Geschichtsverein zu Gast im Europaparlament

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Eine Gruppe des Eschweiler Geschichtsvereins war zu Gast im Europaparlament in Brüssel. Foto: Hannah Sanders/Büro Arndt Kohn

Eschweiler. Der Eschweiler Geschichtsverein hat das Europäische Parlament in Brüssel besucht. Der Abgeordnete Arndt Kohn begrüßte die Gäste, darunter auch einige aus seinem Heimatort Stolberg-Vicht. Der 36-jährige SPD-Politiker freute sich über den Besuch und berichtete von seiner Arbeit im Parlament.

Im anschließenden Gespräch diskutierten die Teilnehmer mit Arndt Kohn lebhaft über Europapolitik. Insbesondere die aktuelle Debatte um die Verteilung von Flüchtlingen zwischen den EU-Mitgliedstaaten interessierte die Besucher. „Das ist ein ganz schwieriges Thema“, so Arndt Kohn, „aber es kann nicht sein, dass einige wenige Länder die Hauptlast tragen und andere Mitgliedstaaten wie beispielsweise Ungarn sich querstellen und nicht mal einigen wenigen Flüchtlingen Schutz bieten wollen.“ Zwang sei aber auch keine Lösung, sondern erzeuge nur noch größeren Widerstand. „Wir müssen mit den Ungarn im Gespräch bleiben und versuchen, Alternativen zu finden. Denkbar ist zum Beispiel ein finanzieller Beitrag, den die Länder leisten könnten, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen.“

Wie sich die Europäische Union denn in Zukunft weiterentwickeln könne, wollte ein Besucher wissen. „Die Kommission hat verschiedene Vorschläge in die Diskussion eingebracht“, erklärte Arndt Kohn. „Ein einfaches ‚Weiter so!‘ kann es jedenfalls nicht geben. Wenn einzelne Mitgliedstaaten gemeinsam Projekte vorantreiben wollen, müssen sie dies auch tun können, ohne auf alle anderen zu warten.“

Nach dem Gespräch mit Arndt Kohn besichtigten die Eschweiler den Plenarsaal des Europäischen Parlaments und erfuhren, wie die Verdolmetschung der Sitzungen in alle Amtssprachen des Parlaments funktioniert. Denn die Dolmetscher übertragen das gesprochene Wort bei den Plenartagungen simultan in die 24 offiziellen Sprachen der Europäischen Union, so dass sowohl die Abgeordneten als auch die Zuschauer den Debatten jeweils in ihrer Muttersprache folgen können. Das Europäische Parlament stand im Zentrum der Studienfahrt, doch auch die Brüsseler Sehenswürdigkeiten kamen nicht zu kurz: Die geschichtsinteressierte Gruppe erkundete die historische Altstadt und besichtigte unter anderem den eindrucksvollen Marktplatz und die Kathedrale.

„Ein gelungener Ausflug“

Der Geschichtsverein Eschweiler mit seinen über 1100 Mitgliedern veranstaltet regelmäßig Exkursionen. Brüssel sei da ein lohnendes Ziel, erklärte Kurt Manthey vom Vereinsvorstand: „Europäische Politik ist für unsere Mitglieder von großem Interesse – ein Besuch im Parlament ist da ist viel besser, als wenn man solche Themen nur für ein paar Minuten im Fernsehen sieht.“ Besonders spannend sei gewesen, von Arndt Kohn die Arbeit eines Abgeordneten aus erster Hand zu erfahren: „Das erfährt man ja sonst nicht so genau im Detail. Das war wirklich ein gelungener Ausflug.“

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