Eschweiler/Stolberg - Gläserne Kunst ziert jetzt den Kreisel

Gläserne Kunst ziert jetzt den Kreisel

Von: Dirk Müller
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Die Auszubildenden und Vertret
Die Auszubildenden und Vertreter von Saint-Gobain, Stadtverwaltung und Politik weihen den Kreisverkehr mit den Glasskulpturen auf der Eschweilerstraße ein. Foto: D. Müller

Eschweiler/Stolberg. Als eine Erfolgsgeschichte hat Ferdi Gatzweiler den neuen Kreisverkehr auf der Eschweilerstraße anlässlich der offiziellen Einweihung bezeichnet.

Der Stolberger Bürgermeister erinnerte an lange Rückstaus auf der Münsterbachstraße, die Gang und Gäbe gewesen seien, als der Verkehr in dem Bereich der Landesstraße noch eine Kreuzung passieren musste. „Die vom Land vorgeschlagene Lösung einer Ampelanlage wäre eine Katastrophe gewesen. Wir haben Jahrzehnte lang für diesen Kreisverkehr gekämpft und sind glücklich, ihn jetzt zu haben, zumal er so schön geworden ist”, sagte Gatzweiler und betonte, besonders die Optik des Kreisels sei der Beweis für eine echte Kupferstädter Erfolgsgeschichte und dankte den Beteiligten.

3,5 Tonnen Glas verarbeitet

Hintergrund ist, dass der kommunale Haushalt nicht über Mittel verfügt, um das Rondell attraktiv zu gestalten. Dennoch zieren drei geometrische Glaskörper die Mitte und machen den Verkehrsknotenpunkt zu einem Blickfang. Ermöglicht hat dies das unbürokratische Zusammenwirken zweier Stolberger Unternehmen und der Stadtverwaltung. Buchstäblich die Grundlage steuerte Helmut Kutsch bei: Sein 1925 in der Kupferstadt gegründetes Unternehmen verbaute neun Kubikmeter Beton und stiftete somit das Fundament für den Skulpturenkreisel. Kugel, Pyramide und Zylinder stammen aus der Glasschule von Saint-Gobain.

„Unser Unternehmen ist seit mehr als 150 Jahren mit Stolberg verbunden, und wir sind froh, einen Beitrag zur Verschönerung der unmittelbaren Umgebung unseres Standorts leisten zu können”, erklärte Thorsten Böllinghaus, Leiter der Niederlassung in der Kupferstadt. Die gläsernen Objekte hergestellt haben Verfahrensmechaniker für Glastechnik in der Ausbildung. Mehrere Wochen arbeiteten sie an den Skulpturen, die jeweils aus 400 einzelnen Glasscheiben bestehen.

Schutz für Autofahrer

„Wir haben die 3,9 Millimeter dicken Scheiben auf die richtige Größe geschnitten, Löcher in die Mitte gebohrt und die Kanten geschliffen, damit sie nicht reflektieren und die Autofahrer nicht geblendet werden”, beschrieb Thomas Pischulla, Auszubildender im dritten Jahr. Zum Teil verklebten die acht Azubis, die den Hauptanteil an der Arbeit hatten, die Scheiben in der Glasschule mit wasserfestem Silikon, doch die Endmontage der Objekte musste aus Gewichtsgründen vor Ort geschehen.

„Insgesamt wurden rund 3,5 Tonnen Glas verarbeitet, allein der Zylinder bringt etwa 1,8 Tonnen auf die Wage”, erklärte der Referent der Glasschule Stephan Neubert und verwies auf die auszubildenden Industriemechaniker von Saint-Gobain, die die Bodenplatten, Mittelstäbe und die Aluminiumabdeckungen der Skulpturen fertigten. Beeindruckt die Glaskunst derzeit noch nur im Tageslicht, wird sie künftig auch im Dunkeln erstrahlen: Die Bauunternehmung Kutsch verlegte Stromleitungen im Fundament, und Saint-Gobain wird Pyramide, Kugel und Zylinder im Innern mit LED-Ketten bestücken.

An den Zeitschaltmechanismus der Straßenlaternen gekoppelt, werden die Objekte bald aus sich selbst heraus leuchten und damit rund um die Uhr den Kreisverkehr optisch aufwerten.
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