Eschweiler - Großes Musikkino mit Gitarre und Geigenbogen

Großes Musikkino mit Gitarre und Geigenbogen

Von: psi
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Eschweiler. Bloß nicht unnötig Zeit vergeuden. Das mögen sich die drei Briten von „The Brew” am Montagabend im Kulturzentrum Talbahnhof gedacht haben. Das zurzeit europaweit angesagte Trio hielt sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf und kam direkt zur äußerst rockigen Hauptsache.

Von traditionellem Blues sind Gitarrist und Sänger Jason Barwick und das Vater-Sohn-Team Tim und Kurtis Smith an Bass und Schlagzeug meilenweit entfernt. Britischer Bluesrock ist zwar inspiriert von zahlreichen US-Vorbildern, macht aber auf gefällige Weise einen großen Bogen um irgendwelche langatmigen Baumwollplantagen-Klischees. Stattdessen knallten „The Brew” zunächst ein paar kompakte Rocknummern auf die Bühne. Das Publikum im gut gefüllten Talbahnhof nahm das dankend auf und ging von Anfang an prächtig mit.

Das „Power-Trio” hat diese Bezeichnung redlich verdient. Die erste halbe Stunde gönnten sich The Brew kaum eine Verschnaufpause. Erst mit dem Hendrix-Klassiker „Little Wing” wurde es etwas beschaulicher.

Ganz großes Musik-Kino veranstaltete Jason Barwick dann mit Gitarre und Geigenbogen. Seine Solo-Einlagen hörten sich ein wenig an, als ob Jimmy Page von Led Zeppelin auf die frühen Pink Floyd traf. Auf die Einflüsse von Pink Floyd, die das Psychedelic-Rock-Genre Ende der Sechziger quasi gründeten, beriefen sich The Brew in ihrem Konzert immer wieder mal.

Das Beste an den Jungs ist sicher ihre Homogenität: Die Drei verstehen sich auch ohne viel Absprachen auf der Bühne und in den Vordergrund drängte sich auch keiner. Abwechselnd sangen der erfahrene Tim Smith und der junge Jason Barwick Lead-Stimmen und harmonierten auch bestens zweistimmig.

Wie in den guten alten Zeiten der Rock-Dinosaurier unterhielt Kurtis Smith das Publikum mit einem Schlagzeug-Solo, mal mit, mal ohne Stöcke.

Als Zugabe erhielt das Talbahnhof-Publikum nach gut eineinhalb Stunden noch den Titelsong „A Million Dead Stars” aus der gleichnamigen aktuellen CD und überraschenderweise ein paar improvisierte Takte aus dem Isaac-Hayes-Song „Shaft”. Schließlich verabschiedeten sich The Brew mit einem druckvollen Jam aus Eschweiler.

Die Medien-Euphorie um das britische Trio ist, zumindest was Spielenergie und Unterhaltung angeht, also nicht übertrieben. Die Kombination aus Erfahrung und jugendlicher Spielfreude zündete, der Funken ins Auditorium sprang über.

Wie sagte schon die Londoner BBC über die Musik von The Brew? „Die Power dieses Trios muss man gehört haben, um sie zu glauben.”
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