Grüne fordern Beruhigung: Zuviel Verkehr in der Fußgängerzone

Von: Andreas Gabbert
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Hart an der Grenze geparkt: In der Fußgängerzone sind täglich eine Menge Autos und Lkw unterwegs. Die Grünen wollen das jetzt ändern. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Wer durch eine Fußgängerzone schlendert, rechnet nicht mit Autoverkehr. Warum auch, schließlich haben Fahrzeuge dort nichts zu suchen. In Eschweilers Fußgängerzone ist das ein wenig anders. Täglich sind dort Lkw zu beobachten, die Waren anliefern. Aber auch Autofahrer, die eben Geld von der Bank abheben möchten oder „nur ganz kurz” etwas in einem der Geschäfte besorgen wollen.

Axel Langen ärgert das fürchterlich. Sein 75-jähriger Vater ist schwerstgehbehindert und fährt einen elektrischen Rollstuhl. Schon mehrfach sei sein Vater in der Fußgängerzone von Lkw- und Autofahrern bedrängt und genötigt worden.

Der Belag in der Fußgängerzone gestalte sich wie eine Straße und die Autofahrer fühlten sich deshalb auch noch im Recht, sagt Langen. Bei der Stadtverwaltung kritisierte er die Gestaltung der Fußgängerzone und regte an, mehr Hindernisse für den Autoverkehr aufzustellen, da insbesondere Menschen mit Behinderung gedrängelt, genötigt und beschimpft würden.

Überwachung und Kontrolle

Anders als bei vielen anderen Fußgängerzonen gebe es in Eschweiler keine „hintere” Erschließung, so dass die gesamte Anlieferung der Geschäfte über Graben-, Englerth- und Neustraße erfolgen müsse, antwortete ihm Dr. Ing. Bernd Hartlich vom Planungs- und Vermessungsamt. Außerdem müssten Rettungseinsätze der Feuerwehr, die Müllentsorgung, Öllieferungen und Umzüge über die Fußgängerzone abgewickelt werden.

Daher müsse ein Sattelschlepper beziehungsweise ein Lkw mit Anhänger der Maßstab für einen geforderten „Hindernisparcours” sein. Die Fahrgasse sei aus bautechnischen Gründen mit Bitumen befestigt worden, da in der Vergangenheit alle gewählten Platten- und Pflasterbeläge den hohen Lasten des Lieferverkehrs nicht standhalten konnten und mit ihren Schäden das unansehnliche Bild der Fußgängerzone vor dem Umbau prägten.

„Aus Sicht des Baudezernates kann letztlich nur durch Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen der Konflikt zwischen Fahrverkehr und Fußgängerverkehr gelöst werden, bauliche Maßnahmen sind hier - wie oben ausgeführt - kein probates Mittel”, heißt es in dem Antwortschreiben.

Die Grünen im Stadtrat sehen das anders und haben einen Antrag eingereicht, über den am 9. September im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuß beraten werden soll. In dem Antrag ist die Rede von einer nicht länger hinnehmbaren Belastung für die Anwohner, einer Gefährdung der Fußgänger und einer Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone.

Kontrollen durch das Ordnungsamt und die Polizei sind für die Grünen als kurzfristige Sofortmaßnahme dringend geboten. Eine dauerhafte Lösung des Problems können sie darin aber nicht erkennen und fordern, bauliche Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Zum Beispiel könne das Absperren der Einmündung Josefstraße/Neustraße durch Ruhebänke, Blumenkübel oder Spielgeräte problemlos und ohne große Kosten erfolgen.
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