Eschweiler - Gibt es Ortsschilder in Eschweiler bald in platt?

Gibt es Ortsschilder in Eschweiler bald in platt?

Von: Vivien Nogaj
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Eischwiele, Hähle, Berschroth und Co. auf den Stadtschildern? Das steht bisher im Rat nicht zur Debatte. Foto: imago/Kai Horstmann

Eschweiler. Wenn Bürger und Besucher zukünftig stadteinwärts fahren, soll auf Ortseingangsschildern in Nordrhein-Westfalen auch die plattdeutsche Bezeichnung einer Stadt stehen – zumindest wenn es nach NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) geht. In Eschweiler stößt der Vorschlag noch auf keine große Resonanz.

Die Politikerin setzt sich dafür ein, dass hier erlaubt wird, was in einigen Bundesländern schon länger gang und gäbe ist – und stößt größtenteils auf Zuspruch. In Eschweiler gehen die Meinungen zu diesem Thema auseinander.

„Eischwiele“ könnte auf dem Ortseingangsschild stehen, oder „Aischwiele“. Da geht der Ärger schon los. Leiter des Mundartkreises im Eschweiler Geschichtsverein, Leo Braun, hält nichts davon, die plattdeutsche Version eines Städtenamen auf Ortstafeln anzubringen.

Er sei zwar Förderer der Mundart, ist sich aber auch der Konsequenzen bewusst: „Es würde eine riesige Diskussion geben. Jeder, der Mundart aufschreibt, meint, er schreibt sie richtig.“ Eine eindeutige Rechtschreibregel gibt es dafür aber nicht. In der Rheinischen Dokumenta etwa, die Mundarten des Rheinlands erfasst, stehen die plattdeutschen Begriffe deshalb in Lautschrift. „Bei Mundarten ist die Aussprache das Zentrale, nicht die Schreibweise“, erklärt Braun.

Karnevalspräsident Norbert Weiland würde Eschweiler in der plattdeutschen Variante intuitiv mit „Ei“ schreiben. Er fände es gut, wenn auf den Ortstafeln auch die plattdeutsche Schreibweise zu lesen wäre. „Das zeugt von Heimatverbundenheit und Tradition“, sagt er. Dass Besucher und Fremde vermutlich nichts damit anfangen könnten, stört ihn nicht. „Dann hätte es immer noch einen Unterhaltungseffekt“, sagt er.

Dieser würde die Stadt, im Falle einer Umsetzung, Geld kosten: Eschweiler müsste selbst für die Erneuerung der Straßenschilder aufkommen. Geld, das besser „in Schulen oder Einrichtungen für Kinder“ investiert werden sollte, findet Bürgerin Ruth Getz.

Stadtsprecher René Costantini weist konkrete Pläne aber ohnehin zurück: „Das ist bei uns kein Thema. Eine Erneuerung der Ortsschilder ist bei uns weder angedacht noch sonst in irgendeiner Form besprochen worden“, sagt er. Vor einigen Jahren, als erlaubt wurde, Zusatzbezeichnungen an Ortsschildern anzubringen (etwa wie „Kupferstadt“ bei Stolberg) habe es zwar eine Überlegung gegeben, Eschweiler als „Braunkohlestadt“ oder „Karnevalsstadt“ zu bezeichnen, diese wurde aber aufgrund mangelnder Initiative schnell wieder verworfen.

Es scheint somit, als würde „Eischwiele“, auch bei einer möglichen Gesetzesänderung, in Zukunft auf Ortsschildern ausschließlich „Eschweiler“ bleiben.

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