Eschweiler - Gibt es ausreichend Angebote für Jugendliche?

Gibt es ausreichend Angebote für Jugendliche?

Von: se
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Nicole Hillemacher-Esser weiß, was den Jugendlichen in Eschweiler fehlt. Foto: T. Röber

Eschweiler. Was hat die Indestadt für Jugendliche eigentlich zu bieten? Ist Eschweiler eine jugendfreundliche Stadt und wo muss sich dringend etwas ändern? Fragen über Fragen, auf die sie eine Antwort weiß: Nicole Hillemacher-Esser. Sie arbeitet bei der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Eschweiler.

Täglich steht sie mit den Jugendlichen der Indestadt in Kontakt und ist sich sicher: „Eschweiler hat viel zu bieten. Ich denke, dass es hier genug Angebote für Jugendliche gibt.“

Doch nicht jeder Heranwachsende teilt diese Meinung. „Woran es liegt, dass viele Jugendliche denke, dass es in Eschweiler nichts gibt? Das fragen wir uns manchmal auch“, sagt Hillemacher-Esser und lacht. Wird für Projekte, Events und Freizeitmöglichkeiten zu wenig Werbung gemacht oder liegt es sogar daran, dass die Jugendlichen sich nicht genügend informieren? „Ich kann mir gut vorstellen, dass man irgendwann einfach nicht mehr sieht, was schon da ist, weil es einfach selbstverständlich geworden ist“, so Hillemacher-Esser.

Das beste Beispiel dafür: Bolz- und Fußballplätze. Immer wieder werde bemängelt, dass man nicht auf Fußballplätzen spielen dürfe, dabei gebe es zwölf Bolzplätze auf denen man sich austoben könne, berichtet Hillemacher-Esser. Ein weiteres Beispiel: das Eschweiler Kino. „Immer wieder höre ich von Jugendlichen, dass sie nach Alsdorf oder Aachen fahren. Dabei haben wir ein Kino direkt vor der Tür und dort können auch 3-D-Filme geschaut werden“, sagt die Sozialpädagogin.

Generell seien die Angebote für die Jugendlichen gut. „Wir sind auch immer offenen für Vorschläge, die von den Jugendlichen kommen“, so Hillemacher-Esser. Diese seien allerdings selten. Warum? Neben der Schule fehlt den jungen Erwachsenen meist einfach Zeit und Lust, um sich noch zu engagieren.

Bei Maike, Sokol und Co. ist das allerdings ganz anders. Sie sind Mitglieder der Arbeitsgruppe Jugendpartizipation. Was man darunter verstehen kann? Ganz einfach: Im Jahr 2013 wurde die Arbeitsgemeinschaft gegründet. Im vergangenen Jahr stellten die jungen Erwachsenen Veranstaltungen wie „Das geht!“ und „Food & Talk“ auf die Beine, dessen Fortsetzung auch in diesem Jahr stattfand.

Und damit nicht genug. Seit Dezember traf sich die Gruppe, die aus 14 Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren besteht, acht Mal. Besuche im Landtag in Düsseldorf sowie des Jugendhilfeausschusses der Stadt Eschweiler standen bereits auf dem Programm. In Letzterem stellen die Jugendlichen in den kommenden Wochen die Ergebnisse ihrer Veranstaltungen vor.

Selbstverständlich sei dies jedoch keineswegs, meint Hillemacher-Esser. „Ohne die Jugendlichen wären solche Projekte natürlich gar nicht möglich. Und dass sie sich neben der Schule, die ja mittlerweile bis 16 Uhr dauert, ihren Hobbys und Nebenjobs noch so engagieren, davor muss man wirklich den Hut ziehen. Man muss aber auch verstehen, wenn sie einfach mal frei haben wollen“, meint Nicole Hillemacher-Esser.

Auch die 17-jährige Schülerin Verena Dondorf hat nicht immer Lust nach der Schule noch aktiv zu werden. „Manchmal möchte man sich auch einfach mal mit seinen Freunden treffen, die sieht man ja sowieso schon so selten“, sagt sie. Doch wie kann sich in der Inde-stadt etwas ändern, wenn die Jugendlichen nicht mitsprechen? Aus diesem Grund trifft sich die Arbeitsgemeinschaft auch in der kommenden Woche wieder.

Das Motto, der auch die Mobile Jugendarbeit vertritt, lautet: „Wir arbeiten von Jugendlichen für Jugendliche und bemühen uns, ihre Interessen so gut umzusetzen, wie es geht. Trotzdem kann man es nicht immer jedem recht machen“, sagt Hillemacher-Esser.

Zwar sind nicht alle jungen Erwachsenen von dem Freizeitangebot in der Indestadt angetan, Wegziehen kommt für den Großteil von ihnen trotzdem nicht in Frage. Sie arbeiten lieber fleißig daran, dass sich ihre Wünsche vielleicht doch noch erfüllen.

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