Gewohntes Zuhause für Demenzkranke wichtig

Von: sh
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Unter die „Schriftsteller” gegangen: Winfried Effenberg, Seniorenbeauftragter der Stadt, hält die druckfrische Broschüre „Demenz zuhause erleben” in der Hand. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Druckfrisch präsentierte Winfried Effenberg, Seniorenbeauftragter der Stadt, im Sozial- und Seniorenausschuss die Broschüre „Demenz zuhause erleben”, die ab sofort im Rathaus, im Krankenhaus, in der städtischen Senioreneinrichtung an der Marienstraße und an vielen anderen Stellen kostenlos ausliegt.

Auf 23 Seiten gibt es zahlreiche Tipps für die individuelle Wohnraumanpassung bei Demenz. Das Info-Heft erscheint in einer Auflage von 2000 Stück. „Viele Menschen mit einer Demenzerkrankung leben heute in Eschweiler und werden in der eigenen Wohnung und durch die eigene Familie versorgt und betreut”, weiß Effenberg.

Untersuchungen zeigen, dass die vertraute Umgebung eine entscheidende Orientierungshilfe für Menschen mit Demenz bietet. Trotzdem gebe es einige Aspekte, die es dabei zu berücksichtigen gilt. Was muss in der Wohnung zum Beispiel bei Türen, Fenstern und Bodenbelägen, aber auch bei der Beleuchtung beachtet werden? Wie gestaltet man den Eingangsbereich, welche besonderen Vorrichtungen bieten sich im Bad und auf der Toilette an? Das kleine Heftchen greift anschaulich mit zahlreichen Bildern und kurzen prägnanten Texten die verschiedenen Themenkomplexe auf.

„Die Broschüre erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit”, verwies Effenberg bei der Präsentation auf die ebenfalls im Demenzwegweiser aufgelistete Fachliteratur, auf entsprechende Internetangebote und Kontaktadressen. Seit 2009 existiert in Eschweiler ein runder Tisch „Demenz” mit mittlerweile über 30 Teilnehmern. Infoveranstaltungen wie vor einer Woche im städtischen Seniorenzentrum gehören ebenso zu den Aktivitäten wie die nun erschienene Broschüre. „Sie soll vor allem eine Hilfe für Angehörige sein. Der Demenzkranke sieht sich selbst nicht als Kranker, daher sind in gewisser Weise die pflegenden Angehörigen die eigentlich Betroffenen”, so Effenberg.

Vor der Präsentation des Demenzwegweisers wählten die Mitglieder des Sozial- und Seniorenausschusses die Vorsitzende Agnes Zollorsch (SPD) einstimmig zum beratenden Mitglied im Seniorenbeirat der Städteregion Aachen. Stellvertreterin ist Marlene von Wolff (Grüne). Ebenfalls einstimmig wurde der Zuschuss für die Allgemeine soziale Beratung durch den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) beschlossen. Seit dem 1. Januar 2008 erhält der SkF Eschweiler einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 27100 Euro für die Allgemeine soziale Beratung. Der damals geschlossene Vertrag soll nun zunächst für zwei weitere Jahre gelten.

Schlechte Nachrichten hatte abschließend noch Winfried Effenberg zu vermelden: Im vergangenen Jahr hatte der Ausschuss eine Resolution verabschiedet, die sich für eine Wiederaufnahme der beliebten ARD-Verkehrssendung „Der 7. Sinn” einsetzte. WDR-Intendantin Monika Piel machte in ihrem Antwortschreiben jedoch keine Hoffnung auf eine Wiederbelebung des 7. Sinns. 2005 wurde die Sendung wegen angeblich sinkender Einschaltquoten aus dem Programm gestrichen. Piel versicherte aber, im Rahmen anderer Servicesendungen immer wieder Verkehrsthemen aufzugreifen.
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