Grundkurs für junge Detektive: Ihr Fußabdruck verrät die Kofferdiebin

Von: af
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Beim Detektiv-Seminar in der Stadtbücherei Eschweiler durften die Kinder Spuren sichern wie die Profis. Foto: Anna Fitscher

Eschweiler. „Crime Scene Do Not Cross“ steht auf dem gelben Flatterband. Was zunächst nach der amerikanischen Krimi Serie „CSI“ aussieht, spielt sich aber tatsächlich in der Stadtbücherei Eschweiler ab. Hier fand jetzt ein Detektiv-Seminar für Kinder statt.

Der Detektiv Alexander Schrumpf, Inhaber der Detektei Adler in Wiesbaden, brachte den Kindern in rund drei Stunden alles über Spurensuche, Spurensicherung und die Grundausrüstung eines Detektives bei. Auch durften die Kinder bei einem gestellten Fall selber ermitteln.

Schon nachdem Alexander Schrumpf sich in wenigen Sätzen den Kindern vorgestellt hatte, war die Neugier der Nachwuchs-Spürnasen geweckt. Die Finger schossen nur so in die Höhe um dem waschechten Detektiv Löcher in den Bauch zu fragen. 1800 Fälle hat Schrumpf bereits in seinen 22 Dienstjahren gelöst. So berichtete er den Kindern auch von einem aktuellen Fall, bei dem ein Dieb Kunst im Wert von 700.000 Euro erbeutet hat.

Seit 1998 bietet Schrumpf Kinder Seminare an. Dem Detektiv ist vor allem wichtig, das Klischeebild eines Detektivs aus den Köpfen der Kinder zu bekommen. Mit den schwer bewaffneten Ermittlern aus Film, TV und Büchern hat echte Detektivarbeit nämlich nichts zu tun. Bevor es an die Spurensicherung ging, klärte Schrumpf die Kinder auf. „Schusswaffen dürfen nur Polizisten tragen. Allerdings dürft ihr jemanden festnehmen, wenn ihr ihn bei einer Straftat erwischt“, erklärte Schrumpf. Festnehmen, das erläuterte Schrumpf weiter, hieße in diesem Fall, erst denjenigen anzusprechen und die Polizei zu rufen. Sollte derjenige flüchten wollen, sei es auch erlaubt ihn festzuhalten, bis die Polizei einträfe.

Handschuhe und Schutzanzüge

Schrumpf zeigte den Kindern auch die Handschellen, die zu seiner Detektiv-Ausrüstung gehört. Diese hat er allerdings in seiner Laufbahn erst zweimal einsetzen müssen. Dann durften die Kinder selber ran.

Schrumpf hatte einen richtigen Tatort inszeniert: Mit Fußabdrücken, Fingerabdrücken am Fenster und sonstigen Spuren die der Täter hinterlassen hatte. „Um den Tatort nicht mit eigenen Spuren zu verfälschen, müssen Handschuhe und Schutzanzüge getragen werden. Lose Spuren müssen mit einer Pinzette aufgehoben und in einer Asservaten-Tüte aufbewahrt werden“, erklärte Schrumpf den kleinen Detektiven und ließ gleich eines der Mädchen in den Schutzanzug schlüpfen, die dann wie eine Große die losen Spuren sicherte. Auch durften zwei Mädchen die Fingerabdrücke am Fenster mithilfe von Rußpulver und einem feinen Pinsel erst sichtbar machen, und dann mit Folie die Spuren abnehmen und so sichern. Auch der Fußabdruck des Täters wurde mit Gips ausgegossen und so sichergestellt.

Nach einer kleinen Pause legten die Jung-Detektive in den zuvor gebildeten Teams dann so richtig los – denn der Koffer mit den Detektiv-Ausweisen, die die Kinder am Ende des Seminars ausgehändigt bekommen sollten, war verschwunden. Der Ehrgeiz der Kinder war geweckt – und so fanden sie schnell heraus, dass tatsächlich eine Mitarbeiterin der Stadtbücherei den Koffer entwendet hatte. Nicht zuletzt hatte der Fußabdruck am Tatort sie verraten.

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