauten Frust entladen hat.

Mit drastischen Worten schildert er seinen Alltag als „Straßenjunge” nach dem Krieg und gewährt manchmal Einsichten in sein Seelenleben, die nicht jeder erlauben würde. Günter Mommertz nennt seine Schilderungen „die Wahrheit” - letztlich muss jedem Leser klar sein, dass es in diesem autobiographischen Werk eben nur eine Sicht geben kann. Unmissverständlich.

Kurze Anekdoten

Seit August liegt das Werk des 64-jährigen Indestädters in den Buchläden. Seit wenigen Tagen gibt es auch ein ergänzendes Buch mit vielen alten Fotos dazu: „Die harten Jahre in Wort und Bild.”

Darin finden sich neben kurzen Anekdoten viele historische Ansichten der Bachstraße, Judengasse, Mühlenstraße und vom Knickertsberg - Straßenzüge, die nur noch in Geschichtsbüchern auftauchen und der großen Indestraße in den 60er Jahren weichen mussten. Dass aus heutiger Sicht viele schöne Stadthäuser damals unter die Baggerschaufeln kamen, wird mehr als deutlich.

An diesen Orten spielte sich das Leben von Günter Mommertz und vielen anderen Indestädtern ab. Und so wundert es nicht, dass so manches Eschweiler Original auf den Seiten auftaucht: Bild-Billa, Etagen-Jupp und Eisens Karl zum Beispiel.

Garniert werden die Bücher durch Mundart-Passagen, die der Autor selbst „deftig” nennt. Wer das Platt-Deutsche nicht beherrscht, dem liefert Mommertz die Übersetzung gleich hinterher.

Von seinem Enkel animiert, hat Günter Mommertz im vergangenen Jahr begonnen, seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Heraus kamen die bisher veröffentlichten zwei Bücher und ein weiteres Buch, das noch in diesem Jahr erscheinen soll mit dem Titel „Die harten Jahre: Die Tücken des Lebens”.

Was den Leser erwartet, lässt sich schon auf der Rückseite des ersten Buches erahnen: „Die Perspektiven für den kleinen Günter sind alles andere als gut. Seinen Vater interessiert er nicht, sein Stiefvater ist ein Säufer, die Mutter eine Hure. Wie wird das bloß enden?”
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