Handy weg und „Rush Hour“ vermeiden

Von: tim
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Es gab viele Informationen für die Teilnehmer an der Informationsveranstaltung: unter anderem, dass über eine Ausweitung des Handyverbots am Steuer nachgedacht wird. Foto: Imago/Reporters
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Willi Grümmer von der Aachener Verkehrswacht informierte Verkehrsteilnehmer ab 50 Jahren zu Neuerungen im Straßenverkehr und beantwortete ihre Fragen. Foto: Timo Müller

Eschweiler-Dürwiß. Das große Verkehrsaufkommen auf den Straßen, sowie neue Techniken und Gesetzesänderungen, die den Straßenverkehr betreffen, verunsichern viele ältere Menschen. Um dem entgegenzuwirken, bietet die Aachener Verkehrswacht kostenlose Informationsveranstaltung für aktive Verkehrsteilnehmer ab 50 Jahren an, egal ob sie als Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Straßen unterwegs sind.

So begrüßte der Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Dürwiß, Leonhard Rath, am Mittwoch Willi Grümmer von der Verkehrswacht Aachen in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt an der Nagelschmiedtstraße, in der sich Besucher zu einer gemütlichen Gesprächsrunde zum Thema „sicher mobil“ eingefunden hatten. Grümmer, der 45 Jahre lang als Fahrlehrer tätig war, informierte die Teilnehmer zunächst einmal über die wichtigsten gesetzlichen Neuerungen, die seit Jahresanfang gelten.

So müssen Radfahrer seit dem 1. Januar nun die Ampeln für Autofahrer beachten, falls keine gesonderten Lichtzeichen für Zweiradfahrer vorhanden sind. Bisher galten für Radler nämlich die Fußgängerampeln, da sie verkehrstechnisch bisher auch als Fußgänger eingeordnet wurden. Mit dem Beginn des neuen Jahres gelten sie jedoch nun als Fahrzeuge.

Bei Missachtung droht Radfahrern nun ein Bußgeld von 60 Euro, geschieht in der Folge gar ein Unfall werden 180 Euro fällig. Aber auch andere Änderungen im Regelwerk, von denen bisher noch nicht bekannt ist, ab wann sie gelten werden, kommen auf die Verkehrsteilnehmer zu.

Aufsichtspersonen mit Rad sollen Kinder mit Fahrrädern so künftig auch auf dem Gehweg begleiten dürfen. Bisher müssen sie noch auf der Straße neben ihnen herfahren. Das ist besonders problematisch, wenn auf der rechten Fahrbahnseite Autos geparkt stehen, da so das Sichtfeld auf das Kind eingeschränkt ist, und auch ein schnelles Eingreifen durch den Erwachsenen im Notfall geradezu unmöglich ist, weiß Grümmer.

Doch auch für Autofahrer gibt es bald einige neue Regelungen zu beachten. So ist vorgesehen, dass die Rettungsgasse in Zukunft immer zwischen dem äußersten linken, und dem daneben liegenden Fahrstreifen gebildet wird. Diese Änderung betrifft vor allem Autobahnen mit vier oder mehr Spuren.

In der Diskussion steht dazu eine Ausweitung des Handyverbotes am Steuer auf weitere Geräte wie Tablets. Diese sorgen im Straßenverkehr regelmäßig für gefährliche Ablenkung bei Fahrzeugführern. So legt ein Autofahrer, der mit 100 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, fast 30 Meter in der Sekunde zurück, rechnet Grümmer vor. Ist ein Fahrer auch nur für zwei Sekunden abgelenkt, fährt er somit knapp 60 Meter blind.

„Alles was vom Fahren ablenkt, ist und bleibt gefährlich“, so der Experte der Verkehrswacht, der auch noch einige allgemeine Tipps für die Senioren hatte. „Man muss nicht unbedingt morgens um acht Uhr im Berufsverkehr zum Supermarkt fahren“, so Grümmer. Denn gerade das hohe Verkehrsaufkommen zur „Rush Hour“ überfordert viele ältere Menschen.

Die 15 Teilnehmer nahmen die Informationen gerne auf und stellten dem Verkehrsexperten auch einige Fragen. So wollte ein Teilnehmer wissen, wie hoch genau die Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Zonen, im Volksmund auch „Spielstraßen“ genannt, sei. Die Antwort darauf ist ein wenig verzwickt, da die Geschwindigkeit hier nicht genau im Gesetzestext definiert ist. So liegt sie nach unterschiedlichen Ansichten verschiedener Oberlandesgerichte zwischen vier und 15 Kilometern pro Stunde.

Weitere Themen in der gemütlichen Gesprächsrunde waren dazu die Gültigkeit älterer Führerscheine und die genauen Verkehrsregeln beim Befahren von Kreisverkehren.

Die nächste kostenlose Informationsveranstaltung für aktive Verkehrsteilnehmer ab 50 Jahren findet am Mittwoch, 5. April, in der Awo-Begegnungsstätte, Nagelschmiedstraße 41-45, um 15 Uhr statt. Dazu bietet Willi Grümmer eine kostenpflichtige Fahrstunde für Senioren an, bei der der Verkehrsexperte die Fahrweise der älteren Menschen analysiert, und hilfreiche Tipps gibt, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Wer Interesse an der Fahrstunde hat, die im Fahrzeug des Teilnehmers stattfindet, kann sich bei Willi Grümmer telefonisch unter Telefon 0172/2090468, oder per E-Mail an w.gr@gmx.de melden.

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