Greg Koch: Ein wahrer Meister an den Gitarrensaiten

Von: psi
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Unbestrittener Meister seines Fachs: US-Gitarrist und Sänger Greg Koch. Foto: Santosi

Eschweiler. Sehr gute Stimmung herrschte bei „Blues meets Rock“ am Dienstagabend im Rio in der Schnellengasse. US-Gitarrero Greg Koch und sein Trio, die „Tone Controls“, zeigten dem streckenweise mehr als staunenden Publikum, welche abgefahrenen Klänge und Rhythmen man mit einer Drei-Mann-Besetzung so aus dem Hut zaubern kann.

120 Minuten lang lieferten die drei Herren facettenreiche Musik auf unbestreitbar hohem Niveau.

Der unermüdliche Greg Koch reist nicht nur als Botschafter eines der größten Gitarrenherstellers weltweit von Musikmesse zu Musikmesse, sondern liebt auch die Auftritte außerhalb der großen europäischen Hallen. Beim Besuch im Rio nahm er sich sowohl vor dem Gig als auch in der Pause die Zeit, persönlich alte Freunde und Fans am Eingang zu begrüßen.

Trotz oder vielleicht wegen seiner Bodenständigkeit ist Koch einer der angesehensten Instrumentalisten der Szene. Kollegen wie Robben Ford oder Joe Bonamassa sind gern gesehene Mitmusiker bei seinen Produktionen.

In der Vergangenheit importierte Koch auch immer wieder hochklassige Mitmusiker aus den USA, darunter etwa den leicht exzentrischen Mulford Milligan, der jedoch zwischenzeitlich wieder Solopfade begeht.

Kochs Ursprungsbegleiter aus den späten Achtzigern, die „Tone Controls“, bestehend aus Kevin Mushel (Bass) und Gary Koehler (Schlagzeug und Gesang) sind langjährige Weggefährten Kochs und verstehen sich auf der Bühne sozusagen blind mit dem Ausnahme-Gitarristen. Koehler, ein unaufdringlicher und präziser Schlagzeuger, übernahm hin und wieder auch angenehm klingende Gesangs-Parts.

Kompakte Rocknummern

Während Koch bei früheren Konzerten schon nach wenigen Minuten sein gesamtes Können zeigte, spielte er am Dienstagabend in der ersten Halbzeit geradezu beherrscht und vollkommen mannschaftsdienlich. Kompakte Rock- und Bluesnummern mit viel Energie nach vorne prägten das erste Set.

Auch die berüchtigten lustigen Erzählungen aus Band- und Familienleben zwischen den Stücken waren zunächst dünn gesät. Koch, Mushel und Koehler boten stattdessen in der ersten Dreiviertelstunde eine Lehrstunde in kompaktem Zusammenspiel mit wahnwitzig präzisen rhythmischen Breaks.

Erst nach der Pause hob Greg Koch schließlich zu einem seiner berühmten Highspeed-Country-Medleys an, kreuzte Fingerpicking und Bottleneck-Stil, schuf musikalische Verbindungen zwischen dem Yankee Doodle und Led-Zeppelin-Melodien. Das alles in einer Geschwindigkeit, die jedem normalsterblichen Gitarristen ein sattes Neidgrün ins Gesicht zaubern dürfte.

Koch hat überhaupt keinerlei Berührungsängste mit Phrasen aus der klassischen Musik, spielt Jazz und Blues genauso lässig wie Funk und Rock. Dabei verzieht er sein Gesicht immer herrlich parallel zum gespielten Spannungsbogen und freut sich über den verdienten Zwischenapplaus aus dem Publikum.

Runde zwei Stunden ließ sich das Rio-Publikum begeistert auf den versierten Mann aus Milwaukee ein und erhielt mit zwei Zugaben auch noch etwas Bonusmaterial aus der vergangenen Veröffentlichung des Greg-Koch-Trios.

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