Eschweiler - Gesundheitsreformen: „Reines Rumschustern an Symptomen”

Gesundheitsreformen: „Reines Rumschustern an Symptomen”

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Eschweiler. Im Rahmen des Donnerberger Gesprächskreises listete der geschäftsführende Vorstand des St.-Antonius-Hospitals (SAH) die Gesundheitsreformen seit 1977 auf. Insgesamt waren es 22 Reformen in 23 Jahren. „Ein ständiges Rumschustern an Symptomen”, kritisiert der Fachmann.

„Verwaltungsreform im Gesundheitssystem” war der Vortrag des 42-jährigen Krankenhausmanagers überschrieben. Scheinbar trockene Kost, die Wagenbach vor zahlreichen Zuhörern im Offiziersheim, darunter auch Gastgeber und Kasernenkommandant Jürgen Werner, aber äußerst kurzweilig und anschaulich zu präsentieren wusste.

Alle Reformen und Gesetze der Vergangenheit verfolgen ein Ziel: Geld sparen. Das aber, so Wagenbach, traue sich kein Politiker öffentlich zu sagen. „Leistungen werden gekürzt, Zuzahlungen gleichzeitig erhöht”, bringt es der Krankenhauschef auf eine griffige wie bitterwahre Formel.

Das paritätische Prinzip - Krankheitskosten werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer salomonisch geteilt - ist längst aufgehoben. Vom derzeitigen Einheitsbeitrag in Höhe von 15,5 Prozent übernimmt der gesetzlich Versicherte 8,2 und der Arbeitgeber 7,3 Prozent.

Vor allem Ehrlichkeit der Verantwortlichen vermisst der SAH-Geschäftsführer. „Wir haben eine Zwei-Klassen-Medizin”, sagt Wagenbach klipp und klar. Für den Verwaltungsfachmann geht es darum, sein System - das Krankenhaus - am Laufen zu halten.

Dass der Patient, dessen Wohl, Behandlungs- und Heilungsverlauf stets im Mittelpunkt stehen müsse, nicht zuletzt bei einem Hospital in kirchlicher Trägerschaft, ist für Elmar Wagenbach eine entscheidende Maxime auch seiner Arbeit. „Man darf die Wirtschaftlichkeit nicht über die Moral stellen.”
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