Gesellschaft am See bald nicht mehr flüssig

Von: Patrick Nowicki
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Trubel am See: Aber die Blaust
Trubel am See: Aber die Blausteinsee-GmbH sucht nach Geldquellen. Sollten die Gespräche mit potenziellen Investoren scheitern, ist sie bald nicht mehr liquide. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Das Warten am See auf einen großen Investor und damit auf einen Geldsegen für die Blausteinsee-GmbH geht weiter. Gepumpt werden muss dennoch, schließlich versickert immer noch viel Wasser. Das kostet 100.000 Euro jährlich.

Allerdings halten sich die Einnahmen der Gesellschaft in Grenzen, sodass der Geschäftsführer der GmbH und Technische Beigeordnete der Stadt, Hermann Gödde, vorsorglich Alarm schlägt. Wenn nicht bald eine neue Einnahmequelle gefunden wird, dann ist das Unternehmen nicht mehr flüssig. Von über 200.000 Euro ist die Rede, die dann von den beteiligten Kommunen ausgeglichen werden müssten. „Bei der aktuellen Haushaltssituation der Städte ist das sicherlich schwierig, zumal es sich um eine freiwillige Ausgabe handelt”, befürchtet Gödde.

Er ist jedoch optimistisch, dass der schlimmste Fall nicht eintritt. Schließlich steckt er für die Stadt in guten Gesprächen mit zwei potenziellen Geldgebern. Mit einem weiteren soll es in diesen Tagen ein erstes Treffen geben. Allerdings kann Gödde weder Ross noch Reiter nennen, weil er zur Verschwiegenheit angehalten ist. „Ich kann die Leute verstehen, die immer wieder nachfragen und ungeduldig werden”, sagt er. Deswegen soll mehr Bewegung in die Sache kommen, denn auch die Politiker - vor allem die Oppositionsparteien - scharren mit den Hufen. Gödde selbst will endlich Ergebnisse präsentieren. Deswegen soll ein Zeitfenster verhandelt werden, damit die Bürger wissen, wann endlich gebaut wird.

Auf dem Papier ist die Blausteinsee-GmbH steinreich, schließlich stehen den jährlichen Kosten hohe Grundstückswerte gegenüber. Diese sind allerdings noch nicht verkauft, sodass das Konto immer gegen Null tendiert. Die einzigen zuverlässigen Einnahmen sind derzeit die Gebühren der Taucher und Segler: Allerdings sinken diese Zahlen und gleichen noch nicht einmal die Pumpkosten aus. Die RWE Power AG stundete deswegen die Pump-Rechnung. „Wir sind mit dem Konzern immer in gutem Kontakt”, lobt Gödde das Verständnis des Energieriesen.

In diesem Jahr erwarb die Stadt Eschweiler angrenzende Äcker von der Gesellschaft. „Das ist auch Flächenmanagement, schließlich braucht eine Kommune auch Areale zum Tausch”, begründet Gödde diesen Schritt. 310.000 Euro zahlte die Stadt dafür. Allerdings hilft das der GmbH nur über die nächsten Monate, denn jährlich sind fast 30.000 Euro fällig, um den Müll am See zu entsorgen. Weitere 37.000 Euro kostet der Sicherheitsdienst. Hinzu kommen Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro, die mit 25.000 Euro Zinsen zu Buche schlagen, sowie gesetzlich vorgeschriebene Wasseruntersuchungen für 20.000 Euro.

Ein Investor würde viele Probleme am See mit einem Schlag lösen. „Wer dort eine Immobilie betreibt, hat ein großes Interesse daran, dass sie und auch das Umfeld intakt ist”, ist sich Gödde sicher. Die hohen Kosten erklären aber auch, warum die GmbH auf Gedeih und Verderb auf der Suche nach einem größeren Investoren ist: Ein Gastronomiebetrieb am Ufer benötigt weniger Fläche und erziele damit einen geringeren Erlös. „Die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf an einen Großinvestoren hingegen würden die Pumpkosten über Jahrzehnte sichern”, so Gödde. Die GmbH wäre dann auch nur noch für das Gewässer, die forstwirtschaftliche Betreuung und die Wege am See zuständig.

Noch bleibt Zeit für Verhandlungen, zumindest aus finanzieller Sicht. Mitte des nächsten Jahres dürften die liquiden Mittel aufgebraucht sein, dann träte der Fall ein, dass die Kommunen helfen müssen. 41 Prozent der Gesellschaftsanteile hält die Stadt Eschweiler, sie müsste demnach auch 82.000 Euro von 200.000 Euro berappen. Ebenfalls zur Kasse gebeten werden die übrigen Anteilskommunen Stolberg (52.000 Euro), Würselen (20.000), Alsdorf (36.000) und Aldenhoven (10.000). Ein Szenario, das die Städte schwer treffen würde und deswegen unbedingt vermieden werden soll.
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