Germanias Fußballabteilung sieht sich auf dem Weg der Besserung

Von: ran
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Nimmt den „Neustart“ zur Saison 2014/2015 beim FC Germania 07 Dürwiß in Angriff: die neuformierte Mannschaft mit Trainer Hajo Berndt (links), Co-Trainer Ralph Münstermann (rechts) und Torwarttrainer Sven Vorburg (2. v. r.). Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war der wohl schmerzlichste Tiefschlag in der inzwischen 107-jährigen Geschichte des FC Germania 07 Dürwiß: Vor Beginn der Rückrunde der vergangenen Saison mussten die Vereinsverantwortlichen die 1. Mannschaft aus finanziellen Gründen aus dem Spielbetrieb der Bezirksliga abmelden.

„Ein Schritt, der sehr weh getan hat“, denkt Geschäftsführer Udo Wolff ungerne einige Monate zurück. Doch bereits im Moment des Rückzugs galt die Konzentration dem Neustart zur Spielzeit 2014/2015. Gezwungenermaßen in der Kreisliga A, aber immerhin.

Inzwischen läuft die Saisonvorbereitung auf vollen Touren und erste (kleine) Hoffnungsschimmer können vermeldet werden. Zu allererst konnte mit Hajo Berndt ein Ur-Dürwißer als Trainer gewonnen werden, der die Germania bereits in der Saison 1999/2000 betreute und per Relegation vor dem Abstieg aus der Bezirksliga rettete. „Offensichtlich bin ich ein Trainer für die harten Zeiten“, schmunzelt der 58-Jährige, der nach seiner Dürwisser Zeit zehn Jahre lang beim VfR Linden-Neusen tätig war. Gemeinsam mit seinem „Co“ Ralph Münstermann, Torwarttrainer Sven Vorburg, Geschäftsführer Dieter Wolff und Dietmar Schloßmacher, der neben seiner Arbeit als Koordinator des Mädchen- und Frauenfußballs bei der Germania für die Gewinnung neuer Vorstandsmitglieder verantwortlich zeichnet, hat sich Hajo Berndt das Ziel gesetzt, die Germania vor dem „Durchreichen“ nach unten zu bewahren.

Gespräche mit 60 Spielern

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, führte der Coach Gespräche mit 60 (!) Spielern. Zum Abschluss dieses „Castings“ stehen nun 22 Spieler im Kader der A-Liga-Mannschaft. „Einige Kandidaten, mit denen ich gerne zusammengearbeitet hätte, haben leider abgesagt und spielen stattdessen lieber in B- oder C-Ligateams“, musste Hajo Berndt bereits den einen oder anderen Rückschlag hinnehmen.

„Einerseits hat der Ruf von Germania Dürwiß durch die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit gelitten, andererseits kursierten auch vor dieser Saison haltlose Gerüchte“, liefert der Trainer gleich mehrere Begründungen. Dass trotz dieser Absagen aber Potenzial in der Mannschaft vorhanden zu sein scheint, zeigte der vergangene Sonntag, an dem die neuformierte Germania das Freundschaftsspiel gegen den Bezirksligisten Alemannia Mariadorf im heimischen Sportpark am See mit 1:0 für sich entschied.

„Natürlich kein Grund, jetzt schon die Bäume in den Himmel wachsen zu sehen. Wichtig ist nun vor allem, die Kirche im Dorf zu lassen. Aber ein kleines Ausrufezeichen haben wir mit diesem Spiel vielleicht doch setzen können“, hofft Hajo Berndt. Denn: „Bei diesem Freundschaftsspiel konnten wir im Vergleich zu den letztjährigen Heimspielen in der Bezirksliga fast doppelt so viele Zuschauer begrüßen“, nennt Udo Wolff einen wichtigen Aspekt.

Fusion könnte helfen

„Wir möchten in Zukunft den Ortsnamen Dürwiß innerhalb des Vereins wieder mehr in den Vordergrund stellen“, schaut der Geschäftsführer nach vorne. Dies beinhalte auch den Aufbau eines funktionierenden Unterbaus. „Dieser ist sowohl in sportlicher Hinsicht als auch für ein funktionierendes Vereinsleben von großer Bedeutung, wurde in der Vergangenheit aber zu sehr vernachlässigt“, so Udo Wolff. Doch auch in dieser Hinsicht wartet auf die Verantwortlichen der Germania viel Arbeit: So verließ zuletzt der gesamte 96er A-Jugendjahrgang den Verein in Richtung Hertha Walheim beziehungsweise SV Rott. Dennoch hoffen die Germanen, in der kommenden Saison eine A-Jugend in der Bezirksliga melden zu können. Auch die einzig verbliebene B-Juniorenmannschaft wird in der Bezirksliga aktiv sein.

Die Alterstruktur der 1. Seniorenmannschaft ist gemischt, einige Spieler verfügen über Bezirks- beziehungsweise A-Liga-Erfahrung, andere kommen aus der B- und C-Liga. „Die Vorgabe, vermehrt mit Spielern aus Dürwiß und Eschweiler zu arbeiten, ließ sich noch nicht zu 100 Prozent umsetzen. Aber in den kommenden Jahren soll der Verein wieder näher an Heimatstadt und -dorf herangebracht werden“, unterstreicht Hajo Berndt, der betont, dass für ihn die Übernahme einer solchen Mammutaufgabe nur beim FC Germania Dürwiß oder beim SCB Laurenzberg denkbar war und ist. „An diesen beiden Vereinen hängt mein Herz“, verdeutlicht er.

Ein weiterer Blick in die Zukunft? Immerhin ergänzt Udo Wolff, dass ein Mitgliederbeschluss vorliege, der die Vorstandsmitglieder beauftragt, „eine Fusion mit einem Verein in Eschweiler voranzutreiben“. Allerdings existiert momentan kein vollständiger Geschäftsführender Vorstand. Doch auch dieses Problen soll in absehbarer Zeit beseitigt werden. „Im Frühherbst wird es eine Mitgliederversammlung geben, während der ein neuer Geschäftsführender Vorstand präsentiert werden soll. Fakt ist, dass sehr vielversprechende Gespräche bereits geführt wurden“, verrät Hajo Berndt.

Noch sind also zahlreiche Steine aus dem Weg zu räumen, bis der FC Germania 07 Dürwiß sich wieder in ruhigem Fahrwasser bewegt. Doch der Patient gibt Lebenszeichen von sich!

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