Gesundes zur Pause? Zeigt her Eure Brote!

Von: Sonja Essers, Rudolf Müller und Tobias Röber
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Pausenbrot
Schicke Butterbrotdosen haben sie fast alle. Der Inhalt kann aber nicht immer mithalten. Foto: dpa

Eschweiler. Schicke Butterbrotdosen haben sie fast alle. Aber kann auch der Inhalt den Ansprüchen genügen, die Experten an einen guten Pausensnack richten? Gemeinsam mit Sonja Denner, Diplom-Oecotrophologin – sprich: Ernährungswissenschaftlerin – am St.-Antonius-Hospital, haben wir Grundschülern am Donnerstag in die Pausenbrotdosen geschaut. Sie weiß genau, was gut ist für Kinder, deren Körper noch wachsen wollen. Und das möglichst nicht nur in die Breite.

19 Kinder der vierten Klasse der Katholischen Grundschule Röhe überraschten wir am Donnerstag mit unserem Besuch, von dem lediglich Schulleiter Markus Neuefeind vorab informiert war. Er weiß, wie wichtig gesunde Ernährung ist: Im Rahmen des EU-Schulobst- und Gemüseprogramms (siehe Box) werden die Klassen drei Mal pro Woche mit frischem Obst beliefert. Der Korb steht für alle zur gefälligen Bedienung bereit. Auch für den einen unter den normalerweise 20 Viertklässlern, der ohne Frühstücksbrot zur Schule kommt. Von dem Obstkorb ist Sonja Denner besonders angetan. Ist dies auch nach dem Blick in die Brotdosen noch so?

Gesund, ausreichend gesund oder unzureichend gesund? Sonja Denner hat den Inhalt von 19 Brotdosen nach strengen Kriterien beurteilt. Zum Beispiel, ob sich Obst und Gemüse und eiweißhaltige Produkte darin fanden, ob Vollkornprodukte enthalten waren oder besonders zuckerhaltige Nahrungsmittel. Das Ergebnis – siehe oben – war positiver als erwartet: Nur zwei Frühstücke fanden keine Gnade in den Augen der Expertin, zwölf bekamen das Prädikat „gut“ – zwei davon zeichnete Sonja Denner sogar mit einem doppelten Smiley als „Spitze“ aus. Und sechs Snacks gingen noch als „geht so“ durch.

Die Pausenbrote der Schüler wurden von der Expertin nicht nur genaustens unter die Lupe genommen. Denner gab den Kindern auch den einen oder anderen guten Tipp, worauf man beim perfekten Pausenbrot achten sollte. Das sieht so aus: Dunkles Brot mit Körnern oder Nüssen, ein wenig Butter, eine Scheibe Käse und obendrauf noch Gurkenscheiben. Das sei nicht nur lecker, sondern vor allem gesund, erklärt die Ernährungsexpertin.

Auch Naschen sei immer mal wieder erlaubt. Man sollte jedoch darauf achten, nicht zu viele süße Leckereien zu essen, sagte Denner, auf deren Erklärung sich prompt eine Schülerin meldete. Sie dürfe nicht zu viel Schokolade essen, gab das Mädchen zu. Trotz der Lebensweisheit, die ihre Mutter ihr mit auf den Weg gegeben hat: „Meine Mutti sagt immer: ,Schokolade macht nicht dick, sie formt nur.e_SSLq“

Heute seien in den Brotdosen der Schüler nur noch selten Süßigkeiten zu finden. Rektor Markus Neuefeind erinnert sich allerdings noch gut an andere Zeiten: „Als ich vor viereinhalb Jahren an der Schule angefangen habe, kamen die Kinder teilweise mit Chips-Tüten und Limonade in den Unterricht.“ Ein Brief an die Eltern zeigte seine Wirkung, und seitdem sind die extrem zuckerhaltigen Lebensmittel und Getränke in den Klassen tabu.

Stattdessen werden die Kleinen nicht nur mit ausreichend Obst, sondern auch mit Mineralwasser versorgt. In jeder Klasse steht ein Kasten, den entweder die Eltern oder die Klassenpflegschaft finanziert und an dem sich die Kinder auch während des Unterrichts bedienen können.

Die Schüler haben zudem die Möglichkeit, Milch, Kakao, Erdbeer- und Vanillemilch zu bestellen. Dieses Angebot werde unterschiedlich wahrgenommen, meint Neuefeind. Während in der vierten Klasse nur fünf Kinder regelmäßig bestellen, seien die Kisten in den unteren Klassen voller. „Da sind es dann auch mal 13 oder 14 Kinder“, sagt der Schulleiter.

Nicht nur Sonja Denner ist mit dem Test-Ergebnis der Klasse zufrieden. Auch Neuefeind lobt seine Schützlinge: „Hier hat sich einiges geändert. Mittlerweile frühstücken die Kinder wirklich gesund.“

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