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Halde Nierchen: Reduzierung bei Anzahl oder Höhe der Windräder

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Der Ist-Zustand: Neun Windräder befinden sich aktuell auf der Halde Nierchen. Die Energiekontor AG plant dort, deutlich größere Anlagen zu errichten. Dies gefällt vielen Anwohnern nicht. Seit einigen Tagen liegt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch. Foto: Günter Paulsen

Eschweiler. Der Puls der Bürger, die sich gegen das Repowering der Halde Nierchen wenden, dürfte bei dieser Nachricht nach oben schnellen: Die Energiekontor AG hat der Stadt Eschweiler zwei Vorschläge zugesandt, auf die zahlreichen Einwände einzugehen.

Im Rathaus liegt nun eine Power-Point-Präsentation vor, die in einem Fall die Reduzierung der Höhe und im anderen Fall eine Reduzierung der Anlagenanzahl als Alternativen zeigt. Die Bilder haben die Fraktionen bereits vor Weihnachten erhalten. Das Repowering, das vor dem Aus stand, ist also keineswegs vom Tisch.

Aktuell stehen neun Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 87 Metern auf der Halde Nierchen. Vier der Anlagen befinden sich in der Gemeinde Langerwehe, fünf auf Eschweiler Stadtgebiet. Bisher lautete der Plan der Energiekontor AG, sie durch vier deutlich höhere, aber auch effizientere Windräder zu ersetzen. Vorgesehen war eine Höhe von 170 Metern, die Nabenhöhe sollte 110 und der Rotordurchmesser 120 Meter betragen. Damit sollen sie eine Leistung von bis zu 2,5 Gigawatt erreichen.

Diese Pläne stießen auf massiven Widerstand. Im Laufe des Verfahrens erreichten fast 500 Einwände die beiden beteiligten Verwaltungen. Auch drei Bürgerversammlung – zwei in Langerwehe, eine in Eschweiler – konnten die Anwohner nicht beschwichtigen, die vor allem die „optische Bedrängung“ als Kritikpunkt nannten.

Nachts abgeschaltet

Die Halde Nierchen selbst liegt etwa 60 bis 70 Meter über dem Niveau der umliegenden Ortschaften. Etwa 500 Meter entfernt liegt das denkmalgeschützte Gut Merberich in Langerwehe. Um die Geräuschentwicklung in der Nacht zu reduzieren, werden die Anlagen jetzt schon abends abgeschaltet. Die blinkenden Markierungen auf den Anlagen sollen so gesteuert werden, das sie nicht ständig leuchten, sondern Sensoren erkennen, wenn sich ein Objekt nähert.

Die jetzt eingereichten Alternativvorschläge sehen energieeffizientere Anlagen vor: Ihr jeweiliger Ertrag soll zwischen 3,2 und 3,8 Gigawatt betragen. Die erste Planung sieht nur noch drei Windräder an der südwestlichen Kante der Halde Nierchen vor, die allerdings eine Gesamthöhe von 172 Metern besitzen sollen. Der zweite Vorschlag zeigt vier 150 Meter hohe Anlagen, die zwar damit etwa 20 Meter unter den bisher geplanten liegen, allerdings immer noch 63 Meter höher sein würden, als die bisherigen. Was beide Vorschläge gemeinsam haben: Der Rotor misst 130 Meter im Durchmesser. Die Nabenhöhe entscheidet über die Gesamthöhe.

Im vergangenen November hat das geplante Repowering im Eschweiler Rathaus für Diskussionen gesorgt. Die Stadtverwaltung hat in ihrer Vorlage vorgeschlagen, die Repowering-Pläne nicht weiter zu verfolgen. Die Eschweiler Grünen warfen daraufhin der Verwaltung vor, die Kommunalpolitiker nicht ausreichend zu informieren, weil es einen Alternativvorschlag gebe. Als Beweis legten sie ein Schreiben des Unternehmens Energiekontor an die Grünen vor. Die beiden Verwaltungen in Langerwehe und Eschweiler bestritten jedoch, diese neuen Pläne zu kennen. „Das letzte Gespräch hat vor den Sommerferien in Langerwehe stattgefunden, in dem konkret gefragt wurde, ob eine Reduzierung der Anlagenzahl oder -höhe denkbar wäre“, sagt der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. Beides sei verneint worden.

Folge der Debatte war, dass die Verwaltungsvorlage in Eschweiler zurückgezogen wurde. Zugleich forderte die Stadtverwaltung mit Frist bis zum 16. Dezember Energiekontor auf, die neuen Pläne vorzulegen. Die Präsentation erreichte das Eschweiler Rathaus genau an diesem Tag um 13.16 Uhr. Zwar fehlen für eine detaillierte Beurteilung Gutachten und andere Details, dennoch soll sie als Grundlage für eine Entscheidung in Eschweiler dienen, ob die Pläne weiterverfolgt werden. Sämtliche Einwände gegen die bisherige Planung liegen bei der Energiekontor AG vor und sollen dort bewertet werden, um auch diese Einschätzungen den Kommunalpolitikern zuzustellen.

In den nächsten Tagen wird die Eschweiler Verwaltung eine Vorlage für den Planungs-, Bau- und Umweltausschuss vorbereiten, der am 9. Februar im Rathaus tagt. Für ein Repowering muss der Bebauungsplan geändert werden, weil die Maximalhöhe von Anlagen auf der Halde Nierchen nach derzeitigem Stand 100 Meter nicht überschreiten darf. Die Vorlage soll einen wertneutralen Beschlussvorschlag enthalten. Dies bedeutet, die Parteivertreter können zwischen dem grundsätzlichen Nein und der Zustimmung, aber auch für eine Fortführung des Verfahrens mit jeweils einer der beiden Alternativen wählen. Damit reagiert die Eschweiler Stadtverwaltung auf den von den Grünen genannten Vorwurf, schon mit den Vorgaben in der Vorlage bewusst eine Ablehnung herbeiführen zu wollen.

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