„Glücksritter“ Lennartz versucht sich jetzt als Pirat

Von: Rudolf Müller
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Künftig als Pirat im Rat: Rudi E. Lennartz ist aus der CDU ausgetreten.

Eschweiler. Mit den Zielen und der Arbeit der CDU ist er eigentlich rundum zufrieden. Das – so teilt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Willi Bündgens mit – habe er noch am Montag unterstrichen. Dennoch hat Rudi E. Lennartz inzwischen seinen Austritt erklärt: Der Stadtverordnete aus der Fischerstraße will seine Ziele künftig mit den Piraten verwirklichen.

Gut ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl will der Mann, der seit der vergangenen Wahl anno 2009 dem Stadtparlament angehört und dort bislang im Sozial- und Seniorenausschuss sowie im Wahlprüfungsausschuss tätig war, sicherstellen, dass er auch dem kommenden Stadtrat angehört. Und da erscheint ihm ein Verbleib in der CDU doch zu unsicher.

„Lennartz ist auf mich zugekommen und hat mir schlicht mitgeteilt, dass er – falls ich ihm keinen Listenplatz unter den ersten Zehn zusage – aus der CDU austreten und sich den Piraten abschließen werde“, teilt Parteichef Willi Bündgens mit. Diese „unglaubliche Forderung“ habe er mit einem klaren Nein beschieden: „Wir lassen uns nicht erpressen. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder auf diese Art und Weise sein Schäfchen ins Trockene holen wollte – dann könnten wir den Laden zumachen!“

Ähnliches wird Lennartz auch von CDU-Fraktionschef Bernd Schmitz zu hören bekommen haben, dem er am Dienstag seine Forderung unterbreitete. Inzwischen sind der CDU-Kreisgeschäftsstelle schriftlich die Austrittsbescheide Lennartz‘ aus der CDU und deren Arbeitnehmervereinigung CDA zugegangen, deren Stadtverbandsvorstand er ebenso angehörte wie dem CDU-Ortsverbandsvorstand Eschweiler.

Die Zahl der CDU-Ratsvertreter sinkt damit auf zwölf; die SPD verfügt über 25 Sitze, die FDP über vier, die Grünen und die UWG über je drei, die Linke über einen – und dann gibt‘s noch den zwischen Parteilosen Wolfram Stolz, ebenso wie Lennartz 2009 über die CDU-Liste in den Stadtrat gekommen.

Dass Stolz sein Listenmandat behielt (ebensowie wie in der vorherigen Wahlperiode zuvor die drei dann unter Christlich-Soziale Liste firmierenden CDU-Aussteiger), hat  Lennartz stets angeprangert. Jetzt tut er das gleiche. Für einen Piraten durchaus angebracht.

„Der Austritt Lennartz' wird aus Sicht des CDU-Kreisverbandes unsere Chancen, die Kommunalwahl im Juni 2014 zu gewinnen, nur bedingt beeinflussen“, nimmt CDU-Kreisvorsitzender Axel Wirtz MdL den Vorgang eher gelassen.

„Die Begründung allerdings, man habe ihm bisher keinen sicheren Listenplatz zugesagt, ist abenteuerlich. Die Parteien sind landauf-landab im Moment dabei, geeignete Kandidaten zu finden, und werden sich mit Listenfragen ganz am Schluss befassen. Jemand, der sich selbst nicht für mehrheitsfähig im Wahlbezirk hält und nicht auf Sieg, sondern auf Liste setzt, kann bei den Wählern kein Vertrauen gewinnen. Und eine Partei kann sich wegen der Vergabe gesicherter Mandate nicht unter Druck setzen lassen. Hier zählt allein der Wille und die Entscheidung der Mitgliederversammlung.“

Auch Willi Bündgens unterstreicht, nicht auf Rudi E. Lennartz angewiesen zu sein: „Wir haben eine ganze Reihe junger Kandidaten, die Verantwortung übernehmen wollen.“

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