Eschweiler - Gnadenhochzeit in Eschweiler: Kennenlernen 1946 im Apollo-Kino

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Gnadenhochzeit in Eschweiler: Kennenlernen 1946 im Apollo-Kino

Von: cheb
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Anton und Susanne Koch feiern ihre Gnadenhochzeit. Foto: Christian Ebener

Eschweiler. In der neuen Heimat fühlen sie sich mehr als wohl. Anton und Susanne Koch sind gemeinsam vor einigen Monaten in das Senioren- und Betreuungszentrum (SBZ) gezogen, wo sie am Samstag ihre Gnadenhochzeit feiern werden. Vorher blicken sie aber auf ein bewegtes Leben zurück.

Der 94-Jährige dürfte vielen Eschweilern ein Begriff sein, war er doch von 1972 bis 1989 im Stadtrat und prägte jahrelang den Bauausschuss. Die beiden erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit in der Jugend in Heistern, nachdem sie sich 1946 im Eschweiler Apollo-Kino kennenlernten und wie sie im Regen 1948 in Düren heirateten. „Das bringt Glück, das sieht man ja“, erzählt der Mitbegründer der SPD Eschweiler-West, dem seine (Groß-)Familie am Herzen liegt. Am Samstag fällt die Gästeliste deshalb auch entsprechend lang aus. Drei Söhne und zwei Töchter bringen Enkel, Ur-Enkel und sogar Ur-Ur-Enkel mit.

Dass diese als Meister bei RWE, bei der Berufsfeuerwehr in Köln, als Erzieherin und als Trinkwasser-Verantwortlicher bei den Wasserwerken allesamt eine eindrucksvolle Karriere einschlugen, erfüllt die Senioren mit Stolz. „Wir haben sie gut versorgt“, betont Anton Koch und erinnert sich mit seiner Frau, die am Mittwoch ihren 90. Geburtstag feierte, an die zahlreichen gemeinsamen Urlaube. Ob Ungarn, Jugoslawien, Schweiz oder Italien – viel hat man in den langen Jahren gesehen. Bruchbuden-Hotels in Budapest mit abfallenden Waschbecken konnten sie ebenso wenig kleinkriegen wie die langen Fahrten.

Dafür hatten die Kochs auch die eine oder andere besondere Begegnung – beispielsweise mit einem jungen Raffinerieleiter in Jugoslawien, der über sein Studium in Aachen weit in seiner Karriere kam. Als Politiker war ebenso ein Besuch im Bundestag in Bonn Pflicht, bei dem die beiden nah an die Prominenz der „alten“ Bundesrepublik kamen.

Es war ein besonderes, wenn auch arbeitsames Leben, da sind sich die Kochs einig. „Ich habe mich immer eingesetzt und alle Vorlagen gelesen“, berichtet er stolz mit Gedanken an seine Verdienstmedaille der Stadt Eschweiler.

Als Kommunalpolitiker und Gewerkschaftler war er immer ein Mann der ehrlichen und offenen Worte. Heute geht es für die beiden ruhiger zu, die sich über die Möglichkeit einer gemeinsamen Wohnung im SBZ freuen.

Und bei so manchem Spaziergang kann es nostalgisch werden, wie auch unter Garantie am Samstag.

 

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