Gitarren-Papst Verheyen: Der Mann, der alles kann

Von: kaba
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Nach zig Jahren des Tourens kein bisschen müde: Carl Verheyen wird von Konzert zu Konzert frischer und besser. Foto: Katja Bach
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Erntete tosenden Applaus: Bettina Schelker begeisterte ihr Publikum im „Rio“.
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Ebenso gefühl- wie kraftvoll intonierte die Indestädterin Andrea Porten Verheyens Songs.

Eschweiler. Er gilt als Ausnahmegitarrist, erlebte mit der Band Supertramp goldene Zeiten und spielte nun bereits zum fünften Mal in Eschweiler auf. Carl Verheyen heizte den Gästen im Rio richtig ein, entlockte seinen Gitarren wahre Wunder an musikalischer Hingabe oder schnellsten, fetzigsten Tonkaskaden und hinterließ euphorisierte Eschweiler.

Den Auftakt des Konzertes in der Reihe Blues meets Rock machte Bettina Schelker. Die Schweizerin sang deutsche und englische Songs, mal sanft und mal mit mächtig Power. Zwar waren die Eschweiler zu Beginn noch etwas zurückhaltend, doch es dauerte nicht lange, bis die Singer-/Songwriterin das Publikum sogar dazu animieren konnte, für sie den Chor zu singen: „Dieser Song klingt viel besser, wenn ich einen Chor habe, also wie gerne singt ihr?“ Das war die entscheidende Frage und die Durchführung funktionierte überraschend gut. Mit ihrer kraftvollen, speziellen Stimme und ansprechenden Gitarrenmelodien sowie mitreißenden Rhythmen erreichte sie schnell das Publikum und erhielt viel Applaus. Die junge Sängerin kam sogar so gut an, dass die Gäste im Rio nach einer Zugabe verlangten. Mit den Worten „Ich hoffe, ich darf das“ erfüllte sie dem Publikum seinen Wunsch und legte noch einmal einen sehr gefühlvollen Song nach. Dabei waren auch die hohen Töne für die Rockerin mit dem Wolfstatoo kein Problem, und sie verließ die Bühne mit tosendem Applaus.

Den erhielt auch Carl Verheyen, als er endlich mit seiner Band die Bühne betrat. Mit dabei Andrea Proten, die als special guest die zweite Stimme sang. Dann wurde der Sound im Rio richtig aufgedreht und bereits die ersten Töne rissen das Publikum mit und begeisterten.

Kongeniale Mitstreiter

Verheyen konnte man den Spaß am Spielen deutlich ansehen und gemeinsam mit seinen Bandkollegen ließ er es richtig krachen. Doch unter dem Titel Blues meets Rock durfte natürlich nicht nur auf der E-Gitarre gespielt werden. In einer ausgewogenen Mischung und mit schönen Übergängen von einem Song zum nächsten spielte Verheyen Blues und Rock. Stimmlich unterstützt von Andrea Porten ergab sich ein tolles musikalisches Gesamtpaket. Das Duett „To the higher ground“ berührte und überzeugte mit Stimmkraft und Hingabe. Doch nicht nur Verheyen spielte mit absoluter Hingabe. Immer wieder gaben auch Bassist Dave Marotta und Drummer John Mader grandiose Soli. Vor allem Mader überraschte mit seinen Schlagzeugkünsten und löste Beifallsstürme aus. So gab er ein großartiges Solo, bei dem er mit Rasseln und Tambourin faszinierende Klänge erzeugte, oder stellte unter Beweis, dass man mit dem Schlagzeug auch ohne Sticks, also „handgemachte“ Rhythmen erzeugen kann.

Während des gesamten Konzerts stand Carl Verheyen und seinen phänomenalen Musikern die Spielfreude ins Gesicht geschrieben. Das nassgeschwitzte T-Shirt störte da auch nicht. Es animierte Verheyen lediglich dazu, von einer Begegnung mit einem Fan zu erzählen, der ihm einst 100 Euro für sein nasses Shirt geboten hatte.

Es war eine entspannte, ausgelassene und durchaus persönliche Stimmung, die den Zuschauern sehr gut gefiel. Irmgard Prell und ihre Schwester Klara Hilgers besuchten nun schon zum fünften Mal ein Verheyen-Konzert in Eschweiler und waren auch dieses Mal wieder restlos begeistert. „Er ist musikalisch und auch menschlich einfach großartig!“, erklärte Irmgard Prell und man konnte ihr ansehen, dass sie jede Minute des Auftritts genoss.

Zwei Stunden großartige Musik

Das schien auch bei den meisten anderen im Rio der Fall zu sein und vor allem die Klassiker, die Verheyen schließlich aus seinem musikalischen Koffer holte, erreichten die Menge. Die zuvor angekündigte Pause wurde von der Band einfach überspielt und so gab es knapp zwei Stunden lang großartigen Blues und Rock zu hören. Natürlich kam auch Carl Verheyen, wie zuvor Bettina Schelker, nicht ohne eine Zugabe von der Bühne.

Diese beinhaltete erneut ein gefühlvolles Duett mit Andrea Porten bevor Verheyen, Mader und Marotta es dann noch einmal mit „Bloody well right“ von Supertramp so richtig krachen ließen. Die spezielle Blues-meets-Rock- Version des Stückes beinhaltete noch einmal ein Solo von jedem und Verheyen sowie Porten strahlten über das ganze Gesicht, als erneut riesiger Beifall ausbrach.

Carl Verheyen hinterließ begeisterte Eschweiler, und die kleine Autogrammstunde im Anschluss an das Konzert war für viele ein zusätzliches Highlight. Ein kurzes Gespräch, ein Foto und eine signierte CD des Weltstars, das wird lange in Erinnerung bleiben. Und Carl Verheyen hat schon angekündigt: „I will come back to this stage“, sodass es sicherlich nicht allzu lange dauern kann, bis der virtuose Gitarrist erneut in Eschweiler aufspielt.

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