Eschweiler - Großmeisterin will es 25 Assen zeitgleich zeigen

Großmeisterin will es 25 Assen zeitgleich zeigen

Von: fe
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Eschweiler. „Faszination Schach - die bunte Welt des königlichen Spiels” ist der geplante Titel einer Ausstellung, die zurzeit von der Raiffeisen-Bank Eschweiler und Schachsammler Siegfried Tschinkel, dem früheren Leiter der Eschweiler Volkshochschule, vorbereitet wird.

Am 9. November soll sie in den Räumen der Raiffeisen-Bank an der Franzstraße gezeigt werden. Anlass ist das 90-jährige Bestehen des Eschweiler Schachclubs. Im Rahmen dieser Ausstellung wird am 4. Dezember die Schach-Großmeisterin Elisabeth Pähtz, derzeit die beste Schachspielerin in Deutschland, in einem Simultan-Turnier gegen 25 Eschweiler Spieler antreten.

Tschinkels Sammlung

Die Ausstellung, die bis zum 7.Januar dauern soll, sei eine „Hommage an den unbekannten Erfinder - oder vielleicht auch die Erfinderin”, der oder die vor rund 1500 Jahren das königliche Spiel entwickelt hat, erläuterten Johannes Gastreich, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Bank, und Ralf Niederhäuser, amtierender Präsident des Schachbundes NRW, bei einem Pressegespräch in der Genossenschaftsbank.

Wo und wann die Menschen zum ersten Mal Schach gespielt haben, lässt sich nicht eindeutig belegen. Historiker gehen davon aus, dass das Strategiespiel irgendwo entlang der wichtigsten Handelsroute, der Seidenstraße, entstanden ist.

„Der exotische Ursprung des Spiels und sein langer Weg ins Abendland, die faszinierende Entwicklung vom königlichen Zeitvertreib zum elitären Spielvergnügen - all das werden Schachbegeisterte in der Ausstellung auf sich wirken lassen können”, sagte Siegfried Tschinkel, der über 200 Exponate seiner umfangreichen Schachsammlung zur Verfügung stellt. In der Gestaltung der Formen spiegeln sich Geschichte, Stilrichtungen der Kunst und das Können von Generationen von Kunsthandwerkern wider.

Tschinkel sammelt nicht nur Schachspiele, seine Sammlung dokumentiert auch die Bedeutung des Schachspiels in Kunst, Literatur, Philosophie und Politik. Da ist etwa der Schauspieler Humphrey Bogart zu sehen, der in seinem Film „Casablanca” (wie in allen seinen Filmen) Schach spielt. Ein signiertes Foto des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt zeigt ihn beim Spiel mit seiner Frau Loki.

Besonders stolz ist Tschinkel, dass er die Autographen, also die eigenhändigen Unterschriften aller Schach-Weltmeister zeigen kann. „Wir freuen uns, diese außergewöhnliche Ausstellung präsentieren zu dürfen. Als Kreditgenossenschaft sind wir seit jeher regional verwurzelt und sehen uns als Förderer von Sport, Kunst und Kultur”, sagte Gastreich, dessen Bank in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

Beim Schachspiel sind nicht nur Intelligenz, Kombinationsgabe und Entscheidungswillen wichtig. Auch Einfühlungsvermögen, also sozusagen emotionale Intelligenz, spiele eine große Rolle, versichert Ralf Niederhäuser. Der frühere Vorsitzende des Eschweiler Schachclubs ist jetzt Präsident des Schachbundes im Land Nordrhein-Westfalen. Er steht damit an der Spitze von fast 20.000 aktiven Schachspielern, die in 478 Vereinen organisiert sind.

Niederhäuser setzt auf eine stärkere Förderung der Jugend und sieht Schach zugleich als ein Gesundheitsprogramm für ältere Menschen: „Wer Schach spielt, bleibt bis ins hohe Alter geistig fit!” Deshalb will der NRW-Schachbund nicht nur in Kindergärten, sondern auch in Seniorenheimen das „königliche Spiel” fördern.

Intelligenz, Kombinationsgabe und Einfühlungsvermögen können 20 Mitglieder des Eschweiler Schachclubs am 4. Dezember beweisen. Dann treten sie in einem Simultan-Turnier gegen die 26-jährige Schach-Großmeisterin Elisabeth Pähtz an. Pähtz ist die derzeit beste deutsche Spielerin und belegt Platz 35 der Frauen-Weltrangliste. Im Alter von neun Jahren gewann sie in ihrer Altersklasse ihre erste Deutsche Meisterschaft.

„Das Simultan-Schachturnier ist eines der sportlichen Höhepunkte des Eschweiler Schachclubs”, sagt Gerd Hüskens, der neue Vorsitzende des Eschweiler Schachclubs. Ausgetragen wird das königliche Spiel gegen eine Dame vereinsintern in der Raiffeisen-Bank Eschweiler. Damit sich die Schachspieler bestens konzentrieren können, müssen Zuschauer allerdings draußen bleiben.

Zusätzlich zu den 20 Vereinsmitgliedern dürfen sich fünf weitere Schachspieler aus Eschweiler mit der Großmeisterin messen. Sie werden ausgelost unter allen Interessenten, die eine historische Schachaufgabe lösen. Die Aufgabe stammt aus einer Schachpartie, die von zwei berühmten Musikern 1924 in Paris gespielt wurde. Sergej Prokofjew setzte seinen französischen Kollegen Maurice Ravel matt. Wer herausfindet, mit welchen vier Zügen das geschah, nimmt an der Verlosung teil. Die Aufgabe gibt es schriftlich in der Raiffeisen-Bank an der Franzstraße 8-10.
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