„Glyphosat ist hierzulande kein Problem“

Von: tim
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Bei den kleinen orangen Kügelchen handelt es sich um Zuckerrübensaatgut.
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Unter den Augen von Celina Mock und Landwirt Hubert Reinartz prüft Hubert Mock das Wachstumsstadium des Getreides.
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Ganze 33 Meter Spannweite hat die Spritzanlage, die hier am Traktor des Landwirtes Hubert Reinartz hängt, im ausgefahrenen Zustand. Foto: Timo Müller

Eschweiler. Die Zuckerrübenaussaat ist schon seit ein paar Wochen abgeschlossen, zufrieden blickt Landwirt Hubert Mock nun auf die ersten jungen Pflänzchen, die bereits auf einem seiner Felder aus dem Boden sprießen. Geerntet werden die Rüben im Herbst, zwischen Ende September und Dezember.

Rund vier Monate ist unser letzter Besuch auf dem Hof von Mock nun her. Beschäftigten den Landwirt im Januar noch die zu milden Temperaturen, würde er sich nun über ein paar mehr Sonnenstrahlen freuen. „Es ist zu kalt, wir bräuchten ungefähr zehn Grad mehr“, so Mock. Durch die Kälte stocke das Wachstum, berichtet der Bauer. So brauche der erst kürzlich ausgesäte Mais eine Temperatur von rund zwölf Grad, um zu keimen. Über den Niederschlag in den letzten Wochen zeigt sich Mock jedoch erfreut: „Das Wasser konnten wir gut gebrauchen.“

Der Landwirt baut auf seinen Feldern neben der typischen Rheinischen Fruchtfolge, die aus Rüben, Weizen und Gerste besteht, in geringem Umfang auch Mais und Raps an. Mais ist dabei als Futtermittel oder für Biogasanlagen vorgesehen, während Raps der Ölgewinnung dient. Die verschiedenen Sämaschinen, die dazu nötig sind, teilt sich Mock mit zwei weiteren Landwirten.

Gemeinsam mit Hubert Reinartz aus Hücheln und Gerd Schneiders aus Heistern hat er eine Betriebskooperation gegründet. So haben die drei Bauern bestimmte Maschinen gemeinsam angeschafft. „Jeder von uns hat seinen eigenen Schlepper, aber alles, was dahinter kommt wie Pflüge, Sämaschinen oder Düngerstreuer haben wir gemeinsam gekauft“, erklärt Mock.

Der Einsatz der einzelnen Maschinen will dabei gut geplant sein. Gerade der Pflanzenschutz ist reine Terminarbeit. So ist der Einsatz von Schutzmitteln teils auf die Abendstunden beschränkt. Durch die geringe Sonneneinstrahlung, ist dann auch der Lupeneffekt der Tropfen auf den Pflanzen geringer. Wer die Spritze wann auf welchem Feld für wie lange nutzt, muss deshalb genau geklärt sein.

„Da kann eine solche Gemeinschaft schon mal auf die Probe gestellt werden“, so Mock. Auch die Sämaschinen teilen sich die Landwirte. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie deshalb auch die gleichen Pflanzen aussäen müssen. So kann die Getreidesämaschine auch Raps, Erbsen, Sonnenblumen und anderes kleinkörniges Saatgut mitführen.

Zu der Arbeit im Frühling gehört jedoch nicht nur die Aussaat, sondern auch die Schädlingsbekämpfung. So wurden Felder, die im vergangen Jahr mit Grünungsmaßnahmen bestückt waren, mit Herbiziden, also mit Unkrautbekämpfungsmitteln bearbeitet, um eine ordnungsgemäße Rübensaat folgen zu lassen.

Da es von der Witterung her zu feucht war, das Unkraut mit mechanischen Mitteln zu beseitigen, wurde auch Glyphosat eingesetzt. Das Problem mit dem Herbizid, in letzter Zeit die Medien beschäftigte, sieht Mock aber nicht in Deutschland, sondern in den USA, Kanada und Großbritannien, wo der Stoff in viel größerem Umfang als hierzulande eingesetzt werde. So auch zur Ernteerleichterung. Das heißt, der Einsatz erfolgt dort ganzflächig auch in einem stehenden Weizenbestand, damit dieser besser abreift, und um die Ernte mit dem Mähdrescher zu erleichtern.

Auf die Frage, ob dies in Deutschland verboten sei, antwortet Mock: „Nein, aber das habe ich hier auch noch nie gehört. Das wird hier einfach nicht praktiziert, außer in riesigen Ausnahmen nach gewaltigen Niederschlägen, wenn das Getreide am Boden liegt, das Unkraut durchwächst.“ So halte sich der Einsatz des Mittels hierzulande Grenzen und sei grundsätzlich eine einmalige Aktion. Bei Zuckerrüben müsse das Mittel jedoch meist drei Mal zum Einsatz kommen, da es Unkraut gibt, das erst spät keimt, da es in tieferen Bodenschichten liegt, in die erst spät Wärme dringt.

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