Greg Allmans Sohn mag es erdig

Von: psi
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Die Band mit Frontmann und Namensgeber Devon Allman (Gitarre/Gesang), Gabriel Strange (Schlagzeug) und Bassist George Potsos rundete das Konzertjahr bei „Blues meets Rock” ab. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Eigentlich braucht man ja nur drei Leute, um ein gutes Konzert aufs Parkett zu legen, dachte sich wohl Devon Allman, der am Dienstagabend mit seinen beiden Kollegen George Potsos am Bass und Gabriel Strange am Schlagzeug bei „Blues meets Rock” gastierte.

Diesmal also kein Keyboarder wie im vergangenen Jahr, was aber der Spiellaune und der guten Stimmung im Kulturzentrum Talbahnhof keinen Abbruch tat. Runde zwei Stunden unterhielt der Sohn von Allman-Brothers-Legende Greg Allman das Publikum bestens.

Auch vom Bandnamen „Honeytribe” trennte sich Allman mittlerweile. Offensichtlich garantiert sein Nachname schon so etwas wie Familienqualität.

Die Verschlankungskur jedenfalls tat gut. Devon Allmans Trio klang auch mit den beiden neuen Mitspielern sehr kompakt und insgesamt etwas rockiger. Die Band brauchte allerdings rund 30 Minuten, um sich und das Publikum warm zu spielen.

Etwas irritiert schien der Sänger und Frontmann zunächst, dass die rund 60 Besucher anfangs fast andächtig still lauschten. Da sind die Herren aus den Live-Spielorten in den USA wohl eher fliegende Tische, Whiskyflaschen und herumgrölende Zuschauer gewohnt.

Mit einer guten Mischung aus druckvollem Material und langsameren Bluesstücken ging das Trio in die Halbzeitpause. Ohne Devon Allman zu nahe treten zu wollen, aber instrumentell glänzten zunächst nur Bassist und Schlagzeuger, die immer dann filigrane Einlagen zum Besten gaben, wenn Devon Allman zwischendurch seine Gitarre nachstimmte.

Vor allem George Potsos lieferte ein prima Bass-Solo ab. Mit Flageolets, einigen dezenten Effekt-Pedalen und jeder Menge Spielwitz baute er immer mal wieder Versatzstücke aus Klassikern wie Hendrix „Third stone from the sun” ein, mal bedächtig, mal regelrecht verzerrt und brutal.

Dass auch Gabriel Strange ein Könner seines Faches ist, zeigte der Drummer bei seinem Solo, wobei es ihm gelang, das Publikum richtig zum Mitklatschen zu bewegen.

Bedächtiges Erzähltempo

Devon Allman selbst ist ein überzeugter Vertreter einer übersichtlichen Gitarrentechnik, mit bedächtigem Erzähltempo, mit langem Sustain und einem Fuzz-Sound, der vor 30 Jahren mal ganz aktuell gewesen sein dürfte. Dafür hat er jedoch von seinem Vater hörbar gute Qualität als Sänger geerbt.

Alles in allem ein guter Jahresabschluss der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock”, die im Januar mit Kaye Kozmic, einem deutsch-amerikanischen Kooperationsprojekt weitergeht.
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