Gut, dass Eschweiler auf dem Weg nach Irland liegt

Von: ran
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Be- und verzauberten das Publikum während ihres Konzerts in der Dreieinigkeitskirche: die Sängerinnen und Sänger der „Christophorus-Kantorei“ Altensteig. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Es ist ein purer Glücksfall, dass dieser Chor heute hier zu Gast ist.“ In der Tat! Die Begrüßungsworte von Gerhard Behrens, Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler, sollten sich während des Konzerts der Christophorus-Kantorei Altensteig in der Dreieinigkeitskirche absolut bewahrheiten.

Denn was die 51 Sängerinnen und Sänger im Alter von 15 bis 19 Jahren des Chores des Christophorus-Musikgymnasiums ihren zahlreichen Zuhörern knapp eineinhalb Stunden lang boten, war ein musikalisches Geschenk der Extraklasse. Und nicht zuletzt der geografisch günstigen Lage der Indestadt geschuldet.

Denn auf ihrem Weg zu einer zehntägigen Konzertreise nach Irland machten die jugendlichen Gesangstalente einen rund 16-stündigen Zwischenstopp in Eschweiler, bevor es am frühen Mittwochmorgen mit dem Bus in Richtung des französischen Cherbourg ging, wo die Chormitglieder eine Fähre bestiegen, die sie auf die Grüne Insel brachte.

Hochkarätiges Zeichen

Die „Generalprobe“ in der mit einer großartigen Akustik ausgestatteten Dreieinigkeitskirche ließ jedenfalls die Herzen aller Beteiligten höher schlagen. Unter der Leitung von Michael Nonnenmann eröffnete der vielfach ausgezeichnete Chor sein Programm mit dem imposanten Werk „All that hath life“ des amerikanischen Komponisten und Grammy-Preisträgers René Clausen und setzte damit in Sachen Qualität gleich ein hochkarätiges Zeichen.

Kurz darauf wurde deutlich, wie breitgefächert das Repertoire der Christophorus-Kantorei ist, denn unmittelbar nach dem zeitgenössischen Auftakt stimmten die Sänger das von Heinrich Schütz im 17. Jahrhundert komponierte Lied „Herr, auf dich traue ich“ an, bei dem das Zusammenspiel der Mädchen- und Jungenstimmen großartig zum Tragen kam.

Feinfühlig interpretierten die kurzzeitig im gesamten Kirchenraum verteilten Sänger das meditativ anmutende „Laudate omnes gentes“ von Jacques Berthier. Bei aller Feierlichkeit der zunächst geistlichen A-cappella-Chormusik war jedoch in jedem Takt und jedem Ton die jugendliche Freude am Gesang zu spüren. Diese trat nicht zuletzt beim dramatischen, energischen und mitreißenden Vortrag von Z. Randall Stroopes „The Conversion of Saul“ zu Tage. Benjamin Brittens gesellschaftskritischer und aufrüttelnder Appell „Advance Democracy“ bildete, kraftvoll vorgetragen, den Schlusspunkt des ersten Konzertteils, dem sich ein Orgel-Intermezzo von Gerhard Behrens anschloss.

Die zweite Konzerthälfte stand mehr im Zeichen weltlicher Chorlieder. Über Thomas Morleys „Fire, Fire“ und den deutschen Volksliedern „Wenn alle Brünnlein fließen“ sowie „Zu Regensburg auf der Kirchturmspitze“, bei denen die Sänger auch ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnten, näherte sich der Chor musikalisch der Grünen Insel.

Vertonung eines Gedichts

Das aufwühlende und melancholische Abschieds- und Wiedersehens-Lied „Danny Boy“ bildete einen weiteren Höhepunkt des Gastspiels des Chors aus dem nördlichen Schwarzwald. Als krönenden Abschluss des Konzerts stimmten die jugendlichen Sänger „There is another Sky“ von Ivo Antognini an, die Vertonung eines Gedichts der amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson, mit dem sie ihren in Agonie verfallenen Bruder auffordert, den Blick hinaus in die wunderbare Natur zu richten. Ein würdiger Schlusspunkt, dem sich lautstarker und langanhaltender Applaus der Zuhörer, die sich von ihren Sitzplätzen erhoben hatten, anschloss.

Bei zwei Zugaben, darunter ein Volkslied von den Philippinen, entfaltete der Chor noch einmal seinen musikalischen Zauber, dem sich das Publikum erneut bereitwillig ergab. Nun geht‘s für die Christophorus-Kantorei Altensteig auf Auslandstournee mit Konzerten beim Arts Festival in Carlow sowie in Letterkenny, Donegal und Killarney. Ein Glücksfall für Irland!

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