Gesunkene Besucherzahlen: Rio stellt den Discobetrieb ein

Von: Tobias Röber
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Das Rio ist seit Karneval ins Hintertreffen geraten. Aus diesem Grund findet in der kommenden Woche die vorerst letzte Party statt. Auch ein neuer Pächter wird gesucht. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Der Markt und die Schnellengasse erleben seit einigen Jahren einen rasanten Aufschwung. Immer mehr Lokale sind besetzt, das Angebot ist vielfältig. Jetzt gibt es einen Dämpfer. Das im Oktober 2014 wiedereröffnete Rio stellt in wenigen Tagen seinen Discobetrieb ein. Zumindest vorerst.

„Die Bilanz fällt eher ernüchternd aus“, sagt Inhaber Max Krieger. Bis Karneval habe man gut zu tun gehabt. Die regelmäßigen Mottonächte, Partys mit wechselnden DJ‘s, Konzerte etc. seien gut besucht gewesen. Nach Karneval habe es dann jedoch einen Bruch gegeben. „Danach waren meine Pächter nicht mehr zufrieden und ich somit auch nicht“, sagt Max Krieger. Es sei Vieles probiert worden, um sich an die Trends und Bedürfnisse anzupassen.

„Vielleicht ein Fehler“

Oldie-Nights, Soul-Funk-Abende, Karnevalspartys – es gab etliche Versuche, das Rio mehr zu beleben. Vergebens: Mitunter seien bei den Veranstaltungen am Wochenende deutlich unter 100 Besucher im Rio gewesen. Auch der Eintritt und Mindestverzehr wurden in den vergangenen Monaten gestrichen. Für Max Krieger „vielleicht ein Fehler“, da dies zu einem Publikumswechsel geführt habe. Die gut verzehrenden Mottoparty-Besucher seien so nicht mehr unter sich gewesen.

„Es gibt sicherlich viele Gründe, warum das teilweise schlecht angenommen wurde“, so Krieger. Am Lokal an sich liegt es seiner Meinung nach nicht. Er führt auch Konkurrenzveranstaltungen, verändertes Ausgehverhalten und den demografischen Wandel an.

Max Krieger sucht fürs Rio nun auch neue Pächter. Im Rahmen des Eschweiler Music Festivals 2014 hatte es einen zweitägigen Probelauf mit Norbert Esser und Dieter Faust gegeben. Die beiden betreiben das Chaplin in der Schnellengasse. Beim EMF lief es gut und somit bekam das Duo den Zuschlag. „In beiderseitigem Einvernehmen“ habe man sich nun darauf geeinigt, das Pachtverhältnis zu beenden, erklärt der Kulturmanager. Norbert Esser wollte auf anfrage unserer Zeitung keine Auskunft erteilen. Esser und Faust zahlen bereits keine Pacht mehr. Max Krieger spricht von einem sehr „fairen, offenen und vertrauenswürdigen Verhältnis“ zu den beiden Pächtern.

Und nun? Am Samstag, 1. August, findet der letzte Discoabend statt, danach gibt es erstmal nur noch Konzerte. Die neun Bands proben auch weiterhin im Keller des Gebäudes. Neue Pächter soll es laut Max Krieger nur dann geben, wenn diese ein überzeugendes Konzept vorlegen, Gastroerfahrung sowie gute Bonität mitbringen. Allerdings ergänzt der Inhaber: „Wo findet man das heute noch?“ Auch ein Gastronom sei denkbar, der das Rio für Hochzeiten, Familienfeiern, Firmenfeste und ähnliches etablieren möchte.

Etwas Positives möchte Max Krieger auch betonen: Seit der Eröffnung habe es keinen negativen Zwischenfall gegeben, was für eine Disco eher unüblich sei. Somit sei es gelungen, zum besseren Image der Schnellengasse beizutragen. Zudem sei die Gasse dank der neun Bands auch unter der Woche abends belebt.

Max Krieger hofft, schon im August einen neuen Pächter zu finden. sollte es bis Ende des Jahres immer noch keine Lösung geben, denkt er über Umbaumaßnahmen etwa für weitere Proberäume nach.

Im Herbst wird mit der Sanierung des Marktplatzes und dem Bau der Treppe begonnen. Man darf gespannt abwarten, ob das Rio ebenfalls einen erneuten Aufschwung erlebt.

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