Eschweiler - Guter Freund, fairer Sportsmann: Zum Tod von Winfried Marré

Guter Freund, fairer Sportsmann: Zum Tod von Winfried Marré

Von: mic
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Winfried Marré
Sozial engagierter Mensch mit großem Fußballerherzen: Winfried Marré. Nach kurzer Krankheit starb er mit nur 57 Jahren.

Eschweiler. Für seine Freunde und Vereinskameraden war er einfach Winni, vergessen werden sie ihn nie. Die Eschweiler Fußballszene und besonders sein geliebter FV trauern um Winfried Marré, dessen Tod die, die ihn näher kannten, immer noch fassungslos dastehen lässt.

Im Alter von nur 57 Jahren ist Winfried Marré nach kurzer, schwerer Krankheit am vergangenen Freitag gestorben. Einer seiner treuesten Weggefährten, Herbert Kinzel, war in seiner letzten Stunde bei ihm. „Er war mehr als nur ein Vereinsvorsitzender”, sagt Kinzel. „Er war ein Kumpel, ein guter Freund und für viele Spieler so etwas wie ein Vater.”

Wenige haben den FV Eschweiler so geprägt wie sein langjähriger Vorsitzender. Winfried Marrés Werdegang beim FV begann eher ungewöhnlich. Zwar stand er Sonntag für Sonntag auf dem Platz, aber selbst gekickt hat er nie.

Schiedsrichterdress und Trillerpfeife hatten es ihm angetan; dies mag man als Beleg dafür werten, dass Winfried Marré bereits in jungen Jahren ein Gespür für Gerechtigkeit hatte und schon damals den Mut besaß, Verantwortung zu übernehmen. Da war er 18 oder 19”, erinnert sich sein Freund Herbert Kinzel.

Mit 23 wählten ihn die Mitglieder zum Jugendleiter des FV Eschweiler - eine Aufgabe, die ihn mehr als ein Jahrzehnt lang nicht loslassen sollte. Anfang 1987 schließlich wurde er zum ersten Mal Vorsitzender. Nachdem er 1993 nicht mehr kandidiert hatte, sein Nachfolger aber aus gesundheitlichen Gründen noch im selben Jahr das Amt niederlegte, war es wieder Winfried Marré, der sich der Verantwortung stellte und den Vorsitz kommissarisch übernahm.

Damit sein geliebter FV nicht ohne Führung dastand, blieb er bis zum Frühjahr 1995 im Amt. Auch wenn er es in den Folgejahren nicht als Vorsitzender tat, so war Winfried Marrédoch immer für seinen Fußballklub zur Stelle. „Der FV war sein Leben”, sagt Herbert Kinzel über seinen langjährigen Freund. „Er war die gute Seele des Vereins, er war für jeden da, der in Not geraten war.” Als im Jahr 2002 wieder ein neuer Vorsitzender gesucht wurde, wussten die Mitglieder, wem sie ihr Vertrauen schenken konnten.

Winfried Marré war ein sozial engagierter Mensch, nicht nur im Fußballklub. So machte er sich als Vorsitzender der damaligen Interessengemeinschaft für alle Vereine aus Eschweiler-Ost stark, setzte sich später für die dortige Begegnungsstätte ein und wirkte in der Pfarre Herz-Jesu mit.

Die Wertschätzung, die ihm entgegen gebracht wurde, lässt sich gewiss auch an der Tatsache ablesen, dass der Fußballverband Mittelrhein Winfried Marré Verdienste mit der Ehrennadel würdigte. Dennoch tröstet dies jene, die er so plötzlich hinterlassen hat - seine Schwester mit Familie, seine Freunde, Kollegen und Vereinskameraden - wohl nicht. Wenn der FV in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen begeht, dann wird einer seiner ganz Großen fehlen.

Wie sehr man Winfried Marré - über die Vereinsgrenzen hinweg - schätzte, lässt sich an den Einträgen in das Kondolenzbuch auf der Internetseite des FV Eschweiler ablesen. Ein Zitat daraus sei erlaubt: „Ein fairer Mensch, ein großer Sportsmann geht. Danke, dass ich mit Dir arbeiten durfte!”
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