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Halde Nierchen: Windpark-Pläne vor endgültigem Aus

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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ARCHIV - Das nach Angaben des Energieversorgungs- Unternehmens "JUWI" größte Onshore-Windrad in Europa, aufgenommen am 04.04.2012 in der Nähe von Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz). Foto: Fredrik von Erichsen/dpa (zu lrs "Nach Bruch an Windrad - Keine Mängel bei anderen Anlagen des Typs" vom 08.01.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Eschweiler. Der Showdown naht: Am Donnerstag entscheiden die Kommunalpolitiker im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss darüber, ob die Repowering-Pläne für die Halde Nierchen begraben werden. Die Nachbargemeinde Langerwehe hat bereits einen Beschluss gefasst und die Pläne der Energiekontor AG abgelehnt.

Jetzt liegt der Ball bei den Eschweiler Kommunalpolitikern, die eigentlich schon im Dezember abstimmen wollten, bis die Eschweiler Grünen die Nachricht verbreiteten, dass das Bremer Energieunternehmen alternative Vorschläge vorbereitet haben soll. Der Beschluss wurde vertagt, die Alternativen liegen nun vor.

Bisherige Planung verworfen

Mit der Entscheidung in Langerwehe ist die bisherige Planung endgültig vom Tisch, nämlich die aktuell neun Anlagen durch vier deutlich größere zu ersetzen. Am Donnerstag werden zwei Varianten diskutiert, die ein Repowering lediglich auf Eschweiler Stadtgebiet vorsehen. Inzwischen wird nicht mehr über vier, sondern über drei oder zwei deutlich größere Windräder gesprochen.

Das Kuriose: Sollten sich die Eschweiler Kommunalpolitiker für die Variante mit drei Energieanlagen entscheiden, dann würden sämtliche Altanlagen abgebaut, auch die auf Langerweher Gemeindegebiet. Stimmt die Mehrheit für zwei deutlich größere Räder, werden nur die kleineren Anlagen in Eschweiler abgerissen.

Mehr Leistung

Indirekt bestätigt die Energiekontor AG, dass man im Juni des vergangenen Jahres nicht bereit war, die Höhe der Anlagen zu reduzieren. „Bislang waren alternative Varianten mit niedrigeren Windenergieanlagen für das Repowering der Halde Nierchen wirtschaftlich nicht tragbar“, schreibt das Unternehmen.

Seit September gebe es allerdings neue Techniken, die mit einer geringeren Gesamthöhe, aber einem größeren Rotordurchmesser statt 2,5 Megawatt bis zu 3,8 Megawatt Leistung erreichen können. Dadurch wäre eine Verringerung der Anlagenhöhe um 25 Meter zum ursprünglichen Plan möglich.

Aber auch diese Gedanken bleiben im Konjunktiv: Mit dem Wegfall der Fläche auf dem Gemeindegebiet Langerwehe fällt diese Variante aus. Die sich aktuell auf der Halde Nierchen drehenden neun Räder messen eine Gesamthöhe von etwa 87 Metern und müssen in der Nacht nicht gekennzeichnet werden.

Da es schon vor etwa 20 Jahren bei Bau der Anlagen zu Protesten und Klagen gegen den Windpark kam, werden einige Windräder in der Nacht abgeschaltet. Die von Energiekontor geplanten Anlagen sind deutlich höher: Bei einer Nabenhöhe von 110 Metern wird das gesamte Windrad 175 Meter in die Höhe ragen. Die Halde selbst liegt etwa 70 Meter über dem Niveau der umliegenden Ortschaften.

216 Einwände von Bürgern

Die Argumente der Bürger gegen das Repowering bleiben damit im Kern bestehen. Bis Ende Juli des vergangenen Jahres gingen im Eschweiler Rathaus 216 Schreiben mit Einwänden gegen die Pläne ein. In einem Fall war der Brief mit 22 Unterschriften versehen.

Darüber hinaus wurde eine Unterschriftenliste mi 308 Signaturen eingereicht. „Insgesamt richteten sich damit rund 550 Bürger aus Eschweiler und Langerwehe gegen die beabsichtigte Planung, viele sprechen nicht nur für sich, sondern auch für ihre Familie“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Die Gründe des Protests sind unter anderem: die Höhe der geplanten Anlagen, der Schattenwurf, Schall und Infraschall, die optisch bedrängende Wirkung sowie die Wertminderung umliegender Immobilien und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. In der Nähe der Halde befindet sich das denkmalgeschützte Gut Merberich. Anwohner befürchten auch dort „visuelle Auswirkungen“.

Neue Technik soll helfen

Ein Entgegenkommen an die Bürger enthalten die neuen Pläne: „Energiekontor bietet die Ausrüstung einer bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung für den Repowering-Windpark an.“

Dies bedeutet, dass die Markierungslichter erst eingeschaltet werden, wenn sich ein Luftfahrzeug meldet. Das Unternehmen schränkt allerdings ein, dass die Technik teilweise noch nicht zugelassen und kostenintensiv sei.

Stadt lässt alle Alternativen offen

Da die Eschweiler Grünen die Stadtverwaltung im vergangenen Spätherbst harsch kritisiert haben, legt diese nun keinen Beschlussvorschlag vor, sondern lässt alle Alternativen offen. Dies bedeutet, es wird über die beiden Repowering-Varianten mit zwei oder drei höheren Windrädern abgestimmt oder es werden die Pläne abgelehnt.

Dies geschieht, indem man das Verfahren, den Bebauungsplan als Grundlage für das Repowering zu ändern, formell beendet. Aktuell sind nämlich nur Windenergieanlagen mit einer maximalen Höhe von 100 Metern zulässig.

Die Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses beginnt am Donnerstag um 17.30 Uhr im Ratssaal.

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