Eschweiler - Großeinsatz: Verstopfter Durchfluss flutet 16 Keller

Großeinsatz: Verstopfter Durchfluss flutet 16 Keller

Von: Rudolf Müller
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Als reißender Fluss präsentierte sich die Inde. Die Durchlasshöhe der Brücke Grabenstaße war am Freitag fast ausgereizt. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Dass die Männer der Eschweiler Feuerwehr gemeinsam mit ihren Kollegen aus Stolberg die Ärmel hochkrempeln, das hat fast schon Tradition. Und findet am Rande des Donnerbergs statt: Wie in der Nacht zum Freitag, als Regen und Tauwetter und damit die von den Wiesen südwestlich von Werth bergab schießenden Wassermassen die Halle des Containerunternehmens Schümmer an der Albertstraße zu fluten drohen.

Das Tückische dabei: Das Wasser könnte die Fundamente unterspülen - und dann kann´s kritisch werden.

Bereits beim Sturmtief „Carmen” im vergangenen November trafen sich dort Einsatzkräfte aus beiden Städten. Jetzt sind sie ein weiteres Mal gefordert: Das Wasser bedroht auch das Wohn- und Bürohaus. Die Indestädter schaffen Abhilfe: mit hunderten von Sandsäcken, die das Wasser an den Gebäuden vorbei leiten. Derweil versuchen die Stolberger Wehrleute, das Wasser oberhalb der Siedlung mit Sandsäcken aufzufangen, umzuleiten und abzupumpen,

Einige Meter weiter Richtung Stolberg, zwischen Allmannshof und Schümmer, haben die Wassermassen auf der anderen Straßenseite eine abschüssige Wiese in einen See von vielfacher Freibadgröße verwandelt, der nur durch einen noch gut einen Meter hohen Damm vom darunterliegenden Steinbruch getrennt ist.

Weitflächig überflutet ist auch die Umgebung von Omerbach und Inde in den Nothberger Benden. Derweil herrscht an Stellen, wo sonst regelmäßig „Land unter” gemeldet wird, weitgehend Ruhe: im Bereich Stoltenhoffstraße zum Beispiel.

Was am Donnerstag gegen 17 Uhr begann, fand erst 24 Stunden später sein (vorläufiges) Ende. 24 Stunden, in denen 98 Aktive der Eschweiler Feuerwehr an insgesamt 33 Einsatzstellen alle Hände voll zu tun hatten. Schwerpunkt des Geschehens: die Eisenmühlenstraße in Hücheln. Dort hatte gegen 5.20 Uhr ein Anwohner einen Blick in seinen Keller geworfen - und ihn überflutet vorgefunden. 15 weiteren Anwohnern ging es kurz darauf ähnlich.

Bis unter die Decke staute sich das Wasser in einigen Kellern und demolierte dort gelagerte Gegenstände. Auslöser: ein beschauliches Bächlein, das hinter der Häuserreihe mittels Kanalrohr durch den Damm der neuen B258 geführt wird. Der Eingang des Rohrs, mit einem Eisengitter gesichert, hatte sich nachts mit Treibgut - Paletten, Kunststoff - zugesetzt, so dass das Wasser sich bis zur Straße zurück staute, um von dort in die Keller zu fließen. Gegen 22 Uhr am Donnerstag war der Zulauf noch frei gewesen - in der Nacht hatte dann niemand das Desaster bemerkt.

Mit 38 Leuten ging die Wehr unter Leitung von Axel Johnen gegen die Wassermassen vor. Hilfe bekam sie dabei von Kräfte der RWE-Werksfeuerwehr.

Indepegel 2,06 Meter

Stadtbrandinspektor Haald Pütz hatte derweil ein waches Auge auf den Pegelstand der Eschweiler Fließgewässer: In den Nothberger Benden war selbst der Omerbach zum Fluß geworden und hatte aus dem Wiesengelände am Vereinsheim eine weitläufige Seenlandschaft entstehen lassen.

Die Inde selbst brachte es auf einen Pegelstand von 2,06 Metern - 1,60 Meter mehr als üblich. Dennoch holte sich in der Innenstadt am Freitag niemand nasse Füße. Ein paar Zentimeter „Luft” reichten. Am späten nachmittag meldeten Kornelimünstrer und Stolberg leicht fallende Pegelstände. Autatmen in Eschweiler: „Wir gehen davon aus, dass 2,06 m der Höchststand gewesen sein könnte”, so Axel Johnen, „wenn in den nächsten Stunden nicht noch erheblicher Regen fällt...”

Rund 300 Sandsäcke hatte die Wehr bis dahin verbaut, 300 weitere nach Aachen geliefert und im Laufe des Tages 900 neue befüllt. Und vorher noch 15 Personen aus einem Haus an der Röthgener Straße evakuiert: Dort hatte in einem Lokal ein Leck in der Gasleitung für Gefahr gesorgt. Die Wehr schuf Abhilfe - und musste dazu vorübergehend die gesamte Röthgener Straße sperren.

Zwischenzeitlich wurde die Unwetterwarnung für Eschweiler bis Samstag, 17 Uhr, verlängert. Axel Johnen: „Nach einer PausesollderRegen dann am Sonntag weitergehen - mit biszu 20 Litern pro Quadratmeter.”
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