Guter Teamgeist lässt Strapazen leicht ertragen

Von: Patrick Nowicki
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„Ich liebe den Radsport“: Der 23-jährige Matthias Bertling lobt die Stimmung in der Eschweiler Profimannschaft. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler/Stolberg. In der ganzen Welt unterwegs, in Eschweiler beheimatet – das kann kaum eine andere Mannschaft von sich behaupten. Das Team Quantec-Indeland fühlt sich an der Inde sichtlich wohl. In Stolberg gegründet, finden seit Jahren die Präsentationen der neuen Mannschaft vor der Saison in Eschweiler statt.

Am Freitag präsentierte Teammanager Markus Ganser den 15 Mann umfassenden Kader, der wieder auf den Straßen Europas und darüber hinaus für Furore sorgen will. Große Überraschungen gab es keine, denn hinter der Arbeit des Continental-Teams steckt eine klare Philosophie: „Wir wollen wieder junge Fahrer nach vorne bringen, und dies mit einer guten Stimmung in der Mannschaft erreichen.“

Mit seinen 23 Jahren ist Matthias Bertling schon fast ein alter Hase in der mit blutjungen Talenten gespickten Mannschaft. Er ist ein Beleg dafür, dass man auch als Kind der Region erfolgreich Radsport betreiben kann, schließlich stammt er aus der Eifel und wohnte lange in Stolberg. „Ich liebe den Radsport“, sagt er. Das ist auch Grundvoraussetzung, denn mindesten 20 Stunden in der Woche verbringt er für Training und Rennen im Sattel. Das klingt nicht gerade verlockend. Da können nur Erfolge helfen. Aber auch das ist im Team Quantec-Indeland nicht entscheidend: „Es macht einfach Spaß mit den Jungs, wir sind Freunde, die gemeinsam trainieren und Zeit miteinander verbringen.“

Das klingt nicht nach einer professionellen Einstellung, denn als Radsport-Team der Coninental-Klasse gilt man formell als Profi. Aber auch das nur auf dem Papier, denn alle Teammitglieder gehen parallel einem Job nach oder studieren. Wirklich von Radsport leben, das kann keiner von ihnen. Das bedeutet aber keineswegs, dass man seinen Sport weniger akribisch ausübt. Im Gegenteil: Zahlreiche Erfolge geben der Teamleitung Recht.

In China erfolgreich

Matthias Bertling wurde zwei Mal in Folge (2010 und 2011) Sechster bei der China-Rundfahrt, einem Wettkampf, bei dem zahlreiche Top-Fahrer aus aller Welt antraten. Ein schöner Erfolg „Es war ein tolles Erlebnis dort“, erinnert er sich. Ein Profisieg steht in seiner Statistik, auch den erreichte er in Fernost. Nur noch diese Saison bleibt, die Bilanz aufzupolieren, denn mit dem Rennen „Rund um Dom und Rathaus“ ist für ihn wahrscheinlich Schluss. Nach seinem Studium geht es nämlich ins Ausland, nach Südkorea.

Studium und Radsport lassen sich miteinander vereinbaren? „Bei mir ist das machbar, weil wir nicht nur Pflichtveranstaltungen haben; das ist bei anderen in der Mannschaft schwieriger“, gesteht er. Die über 25.000 Kilometer, die man im Sattel im Jahr zurücklegen muss, um mit Profis mithalten zu können, erfordern halt viel Zeit. „Und nach einem Rennen ist man erstmal platt“, weiß er.

Die Verbundenheit zur Region drückt sich auch im Namen des Teams aus. Neben der Firma Quantec, die die Radsportler mit Fahrrädern ausstattet, tritt die Indeland GmbH als Hauptsponsor auf. Der Indeland-Geschäftsführer Jens Bröker wünschte den Fahrern am Freitag viel Glück für die Saison, schließlich tragen sie den Namen der Region in die ganze Republik. Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde vertrat den Hausherrn.

Präsentationen mit dem Teammanager Markus Ganser haben einen familiären Charakter. Er kennt seine Jungs und weiß allerhand über sie zu berichten – manche Anekdote ist zum Schmunzeln. Auch gestern war das der Fall. Denn jeder im Team bringt sich ein: Matthias Bertling gestaltet die Internetseite der Mannschaft. „Aber nicht nur dafür darf er mitfahren“, sagt Ganser. Als sportliches Ziel will Bertling einen Platz unter den ersten Zehn bei einem bedeutenden Rennen herausfahren. Auch die beiden Traditionsveranstaltungen „Köln-Schuld-Frechen“ und „Rund um Köln“ erhalten eine besondere Markierung im Fahrkalender. Insgesamt sind es 61 Rennen und 9 Rundfahrten für das gesamte Team. Mit hoffentlich einigen Erfolgen. Mehr auf Seite 26

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