„Große Lösung” soll Hastenrath entlasten

Von: Patrick Nowicki
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10.000 Fahrzeuge täglich rollen über die Quellstraße, die - auf dem Luftbild erkennbar - Hastenrath in zwei Hälften teilt. Aber die Pläne für eine Ortsumgehung stoßen auf Widerstand. Foto: Günther Paulsen

Eschweiler/Stolberg. Um Hastenrath von Verkehr zu entlasten, kommt nur eine „große Lösung” in Frage. Diese Meinung vertreten Bürgermeister Rudi Bertram und auch die SPD. Dies bedeutet: Eine Umgehungsstraße müsse Hastenrath weiträumig umfahren.

Eine solche Variante wurde bereits vom Landesbetrieb Straßenbau untersucht. Sie würde von Werth an den Bovenberger Wald vorbei auf die K23 hinter Heistern führen.

Sie entlastet nach der Prognose für 2020 allerdings Hastenrath „nur” um 2600 Fahrzeuge und würde mit sieben Millionen Euro deutlich mehr kosten als alle anderen Varianten.

Dennoch verteidigt Rudi Bertram seinen Vorstoß: „Die angeblich effektivste Variante teilt nur den Verkehr und führt in hinten und vorne an den Häusern vorbei”, argumentiert er.

Nach der Untersuchung sollen dann weiterhin 6400 Fahrzeuge durch Hastenrath rollen, 7.200 würden die Ortsumgehung zwischen dem Ortsrand von Hastenrath und Stadtwald nutzen. „Die Leute hätten den Lärm dann nicht nur vor der Haustür, sondern auch noch im Garten”, sagt der Verwaltungschef. Zudem stoßen die bisher diskutierten Linien auf wenig Gegenliebe bei den Bürgern.

Der Hinweis des CDU-Landtagsabgeordneten Axel Wirtz, Eschweiler müsse sich mit Stolberg und dem Landesbetrieb an einen Tisch setzen, sei schon lange umgesetzt.

„Natürlich bin ich ständig im Dialog mit der Nachbarstadt. Allerdings sollen die Stolberger erst einmal festlegen, wie sie in Zukunft mit dem Verkehr umgehen”, fordert Rudi Bertram. In der Kupferstadt wird über verschiedene Straßenvarianten nachgedacht.

Eine davon, die so genannte „Osttangente” soll den Verkehr von Mausbach aus aufgreifen und zum Duffenter führen. Damit will Stolberg vor allem die Orte Mausbach und Gressenich vom Schwerlastverkehr entlasten - Eschweiler und auch Hastenrath müssten diesen Verkehr allerdings aufnehmen.

Die Umgehungsstraße für Pumpe genießt im Rathaus derzeit Priorität. „Seit dem 28. Januar 2003 könnte der zweite Abschnitt gebaut werden”, weist Stadtsprecher Stefan Kaever darauf hin, dass von der Planfeststellung bis zum eigentlichen Baubeginn viele Jahre vergehen können.

„In Hastenrath wird so getan, als würde es sofort losgehen können”, hakt Rudi Bertram ein. Deswegen will er sich dafür stark machen, dass eine weiträumige Umgehung angestrebt wird. Ein Ratsbeschluss soll in Kürze erreicht werden. Bertram spielt dabei den Ball an Axel Wirtz weiter: „Dann liegt es in den Händen des Landes, ob eine Ungehungsstraße kommt.”

Kurzfristigen Maßnahmen zur Entlastung Hastenraths gibt Rudi Bertram geringe Chancen: „Da sind uns vielfach die Hände gebunden, weil es sich um eine Landesstraße handelt.”

Mit zwei Querungshilfen, einem Erwachsenenlotsen und einer Temporeduzierung habe man in seinen Augen viel erreicht. Dennoch soll nochmal überprüft werden, was in Hastenrath kurzfristig machbar ist.
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