Gräber pflegen: So wird‘s gemacht

Von: ger
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Kindergräber gepflegt: Tobias Schmitz, Lea Terhaag und Hannah Schmitz (v.l.) machen dem Unkraut den Garaus.

Eschweiler. Hacken und ein paar Eimer haben sie dabei. Ein paar winterfeste Pflanzen auch. Die Arbeit kann beginnen. Roman Sakurov, Hannah Steven, Lea Terhaag und Tobias Schmitz legen auch gleich los. Sie wollen die Kindergräber auf dem Friedhof an der Dürener Straße auf Vordermann bringen.

Unterstützung bekommen die Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule dabei von Schulseelsorger Frank Klinkenberg und Jutta Schoenen von der Friedhofsverwaltung. Blätter und Unkraut entfernen sie von den kleinen Ruhestätten. Sie reinigen die Randsteine und hacken die Erde auf. All das haben sie schon einmal gemacht. Im Rahmen der 72-Stunden-Aktion pflegten die Schüler die Gräber bereits im Sommer.

Bei einigen Gräbern haben die Jugendlichen eine Menge zu tun. Dort ist wieder viel Unkraut gewachsen. Trotzdem glauben die Jugendlichen, dass sie mit ihrem Engagement Eindruck auf einige Eltern gemacht haben. Denn an manchen Grabstätten, die im Sommer noch recht verwahrlost ausgesehen hätten, habe sich etwas getan.

„Es ist sehr positiv, dass einige Eltern zurückgekommen sind und sich jetzt um die Gräber kümmern“, sagen Hannah Steven und Lea Terhaag. „Vielleicht haben wir mit unserer Aktion einigen Angehörigen einen Anstoß gegeben, wieder zum Grab zu kommen“, sagt Tobias Schmitz.

Bevor die Schüler die Grabstätten zum ersten Mal gesäubert haben, hätte man manche Kindergräber kaum noch erkennen können. Auch die kleinen Wege zwischen den Gräbern seien teilweise völlig zugewachsen gewesen. Das ist nun nicht mehr so. „Wir sind überrascht, dass es jetzt so gut aussieht“, sagt Tobias Schmitz.

Den Eltern, die sich offensichtlich nicht um die Gräber kümmern, machen die Schüler allerdings keinen Vorwurf. Denn man kenne die Situation der Familien ja gar nicht. „Vielleicht leben die Leute gar nicht mehr in der Region. Oder sie kommen nicht damit klar, zu den Gräber ihrer Kinder zu kommen“, sagt Tobias Schmitz. Man könne eben nicht wissen, welche Geschichten mit Gräbern verbunden sind.

Dass sie einige Angehörige animieren, regelmäßiger zu den Gräbern zu kommen, ist für die Jugendlichen ein Erfolg. Allerdings zeigt sich genauso, dass eine einmalige Aktion nur für eine begrenzte Zeit Abhilfe schafft. Deshalb können sich die Schüler vorstellen, „als kleine Unterstützung“ regelmäßig nach den Gräbern zu schauen.

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