Eschweiler-Weisweiler - Hannen zieht Hackfleisch aus dem Verkehr

Hannen zieht Hackfleisch aus dem Verkehr

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Was ist denn nun drin im Fleisch? In Eschweiler gab es den ersten Fall in der Städteregion, bei dem Pferdefleisch in einem als Rindfleisch deklarierten Produkt gefunden wurde. Foto: imago/Gerhard Leber

Eschweiler-Weisweiler. Nun hat es also auch die Städteregion erwischt, genauer genommen Weisweiler. Der Gastronomieversorger Hannen ist mit Rinderhackfleischgranulat beliefert worden, in dem pferdespezifische DNA festgestellt worden ist. Dies geht aus einer entsprechenden Schnellwarnmeldung an die Städteregion Aachen hervor.

Der Ursprung des Fleisches stammt von einem polnischen Fleischerzeuger, es ist offenbar von Polen über Dänemark nach Deutschland geliefert worden. Wo genau das Pferdefleisch eingemischt wurde, ist noch nicht bekannt. Die Eschweiler Firma hat mit einer eigenen Rückrufaktion, die am Montag abgeschlossen wurde, die noch verfügbaren Restmengen des betroffenen Granulats zurückgeholt, wie die Städteregion mitteilt. Um 350 Kilogramm handelt es sich dabei nach Angaben der Firma Hannen. Welche Menge des Granulats an die Kunden weitergegeben wurde, ließ sich am Dienstag nicht klären.

„Kriminelle Machenschaften“

Bei Granulat handelt es sich um gegartes und tiefgekühltes Hackfleisch für die Weiterverarbeitung. Bereits als erste Meldungen von falsch deklariertem Fleisch in den Medien die Runde machten, habe die Firma Hannen Maßnahmen ergriffen, erklärt Geschäftsführer Markus Müller. „Wir haben schnellstmöglich reagiert. Wir haben alle 40 Lieferanten angeschrieben. Von allen haben wir Unbedenklichkeitsbescheinigungen erhalten“, sagt Müller. Er ärgert sich natürlich über diese „kriminellen Machenschaften“ und hofft, dass nicht noch weitere Produkte betroffen sind. „Das ist Etikettenschwindel“, schimpft er.

Als nun doch bekannt wurde, dass offensichtlich Pferdefleisch eingemischt wurde, wurden die Kunden angeschrieben, die mit dem Produkt beliefert worden waren. „Wir haben das Fleisch überall eingesammelt“, sagt Müller. Zudem wurden die gelagerten Waren gesperrt. Die Lebensmittelüberwachung machte sich vorigen Freitag ein Bild von der Situation in Eschweiler.

Der Hinweis auf falsch deklariertes Pferdefleisch kam vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV). Das Veterinäramt der Städteregion Aachen hat nach der entsprechenden Information, die beim LANUV durch das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel („Rapid Alert System for Food and Feed“, RASFF) erfolgte, beim betroffenen und bei vergleichbaren Betrieben in der Städteregion Proben entnommen. Dr. Peter Heyde, Leiter des städteregionalen Veterinäramtes: „Der Entwurf der Schnellwarnmeldung mit den Lieferlisten der in NRW betroffenen Betriebe wurde vom LANUV an uns weitergegeben, da ein Betrieb in der Städteregion betroffen ist.“

350 Kilogramm wurden zurückgerufen. Für einen Großhändler ein vergleichsweise geringer Anteil. Dennoch ist es natürlich ärgerlich. „Wenn ich Rind bestelle, will ich kein Pferd haben“, sagt Müller. Auf den Lieferanten habe man sich verlassen. Er sei nach höchstem Standard zertifiziert und habe der Firma Hannen gegenüber nun die Verantwortung an einen anderen Lieferanten weitergegeben. Wo das Pferdefleisch untergemischt wurde, ist wie geschrieben noch nicht geklärt. Ob und wie viel Pferdefleisch bereits zuvor untergemischt wurden, lässt sich zum jetzigen ebenfalls Zeitpunkt nicht sagen. Von diesem Lieferanten bezieht Hannen bereits länger Fleischprodukte.

Die Proben sind bereits dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) überbracht worden. „Das Fleisch ist nicht gesundheitsgefährdend, aber falsch deklariert. Leider haben wir in dem entsprechenden Rinderhackfleischgranulat Spuren von Pferdefleisch feststellen müssen“, so Dr. Heyde weiter.

Mit dem betroffenen Fleisch sind Großküchen in der Region versorgt worden. Es handelt sich um die erste Schnellwarnmeldung von Pferdefleisch in anders deklarierten Fleischprodukten in der Städteregion Aachen.

Eine mögliche Konsequenz sei die Ausweitung der Pflichttests, sagt Markus Müller. Auf Spuren von Pferdefleisch sei bislang nicht getestet worden. Vielleicht ändert sich das nun.

Ob es etwas nützt ist die Frage. Häufig sind Kriminelle einen Schritt voraus.

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