Eschweiler - GeTeCe: Starthelfer für Firmen auf dem Weg zum Gipfel

GeTeCe: Starthelfer für Firmen auf dem Weg zum Gipfel

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
12042960.jpg
Der neue Geschäftsführer des GeTeCes an der Gartenstraße: René Schulz vom Amt für Wirtschaftsförderung. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Der heute gängige Begriff des Unternehmensstarters war bei der Gründung des Gewerbe-Technologie-Centers (GeTeCe) an der Gartenstraße vor 27 Jahren noch ungewöhnlich. In dem ehemaligen Kasernengebäude, wo zwischenzeitlich auch die Berufsschule untergebracht war, erhalten neue Firmen bis heute ein Sprungbrett.

Dies soll auch mit dem neuen Geschäftsführer René Schulz so bleiben. Der Diplom-Verwaltungswirt in der Stadtverwaltung Eschweiler trat zum Jahreswechsel die Nachfolge von Dietmar Röhrig an, der 22 Jahre lang an der Spitze des GeTeCes stand und zu einem Immobilienunternehmen wechselte.

Große Fußstapfen

Völliges Neuland betritt der 32-Jährige nicht, auch wenn die Aufgaben natürlich umfangreicher geworden sind. Seit dem Jahr 2010 arbeitet er im Amt für Wirtschaftsförderung, war dort an zahlreichen Ansiedlungen von Unternehmen beteiligt und schaute seinem Vorgänger mehrmals über die Schulter.

Dennoch geht er sein neues Amt mit einer Portion Respekt an, wohl wissend, dass Dietmar Röhrig große Fußstapfen hinterlassen hat, in die er treten soll. Auf seinen Vorgänger angesprochen, lobt er vor allem dessen „Verlässlichkeit“. „Bei Gesprächen mit Firmen über Ansiedlungen ist Seriosität entscheidend“, weiß Schulz.

Dass Röhrig das Feld gut beackert übergeben hat, unterstreicht die Tatsache, dass das GeTeCe voll belegt ist. Lediglich zwei kleinere Büroeinheiten sind aktuell unbesetzt. Über 30 Firmen haben dort ihren Sitz, gleichbedeutend mit über 200 Arbeitsplätzen.

„Viele Unternehmen haben hier begonnen und sind seitdem gewachsen“, berichtet Bürgermeister Rudi Bertram. Der Verwaltungschef macht keinen Hehl daraus, dass Röhrigs Weggang eine große Lücke hinterlassen hat. „Sein Wechsel hat uns überrascht, obwohl ich natürlich niemandem Steine in den Weg legen würde, wenn er sich beruflich verändern will“, sagt Bertram.

Die Aufgaben von Dietmar Röhrig wurden auf mehrere Schultern verteilt. Die Leitung des Amtes für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus übernahm Dieter Kamp. Die Position des GeTeCe-Geschäftsführers bekleidet nach dem Beschluss der Gesellschafterversammlung René Schulz. Neben der Stadt Eschweiler, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer Aachen zählen auch sieben in der Städteregion tätige Unternehmen dazu.

Vielfältige Unterstützung

Das GeTeCe wurde im Jahr 1989 gegründet, um Firmengründern unter die Arme zu greifen. Dies spiegelt sich zum einen in einem günstigen Mietpreis wider, zum anderen bietet man an der Gartenstraße Unterstützung bei Behördengängen und knüpft Kontakte zu anderen Unternehmen und Hochschulen.

Auch auf ein eigenes Sekretariat kann verzichtet werden – zentrale Bürodienstleistungen zählen auch zum Angebot. Da die Gründer- und Technologiezentren in der Aachener Region miteinander zusammenarbeiten, können Firmen auf ein großes Netzwerk zurückgreifen. 14 solcher Zentren haben sich zusammengeschlossen. Bleibt noch der Weg zu Fördertöpfen und Finanzierungsmöglichkeiten: Auch diesen will man im GeTeCe jungen Unternehmern ebnen.

Nach wie vor wird René Schulz meistens im Rathaus anzutreffen sein. Das Büro im GeTeCe wird von Petra Reinhard geleitet. Die „gute Seele“ des Hauses arbeitet schon seit den Anfängen des Eschweiler Gründerzentrums an der Gartenstraße. „Sie ist mir mit ihrer großen Erfahrung natürlich eine enorme Hilfe“, sagt Schulz. Wie viele Stunden seiner Arbeitszeit er am Schreibtisch im GeTeCe verbringt, variiert. „Am Anfang waren es natürlich mehr, bis alle Abläufe bis ins Detail bekannt sind“, räumt er ein.

Die Einarbeitungsphase hat er hinter sich gelassen. Nach seinem Abitur an der Bischöflichen Liebfrauenschule hat der gebürtige Werther eine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt abgelegt. Zunächst im Organisationsamt tätig, wechselte er ins Amt für Wirtschaftsförderung. „Dort ist man nicht in so strenge Vorgaben gezwängt wie an anderen Stellen in der Verwaltung“, berichtet er. Er verstehe sich vielmehr als Dienstleister für die Unternehmen, die sich in Eschweiler ansiedeln wollen oder auf der Suche nach einem geeigneten Areal sind.

Setzt er auf Seriosität und Zurückhaltung in seinem Beruf, so will Schulz in seiner Freizeit gerne einmal hoch hinaus: Er ist passionierter Bergsteiger und leitet Gruppen als solcher auch einmal gerne an. „Das Risiko ist aber auch dort immer kalkulierbar“, gesteht er. Klingt nach einem jungen Unternehmen, das einen Gipfel ersteigen will, sich aber über den Weg klar werden und Risiken erkennen muss. Auch für Existenzgründer will Schulz schließlich in Zukunft ein guter Berater sein...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert